Im Fall der tödlichen Prügelattacke vom Berliner Alexanderplatz, bei der im Oktober der 20-jährige Schüler Jonny K. ums Leben kam, hat einer der Tatverdächtigen die beiden noch flüchtigen mutmaßlichen Schläger Bilal K. und Onur U. schwer belastet.
In einer rund dreieinhalbstündigen Vernehmung schilderte Hüseyin I., der sich am 22. November der Polizei gestellt hatte, erstmals detailliert den Tatablauf. Demnach habe Onur U., ein früherer Amateur-Boxer, die Schlägerei provoziert. Kurz darauf habe Bilal K. dem späteren Todesopfer einen Tritt gegen die Brust versetzt, worauf Jonny K. zu Boden gegangen und mit dem Kopf auf dem Pflaster aufgeschlagen sei. Unmittelbar danach, so Hüseyin I., habe der Angreifer dem wehrlos am Boden liegenden Schüler einen weiteren Tritt gegen den Kopf versetzt.
Sowohl Onur U. als auch Bilal K. waren nach der Tat geflüchtet. Die Staatsanwaltschaft erwägt, die Verfahren gegen sie abzutrennen, damit bald Anklage gegen die übrigen vier Beschuldigten erhoben werden kann. Die Anklageschrift könnte nach SPIEGEL-Informationen schon im Januar dem Gericht vorgelegt werden.
Wie aus Ermittlungsakten hervorgeht, droht die Wahrheitsfindung des Gerichts jedoch unter anderem dadurch erschwert zu werden, dass sich mehrere Verdächtige und ihre Familien nach der Schlägerei wiederholt getroffen und über die Tat beraten haben sollen. Die Fahnder befürchten, dass dabei womöglich Absprachen über das Aussageverhalten der Beschuldigten getroffen wurden. Bei einem Treffen der Familien soll den Akten zufolge zudem eine Art Moderator anwesend gewesen sein.
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