AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 26/2017

Mysteriöse Spielergebnisse Wie asiatische Wettpaten den Fußball in Europa manipulieren

Ein Abwehrspieler stolpert, der Torwart fliegt am Ball vorbei: Wer den richtigen Tipp bekommen hat, sahnt im Wettbüro ab. Insider erklären das Geschäft der Matchfixer - und warum immer mehr Vereine betroffen sind.

Kunden in einem Wettbüro in Hong Kong (Archiv)
Colin Galloway

Kunden in einem Wettbüro in Hong Kong (Archiv)

Von und


Am 29. April um 22.01 Uhr verloren die beiden Fußballfans Simon Miller und Paul Langley ihr Vertrauen in den Fußball.

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Dieser Artikel ist aus dem SPIEGEL
Heft 26/2017
Das vergiftete Erbe des Helmut Kohl

Die beiden Iren saßen im City Calling Stadium zu Longford, Irland, ihre Mannschaft, der Athlone Town FC, lag 1:2 hinten. In der 80. Minute leuchtete auf ihren Handys eine Facebook-Nachricht auf. Ein Mann, der seit Jahren Fußballwetten überwacht, schrieb ihnen, dass sich die Quoten gerade dramatisch verändert hätten, man müsse davon ausgehen, dass gleich ein Tor falle.

Regungslos verfolgten die beiden das Drama, das sich nun auf dem Rasen abspielte. Athlones portugiesischer Trainer Ricardo Cravo habe den rumänischen Mittelfeldspieler Dragos Sfrijan in die Abwehr beordert, erzählen sie, der lettische Torwart Igors Labuts sei auf einmal bei jedem Eckball mit nach vorn gelaufen. Torhüter machen solche Harakiri-Aktionen allenfalls in den letzten Angriffen einer Partie. Der Höhepunkt dieser Show dann in der Nachspielzeit: Als ein langer Ball in die Spielhälfte von Athlone gesegelt sei, habe Sfrijan stümperhaft danebengetreten. Und Labuts, der Torwart, sei an dem eigentlich harmlosen Ball vorbeigeflogen.

Ein Fan schrieb im Internet: "Sieht so aus, als hätte heute jemand Geld gemacht."

Die "Asia Times" aus Hongkong berichtete später, mit diesem Spiel hätten Wetter mehr als 600.000 US-Dollar gewonnen.

Europas Fußballverband Uefa wurde wegen des Verdachts der Spielmanipulation alarmiert. Der irische Verband FAI leitete eine Untersuchung ein. Die Polizei ermittelt.

Fußball ist ein Sport, dessen Reiz darin besteht, dass niemand weiß, wie ein Spiel ausgeht. Champions-League-Klubs können in Pokalspielen gegen Amateurvereine ausscheiden, es gibt Überraschungsmeister, und Sonntagsschüsse entscheiden Spiele. Dieser Nervenkitzel macht das Spiel so aufregend.

Was aber, wenn eine Mannschaft antritt, deren Ziel nicht der Sieg, sondern die Umsetzung von illegalen Absprachen ist? Wenn Fehler nicht versehentlich, sondern absichtlich geschehen und Spiele bewusst verloren gehen? Dann ist es kein Spiel mehr, dann ist es Betrug. Ein Verbrechen. Organisierte Kriminalität.

Der globale Wettmarkt ist extrem lukrativ. Weltweit wird pro Jahr rund eine Billion Euro mit Sportwetten umgesetzt, das ist annähernd so viel wie der gesamte deutsche Exportumsatz. Rund 70 Prozent der Wetten entfallen auf den Fußball. Und das Geschäft wächst und wächst, überall kommen neue Wettanbieter hinzu, oft sitzen sie in Steueroasen wie Malta oder Gibraltar, die Big Player kommen von den Philippinen oder aus China.

Bei den größten Wettanbietern der Welt kann man auf alles zocken: natürlich auf das Ergebnis, aber auch auf Tore, auf Torschützen, auf Elfmeter, Eckbälle, Einwürfe, Gelbe sowie Rote Karten und sogar darauf, welcher Kicker den Anstoß ausführt. Und zwar für Spiele überall in der Welt, auch in Deutschland. Beim Wettskandal 2009 kam heraus, dass versucht worden war, 32 Partien von der Zweiten Bundesliga bis in den Jugendbereich zu manipulieren - und mehrfach war es auch gelungen.

Wenn man Schauspieler statt Fußballer oder Schiedsrichter auf dem Spielfeld installiert, die einem unsichtbaren, vorher abgesprochenen Drehbuch folgen, ist es nahezu absurd einfach, Millionen mit fingierten Wetten zu verdienen.

Athlone Town spielt in der zweiten irischen Liga. Es ist der älteste Profiklub des Landes, vor 130 Jahren gegründet. Früher spielte der Klub im Europapokal gegen den AC Mailand, in dem 21000-Einwohner-Örtchen sehnt man sich nach diesen Festtagen zurück. Die Europapokal-Hymne, Flutlicht, Weltstars, das ganz große Geld. Diese Schwärmerei hat den Klub in die Hände von Menschen getrieben, die mit den Träumen von Funktionären, Spielern und Fans Geschäfte machen.

DER SPIEGEL

Im Februar stieg die portugiesische Firma Pré Season, registriert in Amadora bei Lissabon, als Teilhaber beim Athlone Town FC ein. Ermittler vermuten, dass hinter dem Deal Mao Xiaodong steckt, einer der berüchtigtsten Wettpaten. Der Mann, der in der Szene nur Eric Mao genannt wird, hat es in der Schattenwelt des Weltfußballs zu einiger Berühmtheit gebracht. Laut Experten geht sein Geschäft so: Er steigt bei Vereinen als Investor ein und verpflichtet Spieler oder Trainer. Dann wettet er in großem Stil. Und die von seinen Leuten instruierten Spieler sorgen dafür, dass es auch ganz sicher so kommt, wie es auf den Tippzetteln steht.

Die katarische Sportsicherheitsfirma ICSS urteilt in einem vertraulichen Bericht, der dem SPIEGEL von der Enthüllungsplattform Football Leaks zur Verfügung gestellt wurde: "Eric Mao ist ein hochrangiger Matchfixing-Organisator und Anführer eines Matchfixing-Syndikats in Singapur und außerdem ein Schlüsselmitglied des globalen Matchfixing-Netzwerks." Er sei ein Partner des berühmten Wettpaten Wilson Raj Perumal. Matchfixing ist der internationale Begriff für Spielabsprachen und Wettbetrug.

Perumal hat unzählige Fußballspiele auf der ganzen Welt manipuliert, er wurde von der Polizei geschnappt und ließ sich zu einem Kronzeugen umdrehen. Er packte gegen die Wettmafia aus, schrieb anschließend ein Buch, in dem er tiefe Einblicke in die Welt der Spielmanipulatoren gab. Perumal lebt mittlerweile in Ungarn. Seit einiger Zeit glauben Insider zu wissen, dass Perumal nach wie vor mit Wettbetrügern in Kontakt stehe. Zuletzt soll er einem Matchfixer in Australien per Telefon Instruktionen gegeben haben, die australische Polizei soll mitgehört haben. Perumal bestreitet auf eine Anfrage, noch mit Matchfixing zu tun zu haben.

Für Wettbetrüger, die als Investoren verkleidet in die Fußballbranche drängen, ist es nicht wirklich schwierig, schnelles Geld zu machen. Perumal beschreibt in seinem Buch, wie moralfrei vor allem klamme Fußballklubs nach Geld griffen. Oft stellen diese Vereine überhaupt nicht die Frage, wie der Investor sein Geld verdient, sie sind einfach nur froh, es zu bekommen. Und sie machen dafür alle möglichen Zugeständnisse.

Maos Leute scheinen in Athlone viele dieser Zusagen erhalten zu haben, die er für sein Business braucht. Die Fremden haben den Klub in kürzester Zeit in eine Art Handpuppe verwandelt: unsichtbar geführt und von innen hohl. In der Stadt vergleichen sie ihren Klub nun schon mit einem Verein in Portugal, bei dem Mao vor ein paar Jahren die Macht an sich riss: Atlético Clube de Portugal, kurz CP.

Im Jahr 2013 stand CP vor der Pleite, der Vorstand gliederte die erste Mannschaft in eine SAD, eine Aktiengesellschaft, aus - und bat um Investments. Und dann erschien Mao, geboren in Peking, 34 Jahre alt, Spielerberater, Unternehmer, Inhaber des Firmenkonglomerats Anping.

Anping übernahm 70 Prozent der Anteile; 30 Prozent blieben beim Verein. Kurz darauf wurde unter anderen Igors Labuts verpflichtet, der Torhüter kam vom lettischen Klub Jurmala - ein Team, das schon damals unter Matchfixing-Verdacht stand.

Torhüter Labuts
Ashley Cahill/AC Sports Images

Torhüter Labuts

Die Uefa gab eine sogenannte Hochrisikowarnung heraus, in der es heißt, Atlético stelle ein "hohes Risiko der Manipulation und korrupten Wettaktivitäten" dar. Neben Mao nannte die Uefa eine Person: Torhüter Labuts. Es gebe starke Indizien, dass dieser eine "verdächtige Einzelperson" sei, heißt es. An 17 auffälligen Spielen sei er beteiligt gewesen.

"Es gab nur Konflikte. Wir haben komplett die Kontrolle verloren", sagt CP-Präsident Ricardo Delgado heute. In dieser Saison stieg die erste Mannschaft in die vierte Liga ab. Auch weil Spiele manipuliert waren? "Ich weiß nicht, was hier geschieht", sagt Delgado.

Im irischen Athlone ist Pré Season Anfang dieses Jahres eingestiegen. Und die Firma brachte neues Personal, darunter wieder: Igors Labuts. Auch die Feldspieler José Viegas und Dery Hernandez spielten vorher bei Atlético. Ebenfalls interessant ist die Vita von Marc Fourmeaux, dem neuen Sportdirektor. Der Franzose führte vor drei Jahren DFK Dainava in Litauens erster Liga auf den letzten Platz, mit einem Torverhältnis von minus 131. Eine ziemlich seltsame Saison.

Torhüter Labuts verweigert gegenüber dem SPIEGEL jeden Kommentar, nach dem Longford-Spiel hatte er seine Unschuld beteuert und argumentiert: "Wenn ich ein guter Torwart wäre, würde ich bei Real Madrid spielen." Danach wurde er wieder aufgestellt. Überhaupt wurde niemand suspendiert, alle Spieler, die seit Monaten unter Manipulationsverdacht stehen, sind noch da. Sämtliche Verdächtige beteuern ihre Unschuld.

Darüber würde man gern mit dem Klubpräsidenten John Hayden diskutieren. Aber er will nicht, stattdessen verlässt er den Trainingsplatz fluchtartig und springt in seine Mercedes-Limousine. Auf SMS und Anrufe reagiert er nicht. Auf Anfrage des SPIEGEL teilt der Klub mit, man wisse nicht, ob Mao der wahre Investor ist, man habe zum ersten Mal in den Medien vom ihm erfahren.

"Wir haben ja von Anfang an gesagt, dass hier etwas nicht stimmt. Aber auf uns hat keiner gehört", sagt Langley, der Fan. Sein Kumpel Miller stellte bereits nach dem ersten Testspiel fest: "Bei einigen neuen Spielern sieht es so aus, als hätten sie noch nie Fußball gespielt." Sie erzählen von dem dicken Uruguayer und dem schwachfüßigen Rumänen, von den vielen technischen und konditionellen Schwierigkeiten der Neuverpflichtungen.

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Die beiden Fans, die ihre echten Namen aus Angst vor den Wettpaten nicht in der Zeitung lesen möchten, wurden zu Privatermittlern. Sie fanden heraus, dass die Neuen früher gemeinsam bei Klubs aktiv waren, deren Spiele manipuliert worden waren. Miller sagt: "Immer wenn der Rumäne plötzlich vom Trainer aus dem Mittelfeld in die Abwehr beordert wurde, war klar, dass der Gegner ein Tor schießen soll." Sie äußerten ihren Verdacht auf Facebook, kontaktierten den Klub, aber niemand glaubte ihnen: "Wir sollten den Mund halten, das wurde uns nicht nur einmal gesagt."

Seit dem Longford-Spiel gehen sie nicht mehr ins Stadion. Es reicht. Athlone ist mittlerweile Vorletzter.

Europäische Ermittler sehen in dem Einstieg asiatischer Investoren beim irischen Zweitligisten eine gängige Strategie von Wettbetrügern: Zum einen lässt es sich in kleineren Ligen einfacher manipulieren, da es weniger Überwachung gibt. Außerdem sind kleinere, finanzschwächere Klubs ein einfacheres Opfer, da sie bereits mit geringen Beträgen zu locken sind.

Aber der Hauptgrund ist: Oft missbrauchen Wettbetrüger in diesen tieferen Ligen junge talentierte Spieler dazu, ein, zwei Partien für sie zu verschieben. Für kleines Geld oder andere Gefälligkeiten. Danach werden diese Talente an stärkere Vereine verkauft. "Das ist ein bisschen wie auf dem Aktienmarkt", sagt ein erfahrener Polizist. Er hat schon oft beobachtet, dass Wettpaten diese Talente dann einige Jahre überhaupt nicht mehr behelligen. Wenn diese Spieler aber irgendwann den Durchbruch geschafft haben und in einer der hohen Profiligen auflaufen, sind die alten Wettpaten schnell wieder da. Und sie erinnern die Spieler dann an ihren ersten Betrug. Sie zeigen ihnen die Konsequenzen auf, was passiert, wenn herauskommt, was sie einmal getan haben. Die Karriere wäre zerstört. "Wettbetrüger liefern auch sofort eine Lösung für das Problem: Sie wollen, dass der Spieler nur noch ein paarmal für sie in den oberen Ligen manipuliert. Einen Elfmeter verschulden, ein Laufduell verlieren, einen Einwurf verursachen, ein paar Kollegen für sie überreden - es wird suggeriert, dass so etwas sowieso niemals auffliegen könnte", sagt der Polizist.

Auf diese Weise wird in den Spitzenfußball ein Virus eingepflanzt, das sich immer schneller, immer weiter ausbreitet. Und die Glaubwürdigkeit des Spiels Stück für Stück vergiftet.

In Nyon, im Hauptquartier der Uefa, sitzt Graham Peaker. Er ist 61 Jahre alt trägt ein kurzärmeliges weißes Hemd, auf seiner Visitenkarte steht "Intelligence Coordinator". Er schreibt mit Bleistift. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich mit der Manipulation von Fußballspielen in Europa. Unter ihm wurden mehrere Vereine wegen gefixter Spiele gesperrt, darunter Klubs aus der Türkei, Albanien und Mazedonien. Mit seinem Team kümmert sich Peaker um Seminare für Jugendspieler, in denen sein Team über Wettbetrug aufklärt. "Wir wollen den Nachwuchs vor dem Einfluss von Matchfixern schützen", sagt er. Gemeinsam mit einer Partnerfirma überprüft Peaker 32.000 europäische Fußballspiele pro Jahr auf verdächtige Bewegungen am Wettmarkt. Wenn es Auffälligkeiten gibt - so wie beim Athlone-Spiel in Longford -, schlägt das System Alarm.

Aber einem Sportverband wie der Uefa fehlte es an den notwendigen Mitteln zur Beweisführung, die staatlichen Behörden zur Verfügung stehen. Razzien, Telefonüberwachung etwa. "Manchmal ist es frustrierend", sagt Peaker.

Von den staatlichen Ermittlungsbehörden erhält Peaker nur wenig Unterstützung. Weltweit gibt es keine Schwerpunktstaatsanwaltschaft, viele Behörden scheuen die Auseinandersetzung mit Wettbetrug. Die Ermittlungen sind zu aufwendig, zu diffus, oft verlaufen sie im Sande. In Italien beispielsweise wird seit 2011 ermittelt, wirkliche Ergebnisse konnte die Staatsanwaltschaft bis heute nicht liefern. Und in Bochum, wo in jüngster Zeit mehr als 50 Jahre an Freiheitsstrafen gegen Wettbetrüger verhängt worden sind, ist die Ermittlungsgruppe "Flankengott" so gut wie aufgelöst, weil die Fälle keinen regionalen Bezug haben. Das Wissen, das Polizei und Staatsanwaltschaft dort angesammelt haben, geht verloren.

Francesco Baranca hat diese Ermittlungsprobleme in einen eigenen Geschäftszweig verwandelt. Der Italiener sitzt in einem Restaurant über den Dächern von Barcelona, lacht und feixt. Er war es, der den Athlone-Fans an jenem Abend im April bei Facebook schrieb, dass in Kürze das 3:1 für Longford fallen würde. Baranca ist kein Hellseher, er ist Gründer von Federbet, einem der größten Wettüberwachungssysteme. Seine Leute schlagen Alarm bei auffälligen Quotenbewegungen. Sie erstellen Profile von Wettpaten wie Eric Mao und Spielern wie Igors Labuts. Sie skizzieren die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen im globalen Matchfixing-Geschäft. Die Kunden: Ligen, Vereine, Verbände, die um eine Einschätzung bitten, wenn ein angeblicher Investor an die Tür klopft. Dann schaut Baranca in seine Datenbank und hebt oder senkt den Daumen.

Baranca
Tim Röhn/DER SPIEGEL

Baranca

Baranca hat im Profifußball schon die verrücktesten Auswüchse erlebt. In Portugal recherchierte der Italiener einmal zu einer angeblich manipulierten Partie und fand heraus: Das Spiel gab es nie. Es war ein sogenanntes Ghost Match, eine Partie, bei der beide Mannschaft nicht antreten, aber den Buchmachern von beiden Teams und dem Verband zurückgemeldet wird, dass das Spiel stattgefunden habe.

Mittlerweile, sagt Baranca, gebe es sogar Agenturen, die vor allem Fußballer führten, die bereit seien, Spiele zu manipulieren. Braucht ein Wettpate Personal, würden diese Agenturen kontaktiert. Im Fall Athlone war es so, dass Federbet nach dem Spiel in Longford einen Untersuchungsbericht anfertigte, er liegt dem SPIEGEL vor. Danach konnten die Ermittler deutlich sehen, wie sich die Wettquoten zum Ende des Spiels veränderten und hohe Geldbeträge auf ein viertes Tor gesetzt wurden. Unter Zockern wird eine solche Wette "Over" genannt. Dabei setzen die Wetter hohe Summen darauf, dass eine bestimmte Mindestanzahl an Toren fällt. In dem betroffenen Spiel sollten es vier sein. Und tatsächlich: In der Nachspielzeit erzielte Longford dank der Abwehrschnitzer das 3:1.

In Portugal hat Atlético CP mittlerweile genug von seinem Investor. Der Mutterverein versucht, die 30 Prozent Anteile, die er noch an der ersten Mannschaft hat, abzustoßen und die Reserve, aktuell sechstklassig, als neues Aushängeschild aufzubauen. Der Klub will auch das alleinige Nutzungsrecht des Vereinswappens. "Wir haben nichts mehr mit dieser Mannschaft zu tun", sagt Präsident Delgado. Bei Facebook wüten die Fans schon lange. "Haut ab!", "Idioten!", schreiben sie an die Adresse der Asiaten.

Und bei Athlone Town in Irland will Tony Connaughton, 63 Jahre alt und aktiv, schon früher ein paar Jahre in der Klubführung, den Albtraum beenden. Ende Juni findet die Jahreshauptversammlung statt, die Kritiker drängen darauf, dass der amtierende Chef John Hayden Neuwahlen zulässt. Gewinnt Connaughton, will er aufräumen. Alle Neuen werde er rausschmeißen, das hat er schon angekündigt. "Die sollen dahin, wo sie hergekommen sind", sagt er: "Und dann fangen wir nach 130 Jahren noch mal bei null an."

DER SPIEGEL


insgesamt 2 Beiträge
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rolli 24.06.2017
1.
Wer wirklichen Fussball sehen will, der muss in die Amateurligen gehen oder Jugenfussball ansehen. Der bezahlte Fussball ist eben das was er ist: bezahlt. rolli
TS_Alien 24.06.2017
2.
Wenn man als Wettanbieter bestimmte Wetten nicht anbietet, hat man weniger oder gar keine Probleme. Vermutlich ist das aber nicht gewollt, weil man so viele Kunden verlieren würde. Kunden, die auf Dauer viel Geld verlieren. Unabhängig vom Wettbetrug dürfte mit Wetten viel Geld gewaschen werden. Nachdem man eine Wette gewonnen hat, ist das Geld sauber. Der Wetteinsatz ist es vorher nicht immer gewesen.
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