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Kohlereserve unsinnig

Die sogenannte Sicherheitsbereitschaft aus alten Braunkohlekraftwerken scheint für das deutsche Stromnetz weitgehend überflüssig. Denn die Kraftwerke benötigen elf Tage, bis sie aus ihrem Konservierungszustand wieder angefahren sind und Elektrizität produzieren. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. Weil die Wetterprognosen für Wind- und Solarkraftwerke jedoch gesichert nur einen Tag in die Zukunft reichen, wären die Braunkohlemeiler nutzlos, um eine für das Stromnetz destabilisierende Wetterlage auszugleichen. Nach den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums sollen acht Kraftwerksblöcke abgeschaltet, aber dennoch weiterhin als eine Art Notreserve vorgehalten werden. Dafür erhalten die Energiekonzerne RWE, Vattenfall und Mibrag insgesamt 1,6 Milliarden Euro, die auf die Stromkunden umgelegt werden. Bisher hält die Bundesregierung unbeirrt an der Braunkohlereserve fest, spricht allerdings von einer "Ultima Ratio". Der Energieexperte der Grünen, Oliver Krischer, hält die "vermeintliche Sicherheitsbereitschaft" deshalb für eine sinnlose Subvention der Braunkohle. "Es gibt in Deutschland genügend flexible Gaskraftwerke, die die Aufgabe der Reserve viel besser erfüllen könnten und die derzeit stillstehen."

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