Schröder-Köpf will Männer an die Wickeltische bringen

Die SPD-Politikerin Doris Schröder-Köpf will, dass sich Männer künftig stärker an der Betreuung von Kleinkindern beteiligen. Die Gattin des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder sprach sich deshalb im Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL für eine "radikale Ausweitung der Vätermonate beim Elterngeld" aus. "Die Auszahlung sollte daran geknüpft werden, dass sich Vater und Mutter die Zeit zu Hause fair teilen, halbe-halbe. Sonst gibt es gar kein Geld", sagte sie. "Männer müssen am Anfang lernen, was für eine große, wichtige und auch schöne Aufgabe es ist, für einen anderen Menschen, für ihr Kind da zu sein", sagte Schröder-Köpf, die sich um ein Mandat im niedersächsischen Landtag bewirbt. Derzeit wird das Elterngeld, das rund zwei Drittel des letzten Nettolohns beträgt, maximal 14 Monate ausgezahlt, allerdings nur dann, wenn auch der Mann zwei Monate mit dem Beruf aussetzt. Schröder-Köpf gab 1997 ihren Beruf als Journalistin auf, als sie den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder heiratete. "Ich habe mich viele Jahre auch im Interesse meines Mannes zurückgenommen. Jetzt geht es um meine Agenda", sagte Schröder-Köpf.

In der heißen Phase des Wahlkampfes würde sich nun auch ihr Mann um die Betreuung ihrer beiden adoptierten Kinder kümmern. "Mein Mann und ich verhandeln im Moment jeden Tag neu. Wir besprechen persönlich oder am Telefon – mein Mann kommuniziert bis heute weder per Mail noch per SMS – wer welche Termine hat und wer was mit den Kindern macht." In ihrer Ehe gebe es eine faire Aufteilung der Einnahmen, sagte Schröder-Köpf. "Wir teilen alles halbe-halbe. Ich habe das Büro aufgebaut und kümmere mich um die Finanzen", sagte Schröder-Köpf. "Mein Mann und ich sind, wenn Sie so wollen, ein Team von Selbständigen.

Er ist mehr für den Außendienst zuständig, ich eher für den Innendienst. Und am Ende wird fair geteilt." Zudem verteidigte sie den poltrigen Auftritt ihres Mannes in der berühmten Elefantenrunde am Abend der Bundestagswahl 2005. Man dürfe die Umstände nicht vergessen, die immense Aufholjagd. "Bevor mein Mann in diese berühmte Fernsehdiskussion gegangen ist, erhielten wir die Information, dass SPD und CDU/CSU auf Gleichstand sind", sagte Schröder-Köpf. Auf die Frage, ob er an dem Abend ein paar Gläser Wein zu viel intus hatte, sagte sie: "Da kann ich Sie beruhigen. Ich war den ganzen Tag hindurch mit ihm zusammen. Er war nüchtern. Daran lag’s nicht."

DER SPIEGEL

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