AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 35/2017

TV-Duell zur Bundestagswahl  Wie Schulz Merkel endlich stellen will

Für SPD-Kandidat Martin Schulz ist das TV-Duell die wohl letzte Chance auf eine Wende. Ein Medientrainer bereitet ihn darauf vor. Merkel hingegen setzt alles daran, der Konfrontation zu entgehen.

Herausforderer Schulz in Stralsund: Mit Coach gegen Merkel
Hermann Bredehorst / DER SPIEGEL

Herausforderer Schulz in Stralsund: Mit Coach gegen Merkel

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Es klingt wie ein Witz, aber der Herausforderer von Angela Merkel glaubt seit dieser Woche, das Momentum des Wahlkampfs auf seiner Seite zu haben. Seit Montag zieht Martin Schulz über die Marktplätze der Republik, und die Zustimmung, die er dort spürt, passt nicht recht zu den Umfragen, in denen die SPD seit Monaten abgeschlagen hinter der Union liegt. Deshalb, und weil angeblich fast 50 Prozent der Bürger noch nicht entschieden haben, welche Partei sie wählen, glaubt Schulz, das Rennen sei noch nicht gelaufen.

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Heft 35/2017
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Das mag die übliche Selbsthypnose eines Wahlkämpfers sein und damit auch Selbsttäuschung. Der Zulauf zu Schulz' Veranstaltungen aber ist tatsächlich groß. In Göttingen kamen am Mittwoch 3000 Menschen, weit mehr als in den SPD-Wahlkämpfen der jüngeren Vergangenheit. In Bremen und Trier waren es ähnlich viele. Die Neugierde auf den Mann, der zu Jahresbeginn in den Umfragen kurz auf Merkel-Niveau geklettert war, scheint noch nicht erloschen.

Die eigentliche Hoffnung auf eine Wende im Wahlkampf verbinden die SPD-Strategen aber mit dem TV-Duell am 3. September. Es ist das wichtigste Einzelereignis dieses Wahlkampfes - und das einzige Mal, dass die Bürger die Kanzlerin und ihren Herausforderer im direkten Vergleich erleben dürfen.

Rund 15 Millionen Bürger werden den beiden dabei zusehen.

Während das Duell für Schulz die vermutlich letzte Chance ist, seinem Wahlkampf jenes Feuer zu verleihen, das bislang fehlte, sieht die Kanzlerin im Aufeinandertreffen eher das Risiko. Am liebsten hätte sie die Debatte wohl ganz verweigert, das legt zumindest die Lustlosigkeit nahe, mit der ihre Emissäre mit den Sendern über die Bedingungen des Duells verhandelt haben.

Schulz treibt die Begegnung schon seit Wochen um. Der Kandidat hatte sein Team bereits früh angewiesen, den Showdown in Adlershof penibel vorzubereiten. Er will Merkel persönlich stellen. Anders als sonst werde sie dort schwer ausweichen können, hofft man in seinem Umfeld.

Die Planung betrifft zwei Ebenen, die thematische und die stilistische. Schulz hat seine Helfer ausloten lassen, welche Themen geeignet sind, um einen möglichst großen Kontrast zur Kanzlerin zu schaffen. Im bisherigen Wahlkampf ist das nicht wirklich gelungen. Als potenzielle Gewinnerthemen gelten in der Parteizentrale unter anderem die Rüstungspolitik, die Bildungspolitik sowie das Thema Rente. Vor dem Fernseher sitzen bekanntlich viele ältere Wähler.

Um optimal vorbereitet in den Abend zu gehen, hat Schulz einen umtriebigen Mediencoach engagiert, der Österreicher Markus Peichl gehört seit sechs Wochen zum Beratungsteam. Der 59-jährige Journalist ist in SPD-Kreisen bestens bekannt, er coachte schon Frank-Walter Steinmeier vor dessen Duell mit der Kanzlerin im Jahr 2009. Peichl ist seit Jahren ein Name in der Szene, er leitete einst das Magazin "Tempo", später die Redaktion der ARD-Talksendung "Beckmann". 2012 wurde er von "Gottschalk Live" als Retter geholt, um die Vorabendshow aus dem Quotentief zu holen - ohne Erfolg. Er weiß, was im Fernsehen funktioniert und was nicht. Jetzt soll er dem Kanzlerkandidaten helfen, aus seinem ganz eigenen Tief zu kommen.

Durch seine lange Zeit als Europapolitiker hat Schulz längst nicht so viel Fernseherfahrung in Deutschland wie die Kanzlerin. Sein Team in Brüssel versuchte über die Jahre eher nebenbei, Schulz' Fernsehtauglichkeit zu optimieren. Wenn er übermüdet im "Morgenmagazin" auftrat, schauten sie die Wiederholung und machten Manöverkritik. Wenn er zu häufig die Faust ballte, ermahnten sie ihn. "Ein Problem war immer sein Pistolenfinger", erinnert sich einer, der damals dabei war: Zeigefinger senkrecht, Daumen waagerecht. "Das hat ihn aggressiv erscheinen lassen. Irgendwann hatten wir das wegtrainiert."

Kanzlerin Merkel bei Wahlkampfauftritt in Bremen: Problematisches Medienverständnis
Nikita Teryoshin / DER SPIEGEL

Kanzlerin Merkel bei Wahlkampfauftritt in Bremen: Problematisches Medienverständnis

Zur Vorbereitung auf das Duell mit der Kanzlerin sitzt sein Team in diesen Tagen mit Schulz am Tisch und spielt Frage-Antwort. Wenn Merkel jetzt das sagt, was sagst du dann? Wenn die Moderatoren dies oder jenes fragen, was antwortest du?

Das Duell soll ein strategischer Wendepunkt sein, heißt es in Schulz' Umfeld. Bisher habe man versucht, die eigenen Leute zu mobilisieren - SPD-Anhänger, die nach verlorenen Landtagswahlen und desaströsen Umfragewerten enttäuscht sind. Ab dem Duell will Schulz sich verstärkt den Unentschlossenen aus dem Milieu der Grünen oder der Union widmen.

Im Training mit seinem Coach steht Schulz zudem vor einer Frage, die sich auch die Merkel-Gegner vor ihm schon stellen mussten: Wie aggressiv kann er im Duell mit der Kanzlerin auftreten? Angriffsmöglichkeiten bieten sich aus Sicht von Schulz' Team reichlich: Merkels Kehrtwenden in der Flüchtlingskrise und bei der Ehe für alle, ihre Konflikte mit der CSU, ihre Zögerlichkeit in der Dieselkrise.

Merkel weiß, dass sie angesichts der Umfragen mehr zu verlieren hat als ihr Rivale. Sie will, wie es ihre Art ist, vor allem die Risiken so weit wie möglich minimieren. So sorgte ihr Regierungssprecher Steffen Seibert bereits in den Verhandlungen mit den Rundfunkanstalten dafür, dass wenig Raum für Unvorhersehbares bleibt.

Nach Ostern hatten die Sender ihre Einladungen an Kanzlerin und Herausforderer verschickt; ARD und ZDF für ein öffentlich-rechtliches Fernsehduell, Sat.1 und RTL für ein privates. Die SPD wäre für zwei Termine zu haben gewesen, doch das Kanzleramt ließ schnell wissen, dass Merkel nur für einen zur Verfügung stehe. Die Hoffnungen auf Veränderungen gaben die Chefredakteure der vier Sender trotzdem nicht auf. Lockerer als in früheren Jahren wollten sie den Schlagabtausch gern gestalten, weniger steril. Sie hatten sich angeschaut, wie Duelle in anderen Ländern laufen. Etwa in Frankreich, mit weniger Moderatoren.

Der Plan war, die Sendung aufzuteilen. Zwei Journalisten sollten die ersten 45 Minuten bestreiten, die anderen beiden die zweite Hälfte. Es gab auch die Idee, den Zweikampf erstmals vor Studiopublikum stattfinden zu lassen, wie es in den USA üblich ist, dem Mutterland des TV-Duells.

Doch schon beim ersten Treffen mit den Unterhändlern der beiden Kandidaten wurde klar, dass daran nicht zu denken sei. Merkels Medienberaterin Eva Christiansen und Regierungssprecher Steffen Seibert lehnten Publikum kategorisch ab.

Dreimal saß man im ZDF-Hauptstadtstudio zusammen, jeweils bis zu zwei Stunden lang. Dass der Regierungssprecher für Merkel die Verhandlungen führte und kein Vertreter der Parteizentrale, befremdete die Sendervertreter - wenngleich das auch schon in früheren Jahren der Fall gewesen war. Die Fronten verhärteten sich. Die Merkel-Seite machte unmissverständlich deutlich, dass die Kanzlerin nur an einem Duell nach herkömmlicher Art teilnehmen werde - und dem Format ansonsten fernbliebe. "Kanzlerinnenkeule" heißt das seither bei den Sendern. So wurden die Verhandlungen auch zu einem Beispiel für Merkels Medienverständnis: Im Kanzleramt werden ihre Auftritte vor allem danach ausgesucht, wie sehr sie sich kontrollieren und steuern lassen.

Die Fernsehchefs konnten sich den Druck von Merkels Verhandlern eigentlich kaum gefallen lassen. Mancher Sendervertreter hätte die Verhandlungen zwischendurch am liebsten platzen lassen, heißt es, letztlich habe man aber "die Faust in der Tasche geballt". Nicht nur seine früheren ZDF-Kollegen empfanden Seiberts Auftreten als schroff und arrogant. "Zähneknirschend" habe man eingelenkt, heißt es aus Senderkreisen. "Es war eine Friss-oder-stirb-Situation."

Der frühere ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender spricht offen aus, was die jetzigen Verantwortlichen nur hinter vorgehaltener Hand sagen: "Die Einigung ist unter Erpressung durch das Kanzleramt zustande gekommen. Solche Vereinbarungen nennt man sittenwidrig." Die Absicht dahinter sei glasklar. "Das Kanzleramt verlangt ein Korsett für die Kanzlerin, in dem sie sich nicht bewegen muss. Und zugleich eines für Schulz, in dem er sich nicht bewegen darf." Brenders Urteil ist hart: "Als Fernsehformat ist das eine Missgeburt."

Kontrahenten Merkel, Steinbrück im TV-Duell 2013: "Auf dem Präsentierteller"
Maurice Weiss / OSTKREUZ

Kontrahenten Merkel, Steinbrück im TV-Duell 2013: "Auf dem Präsentierteller"

Merkel lasse sich, wie man dieser Tage wieder sehen könne, am liebsten von freundlichen YouTubern interviewen - oder von Bürgern. "Das ist nichts, was sie fordert. Sie ist eine Meisterin des Ungefähren, solche Formate sind für sie ungefährlich", sagt Brender. Merkel mache einen Wahlkampf "im Schlafmodus. Ein Fernsehduell, das Funken schlägt, würde dabei nur stören".

Die Kanzlerin kennt derlei Kritik, sie ist ihr egal. Trotz des eng geschnürten Korsetts geht man in ihrem Umfeld davon aus, dass Schulz einen Vorteil aus dem Duell ziehen werde. Schon allein, weil die Zuschauer die Kanzlerin und ihren Herausforderer erstmals auf gleicher Ebene erleben werden. Vor vier Jahren zumindest trat dieser Effekt ein. Die Umfragewerte für Merkels Herausforderer Peer Steinbrück stiegen nach dem Duell um zwei bis drei Prozentpunkte - und das, obwohl er keineswegs als klarer Sieger aus der Debatte hervorgegangen war.

In ihren bisherigen Wahlkampfauftritten und Interviews hat Merkel es konsequent vermieden, Schulz überhaupt zu erwähnen, ganz so, als gäbe es keinen Herausforderer. Wenn er ihr im Studio gegenübersitzt, wird das nicht funktionieren. Auch dies ist ein Grund, warum Merkel ein zweites Duell partout verhindern wollte.

Trotz seiner Unerfahrenheit sieht man den SPD-Mann in Merkels Umgebung nicht als leichten Gegner. Er sei rhetorisch stark und formuliere gut, nicht so geschraubt wie Steinbrück. Als Schwäche glaubt man ausgemacht zu haben, dass Schulz mit vielen Themen nicht so vertraut sei wie die Kanzlerin. Es reiche aus, wenn ihr der Auftritt nicht schade, heißt es aus ihrem Umfeld. Auch ein leichtes Plus für Schulz würde man noch als Erfolg verbuchen. Entscheidend sei, dass die SPD durch das Duell nicht nachhaltig zulegen könne.

Merkel bereitet sich wie immer mit ihrer Vertrauten Eva Christiansen auf das Duell vor, von einem externen Coach ist nichts bekannt. Die beiden studieren etwa das TV-Duell zur Europawahl zwischen Schulz und Jean-Claude Juncker aus dem Jahre 2014. Sie wollen Schulz' Reaktionsweise und Reflexe kennenlernen, um darauf reagieren zu können. Denn darin liegt die hohe Kunst des TV-Duells: sich auf alles vorzubereiten, die Kontrolle zu behalten - und dennoch so spontan und authentisch wie möglich zu wirken.

Bis heute tut sich Merkel schwer mit dieser Disziplin des politischen Wettstreits. Vor ihrem ersten Duell mit Gerhard Schröder im Jahr 2005 ließ sie sich vom Ex-ZDF-Moderator Alexander Niemetz trainieren. Er sollte ihr vor allem eine fernsehgerechte Körpersprache beibringen. Das gelang leidlich. Vier Jahre später kam es zu der bislang einfachsten Debatte. Der damalige SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier unterschied sich weder vom Temperament noch inhaltlich groß von Merkel. "Yes, we gähn!", titelte die "Bild"-Zeitung hinterher.

Schwieriger schien es 2013 zu werden, weil Peer Steinbrück mit größerer Lebhaftigkeit und Schlagfertigkeit ausgestattet war. Steinbrück empfand das Duell als Höhepunkt des Wahlkampfs, aber auch als eigenartige Show. Während des Duells habe er sich wie "auf dem Präsentierteller" gefühlt. "Kostüm, Haare, Mimik - alles zählt. Das ist schon eine besondere Situation. Alles ist live, nichts ist zu korrigieren." Steinbrück trainierte damals in einem angemieteten Studio in Berlin. Eine externe Beraterin, die Manager und Politiker für Auftritte coacht, impfte ihm ein, dass nur ein Drittel der Zuschauer das Duell verbal wahrnehme. Für rund zwei Drittel sei die Körpersprache entscheidend. Und so konzentrierte sich Steinbrück auch darauf, seine Mundwinkel in möglichst waagerechter Position zu halten, um keinen verbiesterten Eindruck zu machen.

Seine Lage damals war ähnlich wie jene für Schulz heute. Die Umfragen waren schlecht, das Duell galt als letzte Chance. Die Kanzlerin sei wie ein Stück Seife, das einem ständig aus den Händen gleite, sagt Steinbrück heute. Merkel habe "die kongeniale Eigenschaft, strittige Themen zu entschärfen", indem sie sie sich einfach zu eigen mache. "Machtpolitisch kann ich das nachvollziehen, demokratietheoretisch ist das verheerend. Sie entzieht sich einem direkten Vergleich. Dabei lebt der Wahlkampf vom Wettbewerb der Positionen und Personen."

Steinbrück gelang es hin und wieder, Merkel vor sich herzutreiben, beim Thema Pkw-Maut oder beim Kampf gegen den Steuerbetrug. Ihr sei es immerhin gelungen, Zweifel an ihm zu säen, sagt Steinbrück. "Ihr Kalkül war, deutlich zu machen, dass sie die amtierende Kanzlerin ist, der man vertrauen kann. Der Subtext dabei war immer: 'Sie kennen mich ja', was umgekehrt bedeutete, mit dem Steinbrück können Sie nicht so sicher sein."

Vier Jahre später wird Merkel wohl wieder auf diese Strategie setzen. Einen ersten Vorteil kann sie schon jetzt für sich verbuchen. Traditionsgemäß hat das Los entschieden, wer das Duell eröffnet. Schulz bekommt nun die erste Frage, Merkel das letzte Wort.

Schlacht vor Publikum: SPIEGEL-Redakteur Veit Medick hat als Korrespondent in Washington den US-Wahlkampf begleitet. Im Video vergleicht er die deutschen und die amerikanischen TV-Duelle - und erklärt die Unterschiede.

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insgesamt 20 Beiträge
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Watchtower 26.08.2017
1. SPON strengt sich an...
Herrn Schulz immer wieder neu zu positionieren. Einen einfältigen EU-Technokraten zu einem zupackenden, strukturierten Politprofi zu machen, ist allerdings trotz allem medialen Aufwands eine Sache der Unmöglichkeit..
kenterziege 26.08.2017
2. Was ist denn das für ein jammervolles
.. Eingeständnis, wenn ein Medientrainer den Kanzlerkandidaten der SPD auf ein Fernsehduell vorbereiten muss? So ein Schuss kann leicht nach hinten losgehen, weil der Kandidat vor lauter Übertrainiertheit seine Athentizität verliert! Selbst, wenn es glückt, bringt es nur einen Prozentpunkt. Die Wahl ist für Schulz gelaufen - mit oder ohne Training!
lupo44 26.08.2017
3. wenn dem so ist wie hier dargestellt dann wäre das ein Skandal.....
und kein Duell.Vielleicht sollte man ein anderes Wort für diese politische Diskussion erfinden. Duell ist immer estwas endgültiges und hat den Sinn das nur einer übrig bleibt und der andere besiegt worden ist. Es ist eine politische Auseinandersetzung auf höchset Ebene mit dem Ziel vor der Öffentlichkeit Standpunkte ,Interessen und Absichten zu erklären und zu beweisen. Der Zuhörer (Wähler) könnte durch diese politische Auseinandersetzung sein persönliches Bild von den Kandidaten schärfen bzw.entscheiden.Auf jeden Fall zeugt dieses von einer hohen Demokratie und hat trotz seiner Brizans einen hohen kulturellen Wert. Wie gesagt wenn die CDU Wahlkampfstrategen hier eine andere Art an den Tag legen dann haben wir fast (sorry) DDR Verhältnisse-mehr Schein als SEIN. Das schadet der Demokratie.Man sollte hier nochmals überlegen einiges zu ändern wenn es so sein sollte wie beschrieben.
Matttthias 26.08.2017
4. Schulz kann gut reden
und ist auch schlagfertig. Für eine TV-Runde gute Voraussetzung. 1-2% mehr für die SPD könnte dabei rausspringen. Für einen Wahlsieg müsste er sich klar von seiner bisherigen Linie trennen. Schulz fehlt das Thema. Gerechtigkeit zieht nicht da die Neiddebatte auf dem Augstein-Griff basiert. Jakob hatte nicht gewusst dass mittlere Haushalte seit 1990 schrumpfen - mehr Singles - Daraus fälschlich schrumpfende Einkommen abgeleitet. Schulz' Kernthema ist inexistent.
josho 26.08.2017
5. Womit will er sie denn stellen?
Beim Thema Asyl und Flüchtlingspolitik zum Beispiel, was einer Umfrage zufolge die meisten interessiert, passt zwischen die beiden kein Blatt Papier. Also wird man davon nichts hören. Alle anderen Themen hat Schulz in schon fast verzweifelter Art und Weise ausgetestet-ohne die geringste Resonanz. Und: bei vier Jahren großer Koalition ist es höchst unglaubwürdig, die jetzigen Zustände zu verteufeln. Schließlich hat man ja regiert! Der Wähler spürt das. Und Merkel? Nach dem Motto: "Ein Deutschland, in dem es sich gut und gerne lebt" wird sie Schulz abblitzen lassen. Getreu dem Adenauer Motto: "Keine Experimente". Brachte diesem damals sogar die absolute Mehrheit!.
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