DER SPIEGEL


US-Investor wollte bei Energie-Netzbetreiber Tennet einsteigen

Der niederländische Netzbetreiber Tennet hat vor wenigen Wochen das Angebot eines US-Investors zurückgewiesen, der rund vier Milliarden Euro zur Erschließung von Offshore-Windparks in Deutschland beschaffen wollte. Das geht aus einem vertraulichen Brief an den Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, hervor. Dar in beschwert sich die US-Firma Anbaric, die weltweit bereits in mehreren Offshore-Projekten engagiert ist, über die ihrer Meinung nach barsche Zurückweisung ihrer Offerte durch den Netzbetreiber. So sei ihr Angebot bereits abgelehnt worden, bevor man über Details überhaupt verhandelt habe, heißt es in dem Schreiben. Stattdessen präsentierte Tennet vergangene Woche den japanischen Investor Mitsubishi Corporation als Projektpartner für den Anschluss von vier Windparks. Dieser will allerdings nur rund eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Diese Summe, so der energiepolitische Sprecher der Grünen, Oliver Krischer, sei jedoch nur ein "Tropfen auf den heißen Stein". Man dürfe gespannt sein, wie Tennet seinen milliardenschweren Anschlussverpflichtungen weiter nachkommen wolle. Der Netzbetreiber reagiert erstaunt auf das Schreiben: "Wir reden mit jedem seriösen Investor, der über eigenes Kapital verfügt, aber nicht mit solchen, die mit der Vermittlung von Kapitalgebern Geld verdienen wollen, die wir bereits kennen." Schon in den nächsten Wochen könnten weitere Partner gewonnen werden.

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