Terre des Femmes trickst bei der Spendenakquise


Mit einem frei erfundenen Fall warb die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes für Spenden gegen Genitalverstümmelung. Auf ihrer Website zeigte sie das Bild eines hübschen Mädchens – "Die kleine Mariam", hieß es dazu, lebe mit ihren Eltern in Hamburg und "soll während ihres nächsten Besuchs im Sudan an den Genitalien verstümmelt werden". Terre des Femmes vermittelt damit den Eindruck, die Tat stehe unmittelbar bevor. Als der Survival-Experte Rüdiger Nehberg, der sich ebenfalls gegen diese grausame Praxis engagiert, Terre des Femmes nach dem vollen Namen des Mädchens fragte, um mit Hilfe der Behörden ihre Ausreise zu verhindern, wollte sich die Organisation dazu schriftlich nicht äußern. Nehberg alarmierte die Hamburger Integrationsbehörde, dergegenüber Terre des Femmes schließlich erklärte, dass Mariam nicht existiere. Gleichzeitig drohte die Organisation Nehberg mit rechtlichen Schritten. Heidemarie Grobe von Terre des Femmes Hamburg nann te die Täuschung "legitim", es gebe schließlich sehr viele solcher realer Fälle, auf die man habe aufmerksam machen wollen. In der Hamburger Integrationsbehörde wurde der Fall intern als "sehr unglücklich" bezeichnet.



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