Aufsichtsräte legen Cromme Rücktritt nahe


Top-Manager und Aufsichtsräte der deutschen Wirtschaft haben ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme in einem offenen Brief zum Rücktritt aufgefordert. Die Mehrheit der "verantwortungsbewussten Aufsichtsräte", heißt es in dem Schreiben, das Cromme am Freitag zugestellt wurde, "erwartet, dass Sie selber über persönliche Konsequenzen nachdenken und Ihr Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender der ThyssenKrupp AG niederlegen". Absender des Briefs ist die Düsseldorfer Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD). Anlass sind die diversen ThyssenKrupp-Affären rund um den Bau eines Stahlwerks in Brasilien und Luxusreisen für Gewerkschafter und Journalisten. Crommes bisheriger Umgang mit den Skandalen, kritisieren die VARD-Verantwortlichen, werfe ein falsches Bild auf all jene Aufsichtsräte, die in ihrer Funktion "mit großer Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit versuchen, gute Unternehmensführung zu praktizieren". Die ungewöhnlich scharfe Kritik dürfte Forderungen von Aktionärsvertretern Nachdruck verleihen, Cromme auf der Hauptversammlung des Stahlkonzerns in dieser Woche nicht zu entlasten. Der erst 2012 gegründeten VARD gehören ehemalige Dax-Größen wie Ex-Metro-Chef Hans- Joachim Körber oder Ex-RWE-Chef Dietmar Kuhnt an.



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