Verkehrsexperten befürchten Häufung von Unfällen mit Geisterfahrern aufgrund von lebensmüden Nachahmertätern

Verkehrsexperten befürchten, dass es in den kommenden Wochen zu einer Häufung von Unfällen mit Geisterfahrern kommen könnte. Diesen Verdacht legt eine noch unveröffentlichte Studie nahe, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde. Verkehrsforscher der Universität Wuppertal und der Bundesanstalt für Straßenwesen haben dafür etwa 7000 Falschfahrermeldungen aus dem Rundfunk und 2800 von der Polizei analysiert, die meisten davon aus den Jahren 2007 bis 2010. Dabei seien immer wieder Phasen mit besonders vielen Crashs aufgefallen, sagt der Wuppertaler Verkehrsforscher Jürgen Gerlach. Zu erklären ist das wohl auch dadurch, dass große Berichterstattungen über Geisterfahrer Nachahmer provozieren, einige wahrscheinlich mit Selbstmordabsicht. Seit Anfang Oktober wurden der breiten Öffentlichkeit vier schwere Falschfahrerunfälle mit insgesamt 18 Toten bekannt. Der letzte fand an einem frühen Sonntagmorgen statt, was laut Gerlach "eine typische Zeit" sei. Besonders zahlreich gingen die Meldungen auch in der Nacht von Freitag auf Samstag ein, wenn offenbar mehr Betrunkene unterwegs seien als sonst. "In vielen der von uns untersuchten Fällen waren Alkohol, Drogen oder Orientierungslosigkeit aufgrund von geistiger Verwirrung im Spiel", sagt Gerlach. Mutmaßlich sei daher ein noch entschlossenerer Kampf gegen Alkohol am Steuer die beste Vorsorge gegen Geisterfahrer – und nicht Warnschilder, wie sie derzeit in Bayern getestet werden.

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