Pensionen belasten die öffentlich-rechtlichen Sender


Die steigenden Ausgaben für die Altersversorgung belasten die finanzielle Basis der öffentlich-rechtlichen Sender. Vor dieser Entwicklung warnt Peter Clever, Verwaltungsratsvorsitzender der Deutschen Welle (DW), in einem Brief an alle neun Verwaltungsratschefs der ARD-Landesrundfunkanstalten und des Deutschlandradios. "Ich wundere mich, welch geringen Stellenwert die Problematik … hat, obwohl hier die Zeit drängt und der Problemdruck immer weiter zunimmt", schreibt Clever den Kollegen. Laut letztem Bericht zur Wirtschaftslage der ARD-Anstalten wurden die Pensionsrückstellungen um 306 Millionen Euro erhöht. Insgesamt beliefen sie sich Ende 2012 auf 6,3 Milliarden Euro. Der Hintergrund: Bislang steigen laut Tarifverträgen die Altersbezüge im selben Maß wie die Bezüge der Mitarbeiter bei den Sendern. Clever rechnet den Kollegen vor, welche Folgen bereits eine weitere Dynamisierung der Altersbezüge von ein oder zwei Prozent hätte. Schon bei der kleinen Anstalt DW fielen dadurch jährlich Millionenbeträge zusätzlich an: "Sie können sich ausmalen, welche Sprengkraft in einer noch höheren Dynamisierung steckt." Die letzten Tarifabschlüsse lagen bei fast drei Prozent jährlich. In seinem Schreiben fordert Clever die Rundfunkanstalten auf, mit den Gewerkschaften darüber zu verhandeln, künftig "die Steigerung der Versorgungszahlungen auf ein Prozent zu begrenzen". Im öffentlich Dienst ist dies bereits geschehen. "Ich hielte es für unvertretbar, wenn wir einmal feststellen müssten, Versorgungsdynamik frisst Programm(qualität)", so Clever.



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