Aufsichtsrat der Bahn fordert, dass die Landeshauptstadt sich an den Mehrkosten für Stuttgart 21 beteiligt

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn will die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg an den Mehrkosten für das Projekt Stuttgart 21 beteiligen. Die Kontrolleure wollen auf diese Weise verhindern, dass der Staatskonzern zusätzliche Kosten von 2,3 Milliarden Euro allein übernehmen muss. Nach aktuellen Berechnungen verschlingt Stuttgart 21 bis zu 6,8 Milliarden Euro – auch weil in Folge der Verhandlungen mit Projektkritikern durch Schlichter Heiner Geisler die Trassenführung am Flughafen geändert werden soll. Ein Mitglied des Aufsichtsgremiums verlangt nun, Stadt, Region und Land müssten die Rechnung für diese Sonderwünsche mit begleichen: "Wer Lametta will, muss es auch bezahlen." Ein anderer Aufsichtsrat will das Projekt notfalls deutlich abgespeckt verwirklichen und dabei auf Dinge verzichten, die der Stadt und dem Land am Herzen liegen. "Für die Bahn gibt es keine Notwendigkeit, dass am Stuttgarter Flughafen ICE halten, die können da auch problemlos vorbeifahren." Mit solch trotzigen Äußerungen wollen die Bahn-Aufseher das Land doch noch zum Zahlen bewegen. Aufsichtsräte warnen auch davor, dass bei einem Scheitern des Vorhabens in den kommenden 10 bis 15 Jahren am Stuttgarter Hauptbahnhof wahrscheinlich gar nicht gebaut werde. Auf Druck des Verkehrsministeriums soll die Bahn Anfang dieser Woche noch einmal mit der Landesregierung in Baden-Württemberg über eine Aufteilung der Mehrkosten sprechen. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat intern erkennen lassen, dass es ohne eine finanzielle Beteiligung der Projektpartner keine Zukunft von Stuttgart 21 geben kann.

DER SPIEGEL

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