Rheinländer Carl Schurz Flucht durch den Kanal

In Preußen als Aufrührer gejagt, in Amerika als Staatsmann und Vorbild gefeiert: der Rheinländer Carl Schurz.

Das Carl-Schurz-Denkmal in New York: Der Deutsche war von 1877-1881 amerikanischer Innenminister
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Das Carl-Schurz-Denkmal in New York: Der Deutsche war von 1877-1881 amerikanischer Innenminister

Von SPIEGEL-GESCHICHTE-Redakteurin


Zwischen 84. und 90. Straße am Ufer des East River in Manhattan erstreckt sich ein Prachtstück von Park, in dessen Mitte die Amtsvilla des Bürgermeisters von New York steht. Gegenüber, in nordwestlicher Richtung am Morningside Drive, Ecke 116. Straße West, überblickt ein hochgewachsener Herr in Bronze die Columbia Universität, den Flusslauf des Hudson und die Achtmillionenstadt Richtung Süden.

Der, dem sie das imposante Denkmal gesetzt haben, ist zugleich Namenspate der wunderschönen Grünanlage am östlichen Flussufer: Der feinste Teil Manhattans wird also symbolisch zur Rechten wie zur Linken von Carl Schurz behütet.

Ein Mann dieses Namens wurde im "Anzeiger für die politische Polizei Deutschlands" 1854 als "Anhänger des Terrorismus" und "sehr gefährlicher Revolutionsmann" gejagt. Es fällt nicht leicht zu glauben, dass er identisch mit jenem eingewanderten Amerikaner ist, den der große Schriftsteller Mark Twain bewunderte. "Seine untadelige Ehrenhaftigkeit, sein unerschütterlicher Patriotismus, seine große Intelligenz" hätten den Deutschen zum verlässlichen politischen Lotsen qualifiziert.

In Deutschland können heute nur die wenigsten mit dem Namen Carl Schurz (1829 bis 1906) etwas anfangen. Ein paar Dutzend Straßen tragen hierzulande seinen Namen, hier und da eine Schule, ein Carl-Schurz-Haus in Freiburg, eine Kaserne im fränkischen Hardheim, einige kaum gelesene Biografien. Als 1997 in Bad Vilbel eine ehemalige Residenz der US-Armee in ein Wohngebiet umgewandelt wurde, protestierten Anwohner gegen den Namen "Carl-Schurz-Siedlung": Der Mann habe doch im Amerikanischen Bürgerkrieg gegen die Schwarzen gekämpft - oder war er, wie ein Rathausmitarbeiter besänftigend meinte, im Widerstand gegen Hitler?

Schurz' Leben war in Deutschland bedroht

Das eine ist so falsch wie das andere. Carl Schurz wurde 1829 im rheinischen Liblar geboren und avancierte in der Revolution 1848/49 zum studentischen Freiheitskämpfer, er wurde gefangen genommen und konnte fliehen. Im Alter von 23 Jahren beschloss Schurz, wie er in seinen Erinnerungen schrieb, "die Vereinigten Staaten zu meiner bleibenden Heimat zu machen". Wie Tausende junge Europäer, denen in ihrer Heimat wegen radikaldemokratischer Bestrebungen Zuchthaus oder Todesstrafe drohten, fing er im gelobten Land der Freiheit ein neues Leben an.

Aufschluss über ihn geben vor allem seine Lebenserinnerungen. Der Autor, der auch als Journalist gearbeitet hat, schildert sich und seine Zeit mit klarem Bewusstsein, ohne Überheblichkeit: mit jenem Talent für politische Gewichtung, das ihn im Lauf seines Lebens zum gesuchten Ratgeber werden ließ, für einfache Mitbürger wie für Mächtige. Humorvoll und in klarer Sprache verbindet er die zeitgenössische Großreportage mit seiner persönlichen Bildungsgeschichte. Wer das liest, begreift, wie ein freiheitsliebender Normalbürger in die kriegerischen Auseinandersetzungen der Märzrevolution hineingerissen und zu einem ihrer kämpferischsten Vertreter werden konnte.

Geboren wurde er in der Burg der Grafen von Wolff Metternich, wo Großvater Schurz als Pächter arbeitete. Dieser Großvater, hochgewachsen und ein "Mann von großer Autorität unter dem Volke", muss ein begnadeter Erzähler gewesen sein. Carl liebte es, ihm zuzuhören, den Geschichten aus der Zeit Napoleons, die der Großvater noch selbst erlebt hatte.

Vater Schurz war Dorfschullehrer - und entschlossen, dass seine Kinder es einmal besser haben sollten. Das fing mit Bildung an. Carl marschierte, noch nicht zehn Jahre alt, zweimal wöchentlich anderthalb Stunden in die Stadt Brühl, wo er Klavier und Latein lernte. Aber der aufgeweckte Knabe spitzte auch die Ohren, wenn er "die gesellige Unterhaltung" in seiner Familie über "das, was in der Welt vorging" verfolgte. Da wurde in ihm "das Gefühl geweckt, dass wir in unserm kleinen Dorfe ein Teil einer großen Welt seien, deren Kämpfe uns angingen und unsere Aufmerksamkeit und Teilnahme verlangten".

"Ein auffallend schöner Mann"

Rheinländer Schurz: In Preußen als Anführer gejagt, in Amerika als Staatsmann und Vorbild gefeiert
Corbis

Rheinländer Schurz: In Preußen als Anführer gejagt, in Amerika als Staatsmann und Vorbild gefeiert

Zu Hause hörte Carl zum ersten Mal von Amerika sprechen, jenem "unermesslichen Lande jenseits des Ozeans, wo es nur freie Menschen gäbe, keine Könige, keine Grafen". Am Beispiel George Washingtons erklärte ihm sein Vater, "was ein Freiheitsheld sei".

Carl Schurz blieb immer dankbar für diese Allgemeinbildung im besten Sinne. Auch dafür, in Verhältnissen aufgewachsen zu sein, "die den Mangel nicht kannten, aber auch nicht den Überfluss" und so "keine Art von Luxus zum Bedürfnis werden ließen". Solche Erfahrungen erzeugten, wie er rückblickend analysiert, "ein sympathisches Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Armen und Niedrigen im Volk ... ohne das Streben nach höheren Zielen zu entmutigen".

Als Schurz 1847 begann, an der Bonner Universität Philologie und Geschichte zu studieren, verstanden sich besonders die Burschenschaften als Vorkämpfer für Freiheit und nationale Einheit; ihre Ideen und Parolen zogen den Jungen aus der Provinz in den Bann. Die Zusammenkünfte der Burschenschaft Frankonia lehrten den 18-Jährigen, seine Begabung im Schreiben und Formulieren einzusetzen. Eine Satire auf seine Kameraden im Stil von Auerbachs Kellerszene aus dem "Faust" machte aus dem "befangenen Landjungen" auf einen Schlag "eine sehr respektierte Person".

Schon im Wintersemester 1847/48 begegnete Schurz dem Mann, der für sein politisches wie persönliches Leben schicksalhaft werden sollte. Gottfried Kinkel, Professor für Kunst- und Literaturgeschichte, war ein mitreißendes Vorbild und mit Gaben gesegnet, die seine Studenten weit über den Inhalt seiner Vorlesungen hinaus begeisterten. Abgesehen davon, dass er laut Schurz "ein auffallend schöner Mann" war, verlieh seine Stimme - "zugleich stark und weich, hoch und tief, gewaltig und rührend in ihren Tönen" - seinem Vortrag eine Qualität, der zuzuhören "ein musikalischer Genuss und ein intellektueller zugleich" war. Dieser Tausendsassa lehrte Schurz die Kunst des Redens und lud ihn zu sich nach Hause ein.

Bürgerwehren sollen nachts für Ruhe und Ordnung sorgen

In den politischen Debatten des Kinkel-Kreises hörte der Student "manches klar ausgesprochen, was mir bis dahin nur mehr oder minder nebelhaft vorgeschwebt hatte". Er begriff, wie es zur tiefen Enttäuschung über die preußische Politik und Führung kommen konnte, die Voraussetzung für die Aufstände war. Preußens König Friedrich Wilhelm IV. habe die Periode "tiefster Entwürdigung" der Deutschen, die dem Sieg von 1813 über Napoleon folgte, bald nach seiner Thronbesteigung von 1840 fortgesetzt. "Er besaß den Ehrgeiz, etwas Besonderes tun zu wollen, um seinen Namen in der Weltgeschichte zu zeichnen. Aber während er sich und das Volk über allerlei Projekte unterhielt, wollte er doch im Wesentlichen alles beim Alten lassen."

Selbstkritisch zeigt der Chronist, wie unvorbereitet jene waren, die schon bald auf den Barrikaden stehen sollten. Man habe sich "von allem, was in der politischen Welt vorging, wohl unterrichtet", wenn auch "wir jungen Leute über das, was praktisch zu tun sei, nicht besonders klare Rechenschaft zu geben wussten". Der ehemalige Verbindungsstudent erkennt auch, dass die nationale Begeisterung bei etlichen Kommilitonen nicht selten "in eine töricht-übertriebene Deutschtümelei ausartete" - es spricht der spätere Verfassungspatriot.

An einem Sonntag Ende Februar 1848 arbeitet Carl Schurz in seinem Dachzimmer, da stürmt ein Freund herein und berichtet, dass die Franzosen ihren König fortgejagt und die Republik ausgerufen hätten. Revolution! "Wir sprangen die Treppe hinunter, auf die Straße. Wohin nun? Nach dem Marktplatz. Der Markt wimmelte von Studenten, alle, wie es schien, von demselben Instinkt getrieben. Sie standen in Gruppen zusammen und sprachen eifrig; kein Geschrei, nur aufgeregtes Gerede."

An einen geregelten Studienbetrieb ist jedenfalls nicht mehr zu denken. Es gibt Wichtigeres zu tun. Den Aufruf des Bonner Bürgermeisters, Bürgerwehren aufzustellen, die nachts für Ruhe und Ordnung sorgen sollten, machen sich die Studenten gern zu eigen. Obwohl die öffentliche Sicherheit in jenen Wochen noch "in keiner Weise bedroht" ist, frotzelt Schurz, bewaffnet man sich mit Schlägern, "deren eiserne Scheiden man nach Kräften auf dem Pflaster rasseln" lässt. Harmlose Bürger werden "in pomphaften Redensarten aufgefordert, auseinander zu gehen ... oder uns auf die Wachstube zu begleiten und ein Glas mit uns zu trinken".

So landet Schurz in der Festung Rastatt

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Mit allem Ernst werden dagegen die Forderungen der Demokraten wie freie Rede, freie Presse, Versammlungsrecht, Ständevertretung und vieles mehr verfochten. Professor Kinkel hält zwar noch Vorlesungen ab, aber er gründet auch den "Demokratischen Klub" und übernimmt die Redaktion der "Bonner Zeitung", wo die Wortführer der Freiheitsbewegung agitieren. An einen Freund schreibt Schurz, sie seien "samt und sonders geschworene Republikaner". Dass sie dabei "alles mit Maß und Überlegung" anpacken, wie er zugleich versichert, ist im Strudel der Ereignisse bald nicht mehr einzuhalten.

Nachdem Friedrich Wilhelm IV. die Paulskirchen-Wahl zum "Kaiser der Deutschen" im April 1849 endgültig abgelehnt hat und das Projekt einer konstitutionellen Monarchie gescheitert ist, schließen sich Schurz und Kinkel den Aufständischen an, die die erste deutsche Verfassung mit der Waffe verteidigen wollen.

Der junge Barrikadenkämpfer muss jedoch rasch erkennen, dass nur die wenigsten Anhänger von Freiheit und Einheit bereit sind, dafür "Gut und Blut, Leib und Leben zu opfern", wie sie zuvor gelobt haben. So scheitert der Plan, aus dem Zeughaus von Siegburg bei Bonn Waffen und Munition zu erbeuten, kläglich: "Vor einer Handvoll Soldaten", bilanziert Schurz bitter, "war unsere mehr als dreimal so starke Schar ohne einen Schuss zu feuern auseinandergelaufen."

Mittlerweile zum Oberleutnant ernannt, landet Schurz im Juli schließlich in der Festung Rastatt, die von den Preußen eingenommen wird. Während er seiner Erschießung harrt, kommt ihm "wie ein Lichtblitz" die Erinnerung an einen Abwasserkanal, der innerhalb der Stadt beginnt und außerhalb endet.

Abenteurergeist und politischer Willen

Die Flucht hätte abenteuerlicher kaum verlaufen können. Der Kanal füllt sich mit Regenwasser, die Uniform ist durchnässt, der Proviant aufgezehrt, und an beiden Ausgängen der geklinkerten Röhre stehen feindliche Soldaten. Vier Tage und Nächte verstecken sich Schurz und zwei Kameraden, dann endlich schlüpfen sie durch die preußischen Wachposten und setzen mit einem Kahn über den Rhein ans französische Ufer. Schurz' erstes Bedürfnis in Freiheit ist es, "einmal laut zu schreien, und so schrien wir nach Herzenslust".

Professor Kinkel ist inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt, aber sein treuer Student schmiedet auch für ihn einen tollkühnen Fluchtplan. Nach fast einem ganzen Jahr Vorbereitung hangelt sich in einer stillen Nacht der schwere Mann an einem Seil aus einer fast 20 Meter hoch gelegenen Dachluke des Spandauer Zuchthauses auf die Straße hinab. Seine Kerkermeister zechen derweil bei einer von den Fluchthelfern besonders großzügig alkoholisierten Bowle.

Die Wandlung vom besonnenen Rhetoriker und Salonrevoluzzer zum Freischärler und Frontkämpfer, der für die "so große, so gerechte, so heilige Sache" (Schurz) sein Leben riskierte, vollzog sich innerhalb weniger Wochen.

Der während der deutschen Revolution noch kaum erwachsene Schurz, der im Amerikanischen Bürgerkrieg eine gute Dekade später vom US-Senat zum Brigadegeneral ernannt werden sollte, zeigte in seinen Schilderungen der Gefechte in Baden und der Pfalz unverhohlene Freude am Kampf: "Die Preußen hatten uns gestern eine hübsche Anzahl Granaten in die Stadt geworfen", schrieb der Reporter im Sommer 1849; schlug eine Bombe ein, "so warfen wir uns wie niedergedonnert auf den Boden, ließen sie ruhig austoben und erhoben uns so gesund, wie wir uns niedergelegt hatten, während die Splitter der Bombe zischend durch die Luft stoben".

Vielleicht war es diese ungewöhnliche Verbindung aus Abenteurergeist und politischem Willen, die den Mann aus dem Rheinland so geeignet machte für das Land, in dem Pioniere und Glücksritter so geachtet werden wie große Politiker und Staatsmänner.

"Wo die Freiheit ist, da ist das Vaterland"

Der Tag seiner Ankunft in New York, der 17. September 1852, war ein strahlender Tag. Die Schiffsreisenden, die nach vier Wochen Wasser, Wind und Wolken an den Ufern von Staten Island vorrübersegelten, genossen den Anblick der Bucht von Manhattan und der sie umgebenden Inseln, die "in sonniger Pracht" dalagen. "Es war uns", erinnerte sich Carl Schurz, "als wenn wir durch dieses glänzende Tor in eine Welt von Glück und Frieden einführen."

Er hatte sich vorgenommen, "alles von der günstigsten Seite zu betrachten". Der 23-Jährige hatte Grund zur Zuversicht. Das "elastische rheinische Blut", das er sich attestierte, hatte ihm schon durch ganz andere Fährnisse geholfen. Und Amerika, das wusste er seit seinen Kindertagen, verkörperte all das, wovon sie als junge Revolutionäre geträumt hatten - beim Versuch, aus Deutschland einen demokratisch verfassten Nationalstaat zu machen.

Für den Exilanten aus Liblar wurde der Traum vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten wahr: Präsident Abraham Lincoln, den Schurz im Kampf gegen die Sklaverei unterstützt hatte, ernannte ihn zu seinem Botschafter in Spanien. Dann gründete und leitete der Einwanderer Zeitungen, wurde Senator, kämpfte gegen Korruption, reformierte den Öffentlichen Dienst und liberalisierte die Indianerpolitik. In seinen späten Jahren wandte er sich gegen imperialistische Tendenzen der US-Außenpolitik - schließlich wusste er seit seinen Studentenzeiten, wie leicht die Begeisterung für die eigene Nation in beschränkten Nationalismus umschlagen kann. Mit 48 Jahren brachte es der aus Deutschland geflohene Revolutionär 1877 sogar zum Innenminister der USA.

Wenn man ihn fragte, wo seine Heimat sei, pflegte Carl Schurz zu antworten: "Ubi libertas, ibi patria" - wo die Freiheit ist, da ist das Vaterland.

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insgesamt 15 Beiträge
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Peter Boots 15.06.2014
1. Hier in den US gibt es keinen 'Innenminister'
Das sollte der liebe Spiegel doch schon wissen: die US haben keinen Inneminister. Der Secretary of the Interior ist verantwortlich fuer den Grossteil der sehr grossen Gebiete die nicht in privat oder staatlicher (Staaten wie New York z.B.) Hand sind -- sie werden 'federal land' genannt, und sind fast 30% der US. The Department of the Interior ist fuer Mineral und Wasserrechte auf diesen Gebieten, dazu Erhaltung der Fauna. Manches Land wird an Farmer verpachtet, viel wird naturbelassen. Die National Parks werden auch vom Department of the Interior verwaltet. Zudem gehoert das Department of Indian Affairs (eine immer noch etwas schaebige Behoerde) dazu. Die Landwirtschaft selber wird wie in anderen Laendern von einem Landwirtschaft Minister uebersehen.
Dengar 15.06.2014
2. Oha!
Ich hab gerade eben im NSA-Thread diesen Post abgesetzt: " Wenn die Amerikaner von "Terroristen" reden, bin ich schon vorsichtig...Zur falschen Zeit am falschen Ort - und, schwupps, ist man dabei." --- Anscheinend kann man die Nationalität beliebig austauschen, irgendwo auf der Welt ist man IMMER ein Terrorist...:-(
HWGerlacher 15.06.2014
3.
Trotzdem Innenminister, genau wie der Secretary of State Außenminister genannt wird.
spon-facebook-1425926487 15.06.2014
4. optional
Es gab nie einen Kampf gegen die Sklaverei, wie es immer wieder so gerne in den linken Medien dargestellt wird. Der Norden war zum größten Teil genau so rassistisch wie der Süden und die aufgestellten Schwarzen-Bataillone durften lange nicht mal im Kampf eingesetzt werden. Erst, als die kampfeswilligen weißen Soldaten zur Neige gingen, waren ihnen die Farbigen gut genug für den Kriegseinsatz. Das Ende der Sklaverei war nie ein erklärtes Kriegsziel, sondern die Separation der USA zu verhindern. Alles andere war nur Mittel zum Zweck. 100 Jahre später, zur Zeit des II. Wk, war die Situation der Schwarzen in USA noch lange nicht so, dass man von einer Gleichberechtigung oder einem Ende der Diskriminierungen hätte sprechen können. Das Wahlrecht erhielten sie erst 1965. 20 Jahre, nachdem die USA gegen die rassistischen Nazis gekämpft hatten.
plutinowski 15.06.2014
5. Briefmarke
Abgebildet ist keine amerikanische Briefmarke, sondern eine der Deutschen Bundespost. Auch den 100. Jahrestag der Ankunft von Carl Schurz in Amerika hat die Bundespost 1952 übrigens mit einer Sonderbriefmarke gewürdigt.
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© SPIEGEL Geschichte 3/2014
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