Streit in der CDU über betäubungsloses Schächten

Die CDU streitet über ein Verbot des Schächtens, bei dem Tieren mit einem Schnitt die Kehle durchtrennt wird, um sie ausbluten zu lassen. Ursprünglich wollten die Christdemokraten auf ihrem Bundesparteitag im Dezember einen Antrag der Jungen Union (JU) beschließen, wonach das Schächten ohne Betäubung verboten werden sollte. Auf eine entsprechende Empfehlung hatte sich die von Generalsekretär Hermann Gröhe geleitete Antragskommission der Partei am vergangenen Mittwoch mit deutlicher Mehrheit geeinigt. Wenig später legte Gröhe allerdings JU-Chef Philipp Mißfelder nahe, den Antrag zurückzuziehen. Grund dafür war offenbar die Angst, das Schächtungsverbot könnte die Partei nach der Debatte um die Beschneidung erneut auf Konfliktkurs mit den in Deutschland lebenden Juden bringen. Das Schächten, das in Deutschland neben Juden auch Muslime praktizieren, ist bislang möglich, wenn es religiösen Zwecken dient und eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden ist. Trotz Intervention der Unionsspitze geht die parteiinterne Debatte weiter. Der baden-württembergische CDUChef Thomas Strobl, der den Antrag unterstützt hatte, hielt an seiner Position fest: "Das Schächten ist einfach eine fürchterliche Tierquälerei."

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