Im neuen SPIEGEL: Expedition zu den Bayern; Altruisten gehört die Welt; Zlatan Ibrahimovic im Gespräch; Therapiestunde mit Metallica

Von Chefredakteur Wolfgang Büchner  

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Liebe Leserin,
lieber Leser,

dass in Bayern "die Uhren anders gehen", ist ein Klischee, das sich Jahr für Jahr erneuert, wenn in München das Oktoberfest seine Pforten öffnet. Nichtbayern neigen zu dem Irrglauben, der Rummel sei nichts weiter als ein kollektives Besäufnis. Tatsächlich wird die Theresienwiese, wie mein Kollege Ullrich Fichtner schreibt, jedes Jahr zu einer Bühne, auf der Großes verhandelt wird. Die Münchner Dax-Konzerne nutzen das Fest als PR-Maschine, Prominente setzen sich ins rechte Licht, und die in diesen Wochen auftrumpfende CSU inszeniert sich als legitime Nachfolgerin des bayerischen Königtums. Um all dies in seiner Tiefe zu erfassen, muss man Bayer sein. SPIEGEL-Reporter Fichtner kann zwar auf einen Großvater aus München verweisen, stammt selbst aber aus Franken, was ihn aus oberbayerischer Perspektive bereits zu einem halben Preußen macht. Er wurde trotzdem vorgelassen, die Polizei beim Wiesn-Einsatz zu begleiten, in eine Welt totaler menschlicher Entfesselung.

Gute Nachricht für gute Menschen: Es stimmt nicht, dass die Welt den Egoisten gehört. Der US-amerikanische Organisationspsychologe Adam Grant belegt mit zahlreichen Studien, dass Fürsorge und Hilfsbereitschaft sich für die Karriere auszahlen. Wer seine Mitmenschen nach Kräften unterstützt, bringt es oft weiter im Leben als die Typen, die nur an sich denken. Mein Kollege Manfred Dworschak besuchte den Forscher an seiner Universität in Philadelphia, wo Grant zu den beliebtesten Professoren gehört. Die Studenten sind begeistert von ihm, jeder hat seine Handynummer, und per E-Mail dürfen sie ihn mit allen Fragen des Lebens behelligen - eine Antwort binnen 24 Stunden ist garantiert. Auch mit Fremden teilt Grant gern sein Wissen und sein Adressbuch voller Kontakte. "Der Mann ist ein wahrer Schwerathlet des Helfens", sagt SPIEGEL-Redakteur Dworschak.

Metallica-Frontmann James Hetfield und Fußballer Zlatan Ibrahimovic verbindet nicht nur eine Vorliebe für Tätowierungen. Beide sind auch als "Journalistenschreck" verschrien, als schwierige, unberechenbare Interviewpartner, sofern sie überhaupt mit sich reden lassen. Die SPIEGEL-Mitarbeiter Juan Moreno und Maik Großekathöfer machten sich deshalb einige Sorgen, als sie das Gespräch mit dem schwedischen Stürmer von Paris Saint Germain mit der Frage eröffneten, welches denn seiner Erfahrung nach die beste Methode sei, ein Fahrrad zu klauen. Doch Ibrahimovic, im Malmöer Problemviertel Rosengård aufgewachsen, reagierte gelassen und gab Tipps. Auch SPIEGEL-Redakteur Philipp Oehmke hatte vor der Begegnung mit dem Heavy-Metal-Musiker Hetfield mit allem gerechnet. Bloß nicht mit einem angenehmen, freundlichen Menschen, der in schonungsloser Offenheit über sein Seelenleben plaudert - und über die Schwierigkeiten, einer der größten Rockstars der Gegenwart zu sein.

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