Siemens-Chef Löscher überwacht Milliarden-Imperium eines Thyssen-Erben

Die jüngste Siemens-Hauptversammlung hat einen bislang wenig bekannten Nebenjob von Konzernchef Peter Löscher ins Licht der Öffentlichkeit gerückt: seine Tätigkeit als Kontrolleur bei der TBG Limited auf Malta. Eine Sprecherin der Belegschaftsaktionäre wollte wissen, ob Löscher dafür neben seinem Hauptjob sowie Aufsichtsratsmandaten bei der Deutschen Bank und der Munich Re überhaupt Zeit habe und wer sich hinter der Gesellschaft verberge. "Es handelt sich um eine private mittelständische Industriebeteiligung", teilte Oberaufseher Gerhard Cromme mit. Das war wohl leicht untertrieben. Das Firmenkonglomerat gehört zum Nachlass des 2002 verstorbenen Industrieerben und Kunstmäzens Hans Heinrich ("Heini") von Thyssen-Bornemisza und wird von seinem ältesten Sohn Georg Heinrich Baron Thyssen- Bornemisza unter anderem vom Steuerparadies Monaco aus gesteuert. Branchen kenner schätzen den Umsatz des Gemischtwarenladens mit Beteiligungen an Unternehmen in Europa und den USA sowie einem Marktforschungsinstitut auf über zwei Milliarden Euro. Löscher verteidigt seinen Einsatz für den reichen Erben aus der deutschen Thyssen-Dynastie: Die Zusammenarbeit mit TBG diene "dem gedanklichen Austausch über Branchengrenzen hinweg" und der "Differenzierung des wirtschaftlichen Gesamtbildes".

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