Sachsen zahlt über 300.000 Euro für Biedenkopfs Tagebücher


Die Veröffentlichung der Tagebücher des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU) hat weitgehend der Steuerzahler finanziert. Insgesamt 307.900 Euro investierte der Freistaat Sachsen in zwei von drei Bände der Lebenserinnerungen des früheren Landesvaters. Sie umfassen die Jahre 1990 bis 1994, Biedenkopfs erste Regierungsperiode in Dresden.

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Heft 42/2015
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Die Tagebuch-Beihilfe stammt aus dem Etat der Staatskanzlei für Publikationen zum Thema 25 Jahre deutsche Einheit und fließt ausschließlich an die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung. Die konservative Stiftung hatte im Auftrag der sächsischen Staatskanzlei eigens zwei wissenschaftliche Mitarbeiter abgestellt, um die Aufzeichnungen Biedenkopfs zu sichten und für die Veröffentlichung vorzubereiten. Sachsen, sagt Regierungssprecher Christian Hoose, habe "ein hohes staatspolitisches Interesse" daran, diese "für die zukünftige sächsische Geschichtsschreibung bedeutsame Quelle" einer "breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen".

Der Siedler Verlag druckte jeweils 3000 Exemplare der Tagebücher, Biedenkopf selbst warb nach Angaben der Konrad-Adenauer-Stiftung Spenden in Höhe von 15.000 Euro ein - als Druckkostenzuschuss. Der Stiftung seien keine Kosten entstanden. Trotz der großzügigen Subvention darf der Freistaat aber über die Tagebücher nur bedingt verfügen. Die Rechte liegen bei Biedenkopfs Ehefrau Ingrid.



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