Stromintensive Industriebetriebe in Deutschland profitieren entgegen ihren Klagen von der Energiewende

Stromintensive Industriebetriebe in Deutsch land klagen über die Energiewende, tatsächlich profitieren sie von ihr. Die Wettbewerbssituation der Unternehmen habe sich in den vergangenen Jahren im europäischen Vergleich "sogar verbessert", heißt es in einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion. Der Einkaufspreis für Großabnehmer an der deutschen Strombörse hat sich demnach von Anfang 2008 bis Ende 2012 um mehr als ein Fünftel verringert. Im selben Zeitraum war der Strom dort im Schnitt sieben Prozent billiger als an den restlichen europäischen Energiebörsen. Rechne man Steuern und Abgaben dazu, sei der Indu striestrompreis zwar leicht gestiegen – höher aber kletterte er in jenen Nachbar ländern, die auf Kohle und Atomstrom setzen. Von einem "Wettbewerbsvorteil" für die Industrie spricht daher auch der Bund der Energieverbraucher. Für Haushaltskunden dagegen sei der Strom im EU-Vergleich seit 2007 stetig teurer geworden. Diese können anders als viele Unternehmen keine Ausnahmeregelungen geltend machen. Es sei unverständlich, dass die Regierung großen Firmen immer großzügigere Vergünstigungen beim Strompreis gewähre, sagt der grüne Energiepolitiker Oliver Krischer: "Das Gejammer von Wirtschaftsminister Rösler über hohe Strompreise für die Industrie entpuppt sich einmal mehr als reiner Lobbyismus." Die stromintensive Wirtschaft hatte zuletzt wiederholt vor einer Kostenexplo sion durch die Energiewende gewarnt und sogar mit Abwanderung gedroht. Tatsächlich beschäftigten etwa die Unternehmen im Verband der Chemischen Industrie Ende Dezember 437.000 Menschen – zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor.

DER SPIEGEL

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