Starke Indizien für weiteres NSU-Versteck


Der "Nationalsozialistische Untergrund" hatte nach Recherchen des SPIEGEL neben der bekannten Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße wahrscheinlich ein zweites Versteck. Berechnungen des Wasserverbrauchs erhärten den Verdacht, dass Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos über einen längeren Zeitraum nicht in der Frühlingsstraße wohnten. In ihrer vorherigen Wohnung hatte Beate Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos 143 Liter pro Kopf und Tag verbraucht. Legt man diesen Verbrauch für die Wohnung in der Frühlingsstraße zugrunde, hätten Böhnhardt und Mundlos dort jeweils nur wenige Monate des Jahres verbracht: knapp fünf Monate im Jahr 2008, weniger als zwei Monate im Jahr 2009 und nicht mal einen halben Monat im Jahr 2010. Selbst wenn man einen niedrigeren Wasserverbrauch unterstellt, spricht viel für eine längere Abwesenheit von Böhnhardt und Mundlos. Die Polizei suchte über Monate nach einem zweiten NSU-Versteck, fand jedoch "keine konkreten Anhaltspunkte für weitere Wohnungen", so der Generalbundesanwalt.



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