Telekom-Transparenzbericht verschleiert Ausmaß staatlicher Datenüberwachung


Der am 5. Mai erstmals vorgelegte "Transparenzbericht" der Telekom verschleiert das wahre Ausmaß staatlicher Datenüberwachung in Deutschland. Nach Angaben des Konzerns, der zu fast einem Drittel in Staatsbesitz ist, wurden im Jahr 2013 auf Antrag der Sicherheitsbehörden 49.796 Anschlüsse der Telekom überwacht. Zudem habe man 436.331-mal sogenannte Verkehrsdatensätze weiter gegeben. Ein einzelner Verkehrsdatensatz enthält meistens jedoch eine Vielzahl von Telekommunikationsvorgängen. Wenn die Behörden etwa wissen wollen, wie viele und welche Handys sich in einem bestimmten Zeitraum in eine Mobilfunkzelle eingewählt haben, wird die Antwort in nur einem Datensatz zusammengefasst. Eine Funkzellenabfrage ergibt mitunter Zehntausende, in Einzelfällen sogar Millionen Einwahlvorgänge. "Der Staat ist um ein Vielfaches neugieriger, als es der Transparenzbericht der Telekom suggeriert", kritisiert der Grünen- Politiker Malte Spitz.



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