Zweifelt Anwalt der Quelle-Erbin Schickedanz an Prozesserfolg?

Die Klage der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die seit Mitte Dezember vor dem Kölner Landgericht verhandelt wird, ist offenbar ein Bluff. 1,3 Milliarden Euro Schadensersatz verlangt die Ex-Milliardärin von früheren Gesellschaftern des Bankhauses Sal. Oppenheim und dem Troisdorfer Investor Josef Esch – weil die sie falsch beraten und in riskante Kredite getrieben hätten. Ein mit "Persönlich/Vertraulich" überschriebener Brief des Schickedanz-Anwalts Andreas Ringstmeier legt jedoch den Verdacht nahe, dass Ringstmeier selbst nicht an einen durchschlagenden Erfolg der von ihm eingereichten Klage glaubt. In dem Schreiben geht es um eine "Vergütungsvereinbarung", die Ringstmeier am 15. Juli 2009 unterschrieb. Darin bietet der Jurist die Dienste seiner Kölner Kanzlei für "einen moderaten Stundensatz" von 350 bis 450 Euro an, "der als Anreiz durch ein erfolgsorientiertes Bonussystem ergänzt wird". Weiter heißt es: "Ein honorarwürdiger Erfolg wäre es, wenn Ihnen durch einen Vergleich mit den wesentlichen Gläubigern Sicherheit dahingehend gewährt würde, dass Sie Ihr Elternhaus und ein gesichertes Auskommen behalten könnten." 500.000 Euro Bonus sollen demnach fällig werden, wenn Schickedanz am Ende des Streits mindestens 10 Millionen Euro Vermögen bleiben. Ab 30 Millionen Restvermögen wünscht sich der Anwalt eine Prämie von einer Mil lion Euro. Ringstmeier erklärte auf Anfrage, die dem SPIEGEL "vorliegende Honorarvereinbarung" sei "zu Beginn unseres Mandats geschlossen" worden, "nicht die aktuelle Version" und habe "mit dem Klageverfahren nichts zu tun". Zudem habe sich "der Gegenstand des Mandats" verändert. Die Frage zu standesrechtlichen Bedenken gegen Art und Höhe des Erfolgshonorars ließ er unbeantwortet.

DER SPIEGEL

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