UBS-Präsident Axel Weber greift Investmentbanken an

Der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber sagt den globalen Investmentbanken eine schwere Zukunft voraus. Er erwarte, "dass die neuen Regeln für Handelsgeschäfte, für das Eigenkapital und die Liquidität das Investmentbanking fundamental verändern", sagte der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Man könne sich für eine gewisse Zeit der Illusion hingeben, dass die neuen Regeln nicht so schnell kommen oder vielleicht sogar gar nicht. "Ich gebe mich diesem Trugschluss nicht hin." Die UBS hatte Ende Oktober angekündigt, ihr Investmentbanking drastisch zu verkleinern. Dadurch erfülle die Bank die neuen Kapitalregeln früher als andere und könne "viel früher wieder nachhaltig Dividenden ausschütten", sagte Weber. Indirekt kritisierte er das Geschäftsmodell der Deutschen Bank. Wer das Investmentbanking nicht schrumpfe wie die UBS, werde einen "langen und steinigen Weg gehen müssen", um die Kapitalanforderungen zu erfüllen. "Da liegen andere Institute – auch deutsche – bezüglich der Kapitalstärke etwa da, wo die norddeutsche Tiefebene im Vergleich zu den Schweizer Alpen liegt." Weber rechnet damit, "dass eine Form des Trennbankensystems außerhalb der Schweiz zum Standard werden wird". Dadurch kämen auf die Wettbewerber der UBS zusätzliche Kosten zu. Eine solche Trennung des Investmentbanking vom Einlagengeschäft könne "durchaus sinnvoll sein". Mit Blick auf das gescheiterte Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz sagte Weber, er hoffe darauf, dass über den Vermittlungsausschuss doch noch eine Einigung zustande komme. Andernfalls werde die UBS noch stärker auf ihre Kunden einwirken, sich steuerehrlich zu machen. "Die UBS will keine Weißgeld-Strategie, sie braucht eine Weißgeld-Realität", sagte der Verwaltungsratspräsident.

DER SPIEGEL

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