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Unruhe im Feuilleton der "FAZ"

Am 9. Dezember tagt der Aufsichtsrat der "Frankfurter Allgemeinen". Auf der Tagesordnung taucht der vermutlich wichtigste Punkt noch nicht auf, allerdings geht man bei der "FAZ" davon aus, dass die vier Herausgeber bis dahin den Nachfolger des verstorbenen Frank Schirrmacher benannt haben. Der als Interimsherausgeber fürs Feuilleton benannte Günther Nonnenmacher soll sich auf Wissenschaftsredakteur Jürgen Kaube festgelegt haben. Ob die anderen Herausgeber bereits zugestimmt haben, ist unklar. Die Herausgeber waren zu einer Stellungnahme nicht bereit oder nicht erreichbar. Jedenfalls sorgt die Personalie in der Feuilleton-Redaktion bereits für Unmut.

Kaube gilt als Mann des klassisch-konservativen Feuilletons - das Gegenbild des von Schirrmacher gepflegten Debattenfeuilletons. Auch fürchten Kulturredakteure, dass das "FAZ"-Feuilleton unter Kaube seine Rolle als intellektuell-liberaler Gegenpol zum konservativen Politikteil verlieren würde und die "FAZ" ihren Charakter als vielstimmiges Blatt aufgäbe. Der Aufsichtsrat muss die Personalie noch durchwinken - allerdings ist seine Einflussmöglichkeit traditionellerweise eher beschränkt. Zudem hat der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Dietrich Seikel bereits signalisiert, dass er sich einer Entscheidung des Herausgebergremiums nicht entgegenstellen werde.

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