SPD-Medienholding hält sich nicht an geplanten Mindestlohn


Die SPD-eigene Medienholding DDVG unterläuft den von der Großen Koalition beschlossenen Mindestlohn. Über komplizierte Firmenkonstruktionen ist die SPD-Tochter, die unter anderem Anteile an der "Hannoverschen Allgemeinen" oder den "Kieler Nachrichten" hält, indirekt an mehreren privaten Zustellerfirmen beteiligt, die Zeitungen und Post verteilen. Die dort beschäftigten Boten kommen auf einen Stundenverdienst weit unterhalb des künftig geltenden Mindestlohns von 8,50 Euro. Daran wird sich auch in Zukunft wohl nichts ändern, weil die Brief- und Zeitungsausträger pro zugestellter Sendung bezahlt werden. Die SPD-Medienholding streitet ihre Verantwortung ab. Die Anteile der Postunternehmen würden "in keinem einzigen Fall von der DDVG direkt gehalten", erklärte deren Geschäftsführer Jens Berendsen auf Anfrage des SPIEGEL. Gewerkschafter werfen der SPD-Medienholding vor, bei den Zustellertöchtern handele es sich um Scheinfirmen.



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