AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 34/2017

Analyse von Fußballerdaten Warum ein Uwe Seeler heute nur noch für die 5. Liga taugte

Man stelle sich vor, die deutsche Nationalmannschaft von 1966 würde gegen die Auswahl antreten, die 2014 in Brasilien den Titel gewann - wie würden die Spiele ausgehen?

WM-Finale Deutschland-England 1966
DPA

WM-Finale Deutschland-England 1966

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Karl-Heinz Schnellinger gegen Mats Hummels, Wolfgang Overath gegen Bastian Schweinsteiger; es wäre eine klare Sache für das Team von 2014. Diese Erkenntnis beruht auf Statistiken, die Opta, eine Agentur für Sportdaten, für den SPIEGEL erhoben hat. Ausgewertet wurden die Zahl der Pässe und Schüsse, die Quote des Ballbesitzes und der Chancenverwertung sämtlicher Weltmeisterschaftsspiele einer deutschen Elf seit 1966.

Damals spielte die Nationalmannschaft um Uwe Seeler im Schnitt pro Begegnung 360 Pässe, von denen rund 78 Prozent beim Mitspieler ankamen. Beim Titelgewinn in Brasilien passten sich Toni Kroos, Mesut Özil und Kollegen den Ball wesentlich öfter und genauer zu: 630-mal pro Spiel, mit einer Quote von gut 86 Prozent.

Alle 1,8 bis 2,2 Sekunden wird der Ball mittlerweile vom Torwart abgeworfen oder von Feldspielern gepasst, geflankt, geschossen. Heute könnte Günter Netzer nicht mehr mit dem Ball am Fuß über den halben Platz laufen, nach zwei Metern würde er attackiert.

Die Athletik der Profis hat sich enorm verändert, ein Franz Beckenbauer von damals würde heute keine Halbzeit lang durchhalten. Die Laufbelastung ist in den vergangenen Jahren mit acht bis zwölf Kilometern pro Spiel relativ konstant geblieben, doch die Anzahl der Sprints hat sich erhöht: Inzwischen sprintet ein Profi 160-mal in 90 Minuten.

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Auch taktisch hat sich der Fußball enorm weiterentwickelt, die Mannschaften beherrschen mehrere Systeme, zwischen denen sie je nach Gegner wechseln. So viel Variabilität besaßen die früheren Teams nicht. Man darf der Ansicht sein, der Fußball war früher schöner, weil spielerisches Talent im Vordergrund stand.

Wie gut wären nun die WM-Finalisten von 1966 oder 1974 heute? Offiziell möchte dazu niemand etwas sagen beim Deutschen Fußball-Bund, wohl auch aus Rücksicht auf die alten Helden. In der ersten Liga wären sie chancenlos, auch in der zweiten.

Könnte man die Mannschaften um Seeler oder Beckenbauer in die Gegenwart beamen, so fänden sie wohl erst, das legen statistische Daten nahe, in der fünften Liga Gegner, die zu schlagen wären. Dort spielen der TuS Ennepetal und Viktoria 08 Arnoldsweiler.



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
deadpool357 19.08.2017
1. 40 Cent dafür??
Eine absolute Abzocke diesen Artikel nicht kostenlos zu Verfügung zu stellen.. 40 Cent für 10 Zeilen, unglaublich sowas!
JaIchBinEs 19.08.2017
2. Gerd Müller
Diese technischen Fakten machen imho allein keinen „schönen“ Fußball aus. Ein Gerd Müller mit seiner unnachahmlichen Art, diese blitzschnelle Drehung, der Abstaubertorinstinkt bleibt unerreichbar! Auch auf Uwe Seller lasse ich nichts kommen, es ist DER Sportler aus meiner Heimatstadt...
sail118 19.08.2017
3. Angesehen von der Abzocke
Was soll ein Vergleich nach Jahrzehnten? Überraschenderweise ist Usain Bolt deutlich schneller als Armin Harry. Welch eine mitteilenswerte Erkenntnis.
TS_Alien 19.08.2017
4.
Was für ein sinnloser Artikel. Sollen damit etwa die exorbitant höheren Gehälter heutiger Fußballer gerechtfertigt werden? Da sind mir die vielen spannenden Spiele von früher lieber, auch und gerade im Pokal.
Christosyiannopoulos 19.08.2017
5. Artikel viel zu kurz für Spiegel plus
War das ein Artikel? Musste man dafür extra Geld bezahlen? Warum bitte sollte das Spiegel plus sein? Das war Nix. Das war abzocke. Ich zahle sonst gerne für Spiegel plus Artikel, aber das musste wirklich nicht sein
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