Rewe und Migros fühlen sich von der Regierung übergangen


Die deutsche Handelskette Rewe und die schweizerische Migros fühlen sich von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) übergangen. Dieser hatte Anfang der Woche verkündet, den Verkauf der klammen Supermarkt kette Kaiser’s Tengelmann an den Marktführer Edeka unter Auflagen zu erlauben. Es gebe keine anderen Angebote, die die 16000 Arbeitsplätze bei Kaiser’s Tengelmann hätten retten können, so die Begründung. Tatsächlich aber lagen dem Minister zwei weitere verbindliche Kaufangebote vor. So bot die Kölner Rewe Group dem Kaiser’s-Tengelmann-Besitzer Karl-Ervian Haub mit Schreiben vom 30. November 2015 nicht nur einen Kaufpreis von mindestens 450 Millionen Euro, sondern auch den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen, Tarifbindung und tarifliche Bezahlung. Rewe sicherte außerdem zu, keine Filialen an selbständige Kaufleute zu übergeben. Exakt diese Auf lagen hat Gabriel jetzt zur Bedingung für ein Ja zum Verkauf an Edeka gemacht. Auch der schweizerische Migros-Konzern, der in Deutschland die Tegut-Supermärkte betreibt, bestätigte, "eine verbindliche Offerte für eine Übernahme der süddeutschen Tengelmann-Standorte" ein gereicht zu haben. Über dieses Angebot sei das deutsche Wirtschaftsministerium in Kenntnis gesetzt gewesen. Warum Gabriel trotzdem keine Alternative zu Edeka sieht, wollte das Wirtschaftsministerium nicht kommentieren.



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