Unionspolitiker und Migrantenvertreter bestärken Wulff zu weiterem Engagement beim Thema Integration

Ex-Bundespräsident Christian Wulff schmiedet Pläne über seine berufliche Zukunft – und wird von Integrationspolitikern in der Union und von der türkischen Gemeinde in Deutschland darin bestärkt, sich künftig wieder vermehrt um die Integration der in Deutschland lebenden Türken zu kümmern. "Ich würde mir wünschen, dass er sich als Altbundespräsident für die deutsch-türkischen Beziehungen und die Integration in Deutschland lebender Türken engagiert", sagt CDU-Bundesvorstandsmitglied Serap Güler dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.

Nach Ansicht des Chefs der NRW-CDU, Armin Laschet, braucht Wulff dafür kein besonders Amt: "Beim Thema Integration und Dialog der Kulturen wirkt er durch seine Persönlichkeit", so Laschet, der früher Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen war. Die in Deutschland lebenden Türken würden ein entsprechendes Engagement Wulffs befürworten. "Wenn Wulff sich für deutsch-türkische Beziehungen einsetzt, findet er bei uns viel Unterstützung", sagt Kenan Kolat, der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Integrationsfragen bildeten einen Schwerpunkt in der kurzen Amtszeit Wulffs als Bundespräsident. Auch nach seinem Rücktritt hat sich Wulff weiter mit dem Thema beschäftigt, zum Beispiel bei einer Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung am Comer See. Unterdessen verzögert sich die Entscheidung über das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Wulff wegen Vorteilsnahme weiter. So sollen noch zwei frühere Mitarbeiter Wulffs vernommen werden. Zudem sind die Ermittler auf einen neuen Zeugen gestoßen, der als Hotelgast beobachtet haben könnte, wie Wulff nach seinem Oktoberfest-Besuch 2008 im "Bayrischen Hof" ausgecheckt hat und was er dabei mit dem Filmproduzenten David Groenewold besprochen haben könnte, der einen Teil der Logiskosten übernahm. Da der Gast ein Ausländer sein soll, ist für eine Vernehmung womöglich ein internationales Rechtshilfeersuchen notwendig.

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