Schweizer Bank UBS schob der Stadt Leipzig Verlustpapiere unter US-Finanzaufsicht SEC ermittelt


Die US-Investmentabteilung der Schweizer Großbank UBS hat kurz vor der Finanzkrise offenbar unter dem Codenamen "Matilda" eine Strategie entwickelt, faule Kreditpapiere in europäischen Kommunen zu entsorgen. Das geht aus Ermittlungen der US-Finanzaufsicht SEC gegen die Bank wegen eines Geschäfts der UBS mit den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) hervor. Der KWL droht ein Verlust in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

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Heft 25/2013
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Bankinterne Dokumente und Gerichtsunterlagen legen dar, dass UBS-Investmentbanker dem Leipziger Kommunalunternehmen im Jahre 2006 gezielt hochriskante Papiere verkauft haben und damit Risiken auf die Stadt abwälzten. Mit dem Geschäft sollten sich die Wasserwerke vorgeblich gegen Risiken aus grenzüberschreitenden Leasinggeschäften absichern können. Doch tatsächlich waren die von der Bank strukturierten Derivate (CDOs) keine Absicherung, sondern schufen gewaltige Risiken für die Stadt.

Die UBS würde am meisten profitieren, heißt es in einer bankinternen E-Mail, "falls der Kunde Verluste erleidet". Selbst die Controlling-Abteilung der Bank war gegen das Geschäft und verwies auf ein drohendes "Reputationsrisiko" für die Bank, falls der Deal für das Kommunalunternehmen schlecht ausgehen sollte. Dennoch wurde das Geschäft im Juni 2006 abgeschlossen. Die leitenden UBS-Investmentbanker in London und New York setzten den Abschluss gegen Widerstände der Controller durch.

Der Stadt Leipzig drohen nun Verluste von rund 300 Millionen Euro. Die CDOs erwiesen sich als Sammelpaket teilweise fauler Finanzpapiere. Und je näher der Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes rückte, der die globale Finanzkrise vor fünf Jahren auslöste, desto mehr Risiken bürdete die UBS der Stadt Leipzig auf. Bis 2010 waren 13 Werte ausgefallen, darunter die größten Verlustbringer der Finanzkrise wie Papiere von Lehman Brothers und der US-Hypothekenfinanzierer. Acht Papiere, die bald darauf nichts mehr wert waren, hatte die UBS der Stadt nachträglich untergeschoben, die letzten noch im Herbst 2007.

Seit 2011 ermittelt die US-Finanzaufsicht SEC gegen die UBS wegen der Leipziger Derivategeschäfte. Nach Abschluss der Ermittlungen könnte der UBS eine Millionenstrafe drohen. Die Bank wollte sich wegen der laufenden Ermittlung und juristischen Auseinandersetzungen mit der Stadt Leipzig nicht äußern.



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