Radsportler im Allgäu nach Epo-Einnahme tot aufgefunden

In Leutkirch im Allgäu ist einer der besten deutschen Amateur-Mountainbiker tot auf gefunden worden, nachdem er sich Neorecormon, ein Epo-Präparat, gespritzt hatte. Es handelt sich um den 44 Jahre alten Frederik Zierke, der auch mit dem früheren Telekom- Profi Kai Hundertmarck im Team fuhr – etwa bei dem Fünf-Tage-Rennen Trans Schwarzwald im Sommer 2011, bei dem Zierke und Hundertmarck in der Mannschaftswertung ihrer Klasse auf dem dritten Platz landeten. Zierkes Dopingtod ereignete sich bereits am 10. September. In seiner Leutkircher Wohnung beschlagnahmte die Kriminalpolizei Ravensburg neben dem Epo-Präparat Neorecormon zahlreiche andere Dopingmittel. Darunter befanden sich das Anabolikum Winstrol, Testosteronampullen, das Herzmittel Corotrop sowie Caniphedrin, ein Präparat aus der Tiermedizin, das in der Doperszene als Stimmungsaufheller kursiert. Den Computer und das Mobiltelefon Zierkes, die als wichtige Beweismittel für Ermittlungen gegen Zierkes Hintermänner und Kontaktleute in die Dopingszene hätten dienen können, konfiszierten die Polizisten nicht. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg, die als Todesursache "Verdacht auf Medikamentenmissbrauch" notierte, stellte das Verfahren bereits einen Tag später ein. Die Strafverfolger in Ravensburg unterließen es auch, wie vom baden-württembergischen Justizministerium vorgeschrieben, den Fall umgehend der Freiburger Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping zu melden. Herbert Heister, Leitender Oberstaatsanwalt und Chef der Ravensburger Behörde, sagte dem SPIEGEL: "Ich will erst gar nicht nach einer Ausrede suchen, das ist ein klares Versäumnis meinerseits. Ich hätte die Freiburger Kollegen informieren müssen."

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