Regulärer Weiterbau der Elbphilharmonie erst 2014

Nach der Einigung zum Weiterbau der Hamburger Elbphilharmonie wird es noch rund 14 Monate dauern, bis die Arbeiten auf der Baustelle wieder voll aufgenommen werden. Grund für die Verzögerung sind fehlende Baupläne, die erst noch gezeichnet werden müssen. Nachdem die Planungen des Baukonzerns Hochtief und die der Schweizer Architekten Herzog&de Meuron zuletzt weitgehend aneinander vorbeiliefen, müssen sie nun erst einmal synchronisiert werden. Als Konsequenz daraus wird die Eröffnung wohl auf 2017 verschoben werden müssen. In der vergangenen Woche hatte die Stadt als Bauherrin entschieden, dass Hochtief das Prestigeprojekt zum Festpreis von 575 Millionen Euro zu Ende bauen soll. Damit muss sie nun 198 Millionen Euro mehr zahlen als noch 2008 kalkuliert. Hochtief soll in den Verhandlungen zunächst einen Aufpreis von 266 Millionen Euro gefordert haben. Mit dem Kompromiss entschädigt der Senat den Konzern unter anderem für einen Teil der Kosten, die durch den einjährigen Baustopp im Streit um das Projekt entstanden waren. Allerdings muss Hamburg nun auch die Rechnung für diverse Sonderwünsche zahlen, die seinen Planern und den Architekten erst beim Bauen und nach 2008 ein gefallen waren. So soll der Senat bei rund 50 Prozent der Gewerke Änderungen verlangt und noch im Januar 2012 modifizierte Pläne für rund tausend Positionen vorgelegt haben; dazu zählt ein 24 Meter langer Tresen für den Ticketverkauf. Wie dieser sollen alle Tresenanlagen in der sogenannten Plaza nun nicht mehr aus Eiche gefertigt werden, sondern aus Granit und Klavierlack- Elementen. Damit kosten allein die Tresen geschätzte 1,8 Millionen Euro mehr. In einem Proberaum mussten zudem große Teile der Inneneinrichtung wieder herausgerissen werden, nachdem die vorgesehenen Heizkonvektoren dem Bauherrn zu laut erschienen. Und geschätzte 500.000 Euro teurer wird die Anlage, mit der im Notfall das Publikum zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert wird. Weil die Ansagen nicht überall zu hören gewesen wären, müssen etwa 50 zusätzliche Lautsprecher eingebaut werden, dar unter einige in die aufwendige Innenverkleidung des großen Konzertsaals. Der Konzern, so erklärt Hochtief-Sprecher Bernd Pütter, werde mit der Elbphilharmonie keinen Gewinn machen: "Die Kosten für die Fertigstellung werden um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag über dem vereinbarten Festpreis liegen."

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