SAP-Chef legt sich mit dem Betriebsrat an


Der Amerikaner Bill McDermott, erst seit wenigen Monaten alleiniger Vorstandschef von SAP, hat Ärger mit den Arbeitnehmervertretern. Aufgrund der Neuausrichtung der Softwarefirma zur Cloud Company ist SAP dabei, weltweit rund 1500 Stellen zu streichen, die so nicht mehr gebraucht werden. Während die Entlassungen in anderen Ländern relativ geräuschlos vor sich gehen, wehrt sich die Belegschaft in Deutschland – hier sind rund 300 Stellen bedroht. Am Donnerstag vergangener Woche erklärte der Betriebsrat die Verhandlungen für gescheitert. Die Geschäftsführung habe kein Konzept zum Umbau vorlegen und nicht erklären können, warum welche Person gehen müsse. Nun kommt der Streit im Spätsommer vor die Einigungsstelle. Den aktuell betroffenen Mitarbeitern verspricht SAP, sie "mit größtem Respekt" zu behandeln und sie zu "unterstützen, neue Karrierewege innerhalb oder außerhalb der SAP zu finden". Netto werde man Ende 2014 mehr Mitarbeiter beschäftigen als Anfang des Jahres. In der Walldorfer Zentrale fürchten viele, dass die jetzigen in Deutschland relativ moderaten Entlassungspläne, erst der Anfang sein könnte. Wenn SAP auf dem Weg in die Cloud Spezialfirmen zukauft, könnten noch mehrere der bestehenden Jobs zur Disposition stehen.



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