Verteidigungsministerium treibt Drohnen-Kauf voran


Das Verteidigungsministerium will noch in diesem Jahr über die Anschaffung von Kampfdrohnen entscheiden. Die Vorbereitungen sind weiter gediehen als bisher bekannt. Ein amerikanisches und ein israelisches Modell stehen in der engeren Auswahl. Im Januar erteilte die Behörde von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Auftrag ans Wehrbeschaffungsamt, mit der Musterprüfung für die US-Drohne "Reaper" zu beginnen. Vorbereitet wird dies schon seit dem Jahr 2012. Man habe damals bei der US-Regierung ein solches Luftfahrtsystem angefragt, heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums. Gleichzeitig sei die zuständige Dienststelle angewiesen worden, "zulassungsrelevante Aspekte zu prüfen"; damit habe das "Zulassungsrisiko" für die Drohne, die sich auch bewaffnen lässt, minimiert werden sollen. Die Beschaffung der Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" ist an dieser Frage im Frühjahr 2013 gescheitert. Mit dem "Reaper" hat das Ministerium die modernste und teuerste Variante des "Block 5" im Visier. Diese ist größer und leistungsstärker als die Vorgänger, so dass mehr Treibstoff oder Waffen zugeladen werden können. Der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner fordert das Ministerium auf, das Parlament rechtzeitig vor anstehenden Entscheidungen zu informieren: "Es wäre befremdlich, wenn Vorfestlegungen ohne Information des Bundestags erfolgen sollten."



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