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Der unbekannte Despot Stimmen die Anekdoten über Großkönig Xerxes?

Xerxes im Film: "Einfältige und grausame Barbaren"
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Warner Bros.

2. Teil: Vermutlich war Xerxes umsichtiger, als die Griechen weismachen wollten

Das differenzierteste Urteil über Xerxes liefert Herodot. Doch auch der griechische Geschichtsschreiber ist geprägt von jenem Charakterbild, das der Dramatiker Aischylos 472 vor Christus dem Athener Publikum nahegebracht hatte: In seiner Tragödie "Die Perser" ist Xerxes der unfähige Sohn eines übermächtigen Vaters, der mit seiner Hybris das Heer in die Katastrophe führt und so das Ende eines Weltreichs einläutet.

Manch eine Episode, mit der Herodot Xerxes' Charakterbild verdüstert, klingt wie für das Drehbuch von "300" geschrieben. Etwa jene Szene, die sich in Sardeis abgespielt haben soll, der Hauptstadt von Persiens kleinasiatischer Provinz Lydien, wo Xerxes mit seinen Truppen auf dem Weg Richtung Griechenland überwinterte.

Der König war Gast des Pythios, der als reichster Mann der Welt galt. Der übernahm auch die Verpflegung des gewaltigen Heeres; ein Dienst, für den sich Xerxes bedankte, indem er Pythios' Söhnen hohe militärische Positionen anbot. Doch als die Streitmacht im Frühjahr weiterziehen wollte, sorgte eine totale Sonnenfinsternis für Angst, Verwirrung und dunkle Ahnungen.

Von der "Erscheinung am Himmel in Schrecken versetzt", so Herodot, bat Pythios den Großkönig, seinem ältesten Sohn den Feldzug gegen die Griechen zu ersparen. Ein Ansinnen, das Xerxes, der selbst mit all seinen "Söhnen und Brüdern, Verwandten und Freunden" in den Krieg zog, so in Rage brachte, dass er beschloss, an Ort und Stelle ein Exempel zu statuieren.


Pythios' ältester Sohn wurde getötet und in zwei Hälften gehauen. Als das Heer Sardeis verließ, wurden die Körperhälften zu beiden Seiten des Weges, der aus der Stadt hinausführte, aufgestellt. Zwischen den beiden Hälften der Leiche des jungen Mannes musste dann "das ganze Heer hindurchziehen".

Auch in der Darstellung des Schlachtenlenkers Xerxes unterscheiden sich Hollywood und Herodot nur unwesentlich. Hier wie dort sitzt der Herrscher auf seinem Thron, weitab vom Kampfgetümmel, führt Buch über seine Kämpfer, die er im Falle einer Niederlage grausam und unerbittlich bestraft - wie die Phöniker, denen Xerxes nach dem Verlust ihrer Schiffe in der Seeschlacht bei Salamis "sehr traurig" die Köpfe abschlagen ließ.

"Durfte Xerxes, der nie kämpfend an einer Schlacht teilnahm, sondern ihr, auf erhöhtem Standort unter einem Baldachin thronend, lediglich zuschaute, in der Inschrift wie Dareios sprechen: 'Als Krieger bin ich erprobt'?", fragte der Iranist Walther Hinz noch Ende der siebziger Jahre.

Das Weltreich nach den Niederlagen an der westlichen Peripherie

"Es hätte sich eigentlich verboten", sagt dagegen der Althistoriker Josef Wiesehöfer, Herodot und andere antike Quellen "für eine moderne historiografische Studie des Protagonisten zu nutzen." Doch genau dies sei geschehen: "Herodots Historien wurden wie Gerichtsprotokolle behandelt." Verhaltensweisen des Königs wie sein "vermeintlich mangelndes Engagement bei Salamis wurden wie Augenzeugenberichte interpretiert". Nie sei gefragt worden, welche Bedeutung solchen Schilderungen im persischen Zusammenhang zukomme. "Dass Xerxes in Salamis auf einem Thron abseits des Geschehens" Platz nahm, habe "nichts mit der Unentschlossenheit oder gar Feigheit des Königs zu tun" gehabt.

Anders als bei den Griechen sei "die persönliche Bewährung in vorderster Front nicht eine legitimatorische Voraussetzung des persischen Herrschertums" gewesen. "Im Gegenteil: Der Tod eines Königs im Kampfe hätte eine gefährliche und gesetzlose Zeit heraufbeschworen, in der das Reich und die Herrschaft leicht in Unordnung hätten geraten können. Unter den Augen des aufmerksamen Königs tapfer zu kämpfen und dafür gegebenenfalls königliche Anerkennung zu finden, genügte einem persischen Untertan; kein Perser hätte an dem thronenden Xerxes in Salamis Anstoß genommen."

Auch die oft vertretene Ansicht, die Niederlagen von Salamis und Plataiai (479 v. Chr.) seien der Anfang vom Ende des persischen Weltreichs gewesen, ist vor allem das Resultat griechisch-abendländischen Wunschdenkens. Den von Aischylos beschriebenen Xerxes, der in Lumpen nach Hause hinkt, wo er von heulenden Höflingen empfangen wird, gab es wohl nur im Theater.

Sicher: Nach Kyros, Kambyses und Dareios war Xerxes der erste Herrscher, der anerkennen musste, dass die Grenzen des persischen Reichs nicht beliebig erweiterbar waren. Dennoch wankte das Weltreich nach den Niederlagen an seiner westlichen Peripherie in keiner Weise.

Weitere 150 Jahre an der Macht nach dem Griechenland-Feldzug

Xerxes' schneller Rückzug ins persische Kernland dürfte, so neuere Forschungen, auf einem rationalen Kalkül beruhen, das Zweifel weckt an der Mär vom aufbrausenden König, den sein Jähzorn in den Untergang trieb. Denn in Babylon war 479 vor Christus eine Revolte ausgebrochen, die für die Stabilität und den Bestand des Imperiums weitaus gefährlicher war als der Streit mit den Griechen.

Diesen Aufstand niederzuschlagen, das gelang dem gegen die Griechen so erfolglosen Heerführer offenbar schnell und umfassend. Ob er dort tatsächlich "den babylonischen Götzenstall Esangila" sofort "gründlich schleifen" und "die sechs Meter hohe Marduk-Sitzstatue aus massivem Gold wegschleppen und einschmelzen ließ", wie Hinz in seiner "Kulturgeschichte der Achämeniden" noch schrieb, wird von der jüngeren Forschung bezweifelt.

Nicht nur war Xerxes, wie seine Vorfahren, aus politisch-taktischen Gründen in religiösen Dingen durchaus tolerant, solange dies das Band zwischen Herrscher und Untertanen festigte. Gesichert ist auch, dass "Esangila und der Kult des Marduk bis zum Ende der Achaimeniden-Zeit kontinuierlich weiterbestanden" (Wiesehöfer).

Solche Indizien legen den Schluss nahe, dass Xerxes weitaus umsichtiger herrschte, als die Griechen dem Rest der Welt weismachen wollten. Schließlich blieb die Achaimeniden-Dynastie, der Xerxes und seine Vorgänger entstammten, nach dem Scheitern des Griechenland-Feldzugs noch weitere 150 Jahre an der Macht.

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insgesamt 3 Beiträge
Historische Quellen wie Herodot muß man mit noch viel mehr Salz genießen als die Meldungen, die wir hier jeden Tag um die Ohren bekommen... Herodot behauptete ja auch als erster, Homer sein in Wahrheit ein ganz anderer Mann [...]
Historische Quellen wie Herodot muß man mit noch viel mehr Salz genießen als die Meldungen, die wir hier jeden Tag um die Ohren bekommen... Herodot behauptete ja auch als erster, Homer sein in Wahrheit ein ganz anderer Mann mit dem gleichen Namen. Die Perser waren schon sehr erfolgreiche und kultivierte Leute, auch generell militärische erfolgreich, selbst Alexander der Große hatte durchaus am Anfang einige Probleme mit denen - freilich, gegen seine hochgepimpte Phalanx und dann auch noch die mazedonische Kavallerie war es dann ebndgültig vorbei mit ihrem Großreich, dessen Reste aber sogar noch den Römern Probleme machten. Aber Xerxex und der Film "300" - naja, das ist aus der Feder von Frank Miller (Sin City), den man mit noch deutlich mehr Salz genießen sollte als antike Autoren, die ja auch alle nur HörenSagen von sich geben. Der Mann behauptet ja auch gar nicht, die Wahrheit auch nur andeuten zu wollen ! Wer sich mit den Vorkommnissen in Frankreich gegen Ende des 2. Weltkrieges auskennt und "Saving Private Ryan" gesehen hat (auch Frank Miller), der weiß, daß er sich seinen Realismus besser woanders abholt... das kommt genauso hin wie bei Tarantino´s "Basterds", wobei man Tarntino immer seinen Sarkasmus zugute halten muß. Miller und Herodot sind beide unterhaltsam, aber es ist halt alles Geschichtenerzählerei. Leider haben wir ja wenige bis gar keine andere Quellen - aber gehn wir mal davon aus, daß Herodot sich nicht viel anders benahm, als die Hollywood das heute macht. Da ist irgendwo mal was passiert, wir wissen, wer ungefähr wo gegen wen gekämpft hat, und wer letzlich gewonnen hat, aber den Rest erfinden wir oder drehn ihn zurecht. Fünf gegen einen, sozusagen. Ich meine jetzt, 5 Indianer gegen einen Kavalleristen... Also einigen wir uns auf pubertäre Geschichte ? Thele is no business like shoh business (Mao Tse Tung )
gruselino 15.04.2010
Absolut überflüssiger Artikel! Was soll das? Ich erhoffe aus der Überschrift etwas über Xerxes zu erfahren-was folgt ist bla bla bla. Sind wir schon im Sommerloch oder ist es dem Autor endlich gelungen, seine Frustration über [...]
Zitat von sysopEin Sieg des Xerxes gegen die Griechen hätte wohl den Lauf der europäischen Geschichte verändert. Die Person des Königs ist von Hollywood-reifen Legenden umwoben. http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,686717,00.html
Absolut überflüssiger Artikel! Was soll das? Ich erhoffe aus der Überschrift etwas über Xerxes zu erfahren-was folgt ist bla bla bla. Sind wir schon im Sommerloch oder ist es dem Autor endlich gelungen, seine Frustration über "300" zu platzieren?
zeitnah 30.12.2010
Ja, das ist wohl wahr... "Europäern" wäre vieles erspart geblieben... zB. die Demokratie viel früher erlebt und müssten nicht 2000 Jahre danach noch immer im Mittelalter leben! :(
Zitat von sysopEin Sieg des Xerxes gegen die Griechen hätte wohl den Lauf der europäischen Geschichte verändert...
Ja, das ist wohl wahr... "Europäern" wäre vieles erspart geblieben... zB. die Demokratie viel früher erlebt und müssten nicht 2000 Jahre danach noch immer im Mittelalter leben! :(
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