Studie prognostiziert Pflegenotstand in Deutschland

Die Bertelsmann Stiftung prognostiziert einen Pflegenotstand in Deutschland. Im Jahr 2030 könnten rund eine halbe Million Vollzeitkräfte im Pflegebereich fehlen, heißt es in einer neuen Studie. Darin werden Daten für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt in Deutschland ausgewiesen. Es gehe darum, "die Diskussion um den tatsächlichen oder drohenden Pflegenotstand auf eine möglichst sachliche Grundlage zu stellen", sagt Stiftungsvorstand Brigitte Mohn.

Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2030 um fast die Hälfte steigen wird, auf knapp dreieinhalb Millionen. Die Bertelsmann Stiftung erwartet, dass der Anteil sich in manchen Kommunen sogar verdoppeln wird. "In vielen Landkreisen wird es zu erheblichen Versorgungsproblemen kommen, wenn heute nichts geschieht", sagt Heinz Rothgang vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik, einer der Autoren der Studie. Die Prognosen für die Bundesländer fallen sehr unterschiedlich aus. So wird für Bremen ein Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen um rund 28 Prozent vorausgesagt, für Brandenburg hingegen um rund 72 Prozent. Die Zahlen im Einzelnen (Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 pro Land):

1. Brandenburg plus 72 Prozent,

2. Berlin 56 Prozent,

2. Mecklenburg-Vorpommern 56 Prozent,

4. Baden-Württemberg 54 Prozent,

4. Bayern 54 Prozent,

4. Schleswig-Holstein 54 Prozent,

7. Sachsen 46 Prozent,

7. Thüringen 46 Prozent,

9. Niedersachsen 45 Prozent,

10. Hessen 43 Prozent,

11. Nordrhein-Westfalen 41 Prozent,

11. Rheinland-Pfalz 41 Prozent,

13. Sachsen-Anhalt 40 Prozent,

14. Saarland 34 Prozent,

15. Hamburg 32 Prozent,

16. Bremen 28 Prozent.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback