Zypern will künftig Vorbild sein im Kampf gegen Geldwäsche

Zyperns Finanzminister Vassos Shiarly wehrt sich gegen Vorwürfe, sein Land sei eine Drehscheibe für Geldwäsche. "Diese Gerüchte begegnen uns immer wieder, aber auch durch Wiederholung werden sie nicht wahr", sagte Shiarly im Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Bei allen Kontrollen internationaler Organisationen habe Zypern in den vergangenen Jahren gute Zensuren erhalten. Die Regierung Zyperns werde künftig deutlich machen, dass es ihr ernst sei mit der Bekämpfung der Geldwäsche. "Wir kennen die kritische Wahrnehmung im Ausland und wollen sie aus der Welt schaffen, indem wir besser und schneller die internationalen Vereinbarungen umsetzen als andere Länder", sagte Shiarly. "Wir sehen unsere Zukunft als seriöses Finanzzentrum." Eine Anhebung des Unternehmensteuersatzes von zehn Prozent, die Vertreter fast aller deutschen Parteien als Voraussetzung für ihre Zustimmung zu einem Rettungspaket fordern, lehnt der Finanzminister ab. Zypern sei keine Steueroase. "Unser Steuersystem ist einer unserer wenigen Standortvorteile", sagte Shiarly. Sein Land habe keine nennenswerte Industrie, seine einzige Chance seien Dienstleistungen, "und dafür müssen wir Kapital anlocken". Die ganze EU profitiere, wenn sich Russen oder Chinesen auf Zypern mit ihren Firmen niederließen.

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