Olaf Glaeseker äußert sich erstmals zu Vorwürfen


Der frühere Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff äußert sich erstmals zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. In einem siebenseitigen Schreiben nahm Olaf Glaeseker Stellung zu zwei konkreten Vorgängen, die ihm im Rahmen seiner Mitarbeit am Nord-Süd-Dialog zur Last gelegt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Glaeseker geht in dem Schreiben aber nur auf Randbereiche der Vorwürfe ein. Speziell geht es um 44 Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die bei der Veranstaltung im Dezember 2009 im Service eingesetzt worden waren. Nach Schilderungen der Hochschule soll Glaeseker um das Personal gebeten haben. Auf den Kosten in Höhe von 5245 Euro sei die Institution dann aber sitzengeblieben. Glaesekers Anwalt Guido Frings schildert den Vorgang anders. Danach habe sich MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg selbst bereits im September 2009, also drei Monate vor dem Nord-Süd-Dialog, als Sponsor ins Gespräch gebracht. Als Tecklenburg zu einem Treffen der Geldgeber für den 14. Oktober eingeladen wurde, bat der MHH-Chef per E-Mail um Entschuldigung. Er sei mit Freunden zu einem Fußball-Länderspiel in Hamburg verabredet. "Gerne beteilige ich mich aber an der Ideensammlung und habe z. B. vorgeschlagen, dass wir als MHH mit unseren Servicekräften (Medizinstudent(inn)en) helfen." Für Glaeseker sei damit klar gewesen, dass die Hochschule den Nord-Süd-Dialog als ein Sponsor unterstützt, der nicht Geld gibt, sondern Personal zur Verfügung stellt. Geäußert hat sich Glaeseker auch zu dem Vorwurf, seine Ehefrau habe an einem Kochbuch ("Raspers Rezepte – Niedersachsens Küche neu entdeckt") mitgewirkt, das die Landesregierung als "Give-away" an die Besucher des Nord-Süd-Dialogs verteilt habe. Die Arbeit seiner Frau sei unentgeltlich erfolgt. Dass das Landwirtschaftsministerium die Küchenfibel mit 3411 Euro gefördert hat, hält Glaeseker demnach für einen normalen Vorgang mit dem Ziel, für Niedersachsen zu werben.



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