Neues Dokument aus Stasi-Behörde widerspricht Gysis Verteidigungslinie - Auszeichnung für IM "Notar" 1985

Ein bisher unbekanntes Dokument aus der Stasi-Unterlagen-Behörde erhöht den Druck auf den Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Gregor Gysi. Laut einer Stasi- Liste erhielt im Februar 1985 der Inoffizielle Mitarbeiter "Notar" des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) anlässlich des 35. Jahrestags der Stasi-Gründung eine Urkunde und eine Münze. Die Stasi verlieh die Auszeichnung als "Zeichen des äußeren Dankes für die große Unterstützung bei der Durchführung der uns von Partei und Staatsführung gestellten Aufgabe". Unterzeichnet war die Urkunde von Erich Mielke. Gysi, der bestreitet, "Notar" gewesen zu sein, hatte immer erklärt, unter dem Namen "Notar" habe die Stasi offenbar in einer Art Sammelmappe Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Das nun aufgetauchte Dokument ist ein neues, schlagendes Indiz, dass sich hinter "Notar" tatsächlich eine konkrete Person verbirgt. Der Bundesbeauftragte für die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, fordert, die Hinweise aus den Akten "ernst zu nehmen. Sie sind ein wesentlicher Teil der Aufklärung darüber, wie es wirklich war". Gysi ließ mitteilen, er habe "nie irgendwelche Geschenke, Auszeichnungen, Urkunden, Orden oder Geld vom MfS erhalten".

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