Schlecker: Kein Geld mehr für Gläubiger


Schleckers Kassen sind so gut wie leer, und das werden die Unternehmen und Personen zu spüren bekommen, denen das insolvente Drogerie-Imperium noch Geld schuldet: Für die Gläubiger wird es nach heutigem Stand kaum noch etwas geben. Insgesamt 665 Millionen Euro an Forderungen haben unter anderem der Kreditversicherer Euler Hermes, die Bundesagentur für Arbeit (BA), Krankenkassen und diverse Lieferanten angemeldet. Auch die beiden Schlecker-Kinder Meike und Lars haben ihrem Vater Anton Schlecker privat rund hundert Millionen Euro geliehen. Zwar beläuft sich das jetzt noch verfügbare Vermögen Schleckers auf 499,8 Millionen Euro – dar unter auch 121 Millionen Euro Privatvermögen. Nach Abzug von laufenden Warenrechnungen, Mietzahlungen und den Kosten des Insolvenzverfahrens bleiben aber nur knappe 130 Millionen Euro übrig. Davon müssen jedoch noch die Löhne und Sozialversicherungsbeiträge der verbliebenen rund 13.000 Mitarbeiterinnen während der dreimonatigen Kündigungsfrist in Höhe von rund hundert Millionen Euro gezahlt werden. Damit stehen den Forderungen von 665 Millionen gerade noch rund 27 Millionen Euro gegenüber, die maximal ausgeschüttet werden können. Allein 51 Gläubiger haben Forderungen von mehr als einer Million Euro angemeldet, die größten sind Euler Hermes mit knapp 224 Millionen Euro und die BA mit 125 Millionen Euro. Welche Gläubiger am Ende wie viel Geld bekommen, wird am 19. Juli ermittelt – dann prüft das Amtsgericht Ulm die Forderungsliste.



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