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Dem Land Rheinland-Pfalz verbleibt offenbar nur geringer Teil des Verkaufserlöses für Nürburgring

Die Insolvenz des Nürburgrings kommt das Land Rheinland-Pfalz teurer zu stehen als bekannt. Insider schätzen, dass nur ein kleiner Teil des offiziellen Verkaufspreises für die Landeskasse übrig bleiben wird. Das Land und die Insolvenzverwalter hatten Mitte März verkündet, dass der Automobilzulieferer Capricorn den Ring für 77 Millionen Euro übernehmen und weitere 25 Millionen Euro investieren werde. Tatsächlich sind bis zur geplanten Übergabe der Rennstrecke Anfang 2015 nur etwa 60 Millionen Euro gesichert. 15 Millionen will Capricorn in drei Raten aus Eigenmitteln aufbringen, 45 Millionen sollen aus einem zugesagten Bankdarlehen stammen. Auch diese Summen aber fließen nicht in voller Höhe in die Staatskasse. Dies geht aus Unterlagen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor, die das Angebot für die Nürburgring-Gläubiger aufgeschlüsselt hat.

Demnach werden 3,5 Millionen Euro für Ausgaben abgezogen, darunter 2,5 Millionen für einen von Capricorn geplanten Personalabbau um etwa 70 Stellen. 6 Millionen sind ein reiner Rechenwert: der angeblich erwartete Gewinn, den der Ring bis zum Jahresende erwirtschaften soll. Zudem sollen dem Käufer 11 Millionen teils jahrelang "gestundet" werden, die Zahlung hängt also vom Erfolg des Geschäftsmodells am Ring ab. Die angekündigten Investitionen über 25 Millionen Euro sind bislang reine Absichtserklärungen von Capricorn, die im Vertrag nicht fixiert sind. Überdies muss die Landesregierung von dem Verkaufserlös zunächst höherrangige Gläubiger auszahlen und die Kosten des Insolvenzverfahrens begleichen. Am Ende könnte dem Land nur ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag bleiben.

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