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Springer zahlte 5000 Euro im "Lolita-Fall"

Die Berichterstattung von "B.Z." und "Bild" über eine angebliche Affäre eines 16-jährigen Mädchens mit Spielern des Fußballbundesligisten Hertha BSC droht für den Springer-Verlag peinlich zu werden. Die "B.Z." berichtete auf der Titelseite zuerst über "Die Hertha-Lolita", druckte Kurznachrichten ab, die zwischen dem Mädchen und Hertha- Profis ausgetauscht worden seien. Später, so schreibt das Blatt, habe es "erotische Stunden im Kinderzimmer" gegeben. Es gibt mehrere Fotos, die das Mädchen von hinten und auf einer Couch liegend zeigen. Die "B.Z." zahlte der Jugendlichen 5000 Euro für einen "Exklusiv-Vertrag", der auch die Fotos beinhaltet. Nach Erscheinen der Geschichte schaltete Hertha BSC den Medienanwalt Christian-Oliver Moser ein, um gegen die Berichterstattung vorzugehen. Die Schülerin verfasste eine eidesstattliche Versicherung, dass sie die Unterschrift ihrer Mutter unter dem Vertrag gefälscht habe und ihre Eltern gegen ein Interview gewesen seien. Auch habe sie die "B.Z."-Reporter angelogen, sie habe mit keinem der Spieler Geschlechtsverkehr gehabt. Ein Springer-Jurist erwidert in einem Schreiben, man habe "mit Befremden zur Kenntnis genommen", dass das Mädchen die Reporter angelogen und die Unterschrift seiner Eltern gefälscht haben will. Die Berichterstattung habe sehr wohl mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Eltern stattgefunden. Die Behauptung, das Mädchen habe Geschlechtsverkehr mit einem der Spieler gehabt, stelle man nicht auf, so der Jurist. Das klingt bei "Bild" anders. Dort heißt es: "Die Zeitung ,B.Z.' berichtet, dass [...] Hertha-Spieler die Schülerin anbaggerten, sich danach abwechselnd zum Sex mit ihr trafen. Auch in ihrem Kinderzimmer." Die 5000 Euro wurden an Springer zurückgezahlt.

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