Das Weltreich: Herren der Meere

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Englands größter Seeheld: Lord Nelson begründet das Britsche Empire Fotos
Corbis

In der Schlacht von Trafalgar rettete Lord Nelson England vor Napoleon. Mit dem Triumph begann das britische Jahrhundert.

Horatio Nelson stand am Mittag des 21. Oktober 1805 dort, wo der Kommandeur einer Flotte während einer Schlacht zu stehen hatte: auf dem Quarterdeck des britischen Flaggschiffs "Victory".

Die See rundherum spritzte von den Kanonenkugeln auf. Rauchwolken verhüllten die Schiffe; aus ihnen heraus blitzte das Mündungsfeuer der Geschütze. Die Mannschaften der britischen wie der französischen und spanischen Kriegsschiffe schossen aus allen Rohren.

Ein französischer Kanonier hatte das Steuerrad der "Victory" und den Tisch mit den Navigationsgeräten in Stücke zerlegt. Das mit 104 Kanonen bewaffnete britische Flaggschiff lag neben der französischen "Redoutable" - der Name bedeutet "furchterregend". Eine Breitseite nach der anderen jagte die Besatzung der "Victory" in den Bauch des französischen Schiffes. Von dort feuerten Soldaten mit ihren Gewehren auf das Oberdeck der "Victory".

Besonders gefährlich für die Briten waren die Musketiere, die aus den Mastkörben schossen und Granaten warfen. Ein Scharfschütze legte an und traf aus gut 20 Meter Entfernung Nelson in die Schulter. Die Wucht der Bleikugel warf den Vizeadmiral auf die Knie.

Nelson stürzte genau an jener Stelle auf die Planken, an der Minuten zuvor sein Sekretär von einer Kanonenkugel zerfetzt worden war. Das Blut des Toten färbte Nelsons weiße Bundhose und die blaue Jacke rot. Thomas Hardy, der Kapitän der "Victory", der ein paar Schritte vor Nelson gegangen war, rief entsetzt: "Ich hoffe, dass Sie nicht schwer verletzt sind." Nelson antwortete: "Ich glaube, sie haben es schließlich doch geschafft."

Kapitän Hardy befahl einem Sergeant der Royal Marines und zwei Seemännern, den Kommandeur in das Lazarett zu tragen, das im hinteren Teil der "Victory" unter der Wasserlinie eingerichtet war. Die Schlacht vor dem Kap Trafalgar nahm ohne den Befehlshaber der britischen Flotte ihren Lauf.

Die Kapitäne der 27 britischen Linienschiffe - so genannt, weil die Schiffe im Gefecht hintereinander in Kiellinie segelten - wussten, was sie zu tun hatten. Unweit von Cádiz setzten sie den Angriff auf die 33 französischen und spanischen Schiffe der "Vereinigten Flotte" fort, so wie ihn Nelson geplant hatte. Am Ende des Tages hatten die Briten 17 feindliche Schiffe erobert.

Der Kampf am Kap Trafalgar war die letzte große Seeschlacht in den Napoleonischen Kriegen. Die britischen Inseln waren damit vor der drohenden Invasion der Franzosen gerettet. Zugleich war es die letzte große Schlacht der Segelschiffära zwischen zwei Flotten. Vor der Küste Andalusiens gelang es den Briten, die uneingeschränkte Herrschaft über die Weltmeere zu erringen.

"Britannia rule the waves"

"Britannia rule the waves. Britons never, never, never shall be slaves." Das Lied aus einem Theaterstück des Jahres 1740 wurde zur inoffiziellen Nationalhymne. Die Hegemonie auf See ermöglichte es den Briten, ihr einzigartiges Imperium weiter auszubauen und zu erhalten. Das 19. Jahrhundert wurde zum britischen Jahrhundert.

Dabei hatten die Briten gut 20 Jahre vor der Schlacht von Trafalgar eine folgenschwere Niederlage hinnehmen müssen: den Verlust der 13 Kolonien in Nordamerika. Die ewigen Rivalen, die Franzosen, hatten sich schnell mit den abtrünnigen Nordamerikanern verbündet, und ihre Flotte hatte auch zu deren Sieg im Unabhängigkeitskrieg beigetragen.

Anschließend versuchten die Franzosen, ihre Position in der Karibik auf Kosten der Briten auszubauen. Im April 1782 liefen 150 französische Truppentransporter und 30 Kriegsschiffe von Martinique aus, um die britische Kolonie Jamaika zu erobern. Geführt unter anderem von Nelsons späterem Mentor Admiral Samuel Hood, konnte die Flotte der Royal Navy jedoch bei den Iles des Saintes die Linie der feindlichen Kriegsschiffe durchbrechen und die Franzosen in die Flucht schlagen.

Der Sieg verhalf den Briten dazu, dass sie ihre karibischen Besitzungen halten und vor allem die lukrativen Zuckerplantagen weiterbetreiben konnten. Diese mit Sklaven bewirtschafteten, hochprofitablen Unternehmen lieferten dem Vereinigten Königreich einen beachtlichen Teil der finanziellen Ressourcen, die zum Unterhalt der Flotte nötig waren.

Panorama-Foto

Die Königliche Marine hatte nach zum Teil ernüchternden Erfahrungen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ihr Signalwesen reformiert und ihre Schiffe modernisiert. Pieter van der Merwe, Kurator im National Maritime Museum in Greenwich, urteilt über den damaligen Zustand der Royal Navy: "Sie war bereit loszuschlagen."

Die "Victory", Nelsons Flaggschiff, befindet sich heute in Portsmouth an der englischen Südküste in einem Marinestützpunkt. Der Koloss aus Eichenholz, der in einem Trockendock liegt, fällt durch seine breiten, leuchtend gelben Streifen auf, die Nelson an die Bordwand malen ließ. Für Engländer ist das Schiff Symbol und Relikt vergangener Größe; rund 350.000 Menschen besichtigen den Dreimaster jedes Jahr.

Nur gut ein Fünftel des 1765 in der Marinewerft von Chatham vom Stapel gelaufenen 69 Meter langen und 16 Meter breiten Schiffes ist noch im ursprünglichen Zustand, alles andere musste im Lauf der Zeit ausgetauscht werden. Schwere Schäden verursachte 1941 eine zwischen der Wand des Trockendocks und dem Rumpf explodierende Bombe der deutschen Luftwaffe.

Das Erste, was im Inneren der "Victory" auffällt, ist die geringe Höhe der Räume. Auf den dunklen Kanonendecks, auf deren unterem zu Nelsons Zeiten rund 420 Seemänner und Soldaten in Hängematten kampierten, kann man sich nur mit eingezogenem Kopf fortbewegen.

Mehr als die Hälfte der "Victory"-Besatzung, die bei Trafalgar kämpfte, war gegen ihren Willen an Bord. Sogenannte "press gangs" hatten die Seeleute in Hafenstädten dazu gebracht, sich zur Royal Navy zu melden. Das geschah mal mehr, häufig weniger freiwillig.

Die Ausstattung des Schiffes spiegelt die englische Klassengesellschaft des 18. Jahrhunderts wider: Während sich Hunderte Seemänner einen Abort im Freien teilen mussten, verfügte Lord Nelson selbstverständlich über sein privates Nachtgeschirr.

Nelson umgab die Aura des Siegers

Um den zehn Meter langen Esstisch versammelte Nelson Ende September 1805, nachdem er von einem Urlaub in England zurückgekehrt war, die Kapitäne seiner Flotte. "Ich glaube, meine Ankunft war nicht nur dem Flottenkommandeur sehr willkommen, sondern auch jedem einzelnen Individuum", schrieb er an seine Geliebte Emma Hamilton.

Auf den ersten Blick wirkte der 1,68 Meter große Nelson, der stets Imitate seiner Orden auf der Jacke trug, wie ein schrulliger, eitler Mann, doch er hatte Charisma und war bei Offizieren und Mannschaften gleichermaßen beliebt. Und seit er die Franzosen und die Dänen mit kühnen Attacken geschlagen hatte, umgab ihn die Aura des Siegers.

In seiner Kabine erläuterte er den Kapitänen, wie er über die Vereinigte Flotte der Franzosen und Spanier triumphieren wollte. Die taktische Doktrin jener Zeit sah vor, eine Linie von Schiffen neben der Linie der feindlichen Schiffe zu versammeln, um dann Breitseiten abzufeuern. Beliebt war es auch, feindliche Linien zu durchstoßen und Schiffe von beiden Seiten in die Zange zu nehmen.

Doch Nelson wollte es diesmal ganz anders machen: Zwei Schiffskolonnen sollten parallel, mehrere hundert Meter voneinander entfernt, im 90-Grad-Winkel auf die feindliche Linie zufahren und die Vereinigte Flotte dreiteilen.

Als der Kommandeur seinen Kapitänen diesen "Nelson Touch" erläuterte, "war das wie ein elektrischer Schock", berichtete er danach. "Einige vergossen Tränen, alle stimmten zu, da es neu, einzigartig und einfach war."

Damit die revolutionäre Taktik angewendet werden konnte, musste der Feind allerdings den schützenden Hafen von Cádiz verlassen. Dafür sorgte - ohne es zu wollen - Kaiser Napoleon. Er hatte Vizeadmiral Pierre de Villeneuve befohlen, nach Neapel zu segeln, sich aber dann entschlossen, den glücklosen Flottenkommandeur abzusetzen. Als Villeneuve davon Wind bekam, befahl er seinen Kapitänen sofort, ihre Schiffe startklar zu machen. Nur so, dachte er, könne er seiner Ablösung entgehen.

Am frühen Morgen des 19. Oktober 1805 segelten die Schiffe der Vereinigten Flotte aus dem Hafen von Cádiz. Zwei Stunden später wusste Nelson Bescheid. Er lag mit dem Großteil der britischen Flotte 50 Meilen entfernt und gab sofort das Signal: "Allgemeine Verfolgung, Südost."

"England erwartet, dass jeder Mann seine Pflicht erfüllt"

Als die Masten der spanischen und französischen Schiffe in Sicht kamen, formierten sich die britischen Schiffe in zwei Kolonnen, in denen sie auf die Feinde zusegelten. Vizeadmiral Villeneuve befahl den französischen und spanischen Kapitänen zu wenden, bis sieben Linienschiffe in der vorderen Abteilung fuhren, sieben unter Villeneuves Kommando in der Mitte, sieben am Schluss und zwölf als Reserve zur Verfügung standen. Es dauerte eine ganze Weile, dann hatten sie sich in Form einer Sichel aufgereiht.

Da der Wind schwach war, machten die britischen Schiffe nur anderthalb Knoten. Um 11.40 Uhr ließ Nelson das Signal setzen: "England erwartet, dass jeder Mann seine Pflicht erfüllt." Kurz darauf befahl er: "Engage the enemy more closely!" - ran an den Feind!

Zunächst kam die britische "Royal Sovereign", die mit Vizeadmiral Cuthbert Collingwood an Bord die südliche Kolonne anführte, unter Feuer der französischen "Fougueux". Die ließ aus 37 Kanonen eine Breitseite auf das britische Schiff los, es folgte die spanische "Santa Ana" mit einer Kanonade aus 56 Geschützen.

Für die britischen Angreifer begann die schwierigste Phase. Die feindlichen Schiffe feuerten unbehelligt Breitseiten ab, ohne dass die Briten sich wehren konnten. Ihnen blieb nur die Hoffnung, dass die Franzosen und Spanier nicht treffen würden und sie selbst einigermaßen aktionsfähig deren Linie erreichen und dann das Feuer eröffnen könnten.

Zum Glück für die Briten schossen die französischen und spanischen Kanoniere zunächst ungenau und hatten aufgrund der anschwellenden Dünung große Probleme, überhaupt zu treffen. Obwohl zuletzt sieben feindliche Schiffe auf die "Royal Sovereign" feuerten, konnte der mit 100 Kanonen bestückte Kriegssegler um 12.11 Uhr eine erste Breitseite in das Heck der spanischen "Santa Ana" jagen.

Schnell entwickelte sich die für Seeschlachten des Segelzeitalters typische, "Mêlée" (Gewühl) genannte Situation, ein Nahkampf zwischen den feuerstarken Schiffen. Das Ziel war dabei nicht, feindliche Schiffe zu versenken - das war bei hölzernen Schiffen nicht so leicht möglich; zudem waren die Schiffe zu wertvoll, um sie auf den Meeresgrund zu schicken. Es ging darum, feindliche Schiffe zu erbeuten und der eigenen Flotte einzuverleiben.

Die Mannschaften versuchten, die Besatzungen der gegnerischen Schiffe so lange durch Beschuss zu dezimieren, bis diese sich ergaben, die Flagge ihres Landes einholten und die des Feindes hissten. Notfalls musste geentert und das Schiff im Kampf Mann gegen Mann erobert werden. Oft betrug der Abstand zwischen den Schiffen nur wenige Meter, oder sie lagen direkt aneinander. Seeschlachten waren ein blutiges Gemetzel.

Alle Schiffe zusammen hatten 4780 Kanonen an Bord

Bei Trafalgar hatten alle Schiffe zusammen 4780 Kanonen an Bord, mit einer Feuerkraft, wie sie bei Schlachten zu Lande nicht annähernd zum Einsatz kam. Entsprechend Nelsons Plan hatten die Briten dort, wo sie die feindliche Linie durchbrachen, eine Überzahl an Schiffen. Außerdem waren die britischen Mannschaften an ihren Geschützen wesentlich geübter und schneller. Die besten der mindestens sechs Mann starken Kanonen-Crews konnten etwa einmal pro Minute schießen. Die Franzosen und Spanier brauchten fürs Nachladen mindestens doppelt so lange.

Dennoch waren auf der "Victory" bereits 20 Mann gefallen und 30 verwundet, bevor die Mannschaft den ersten Schuss abgeben konnte. Dann feuerte sie eine volle Breitseite auf die "Bucentaure", das Flaggschiff von Vizeadmiral Villeneuve. Kurz darauf wurde die "Victory" von der "Redoutable" attackiert. Die auf ihr stationierten Soldaten versuchten, die "Victory" zu entern. Erst die britische "Temeraire" half, die "Redoutable" in die Zange zu nehmen, und rettete Nelsons Flaggschiff.

Der Kommandeur lag unter Deck auf einer Matratze. Um ihn herum stöhnten und schrien die Verwundeten. Nelson war bleich und atmete flach. "Doktor", sagte er, "es ist alles vorbei." Immer wieder rief er nach Thomas Hardy, dem Kapitän der "Victory". Als der endlich kam, fragte er: "Nun, Hardy, wie läuft die Schlacht?" "Sehr gut, mein Herr", antwortete Hardy. "Wir haben 12 oder 14 feindliche Schiffe in unserem Besitz."

Es war kurz nach 16 Uhr, als Kapitän Hardy ein zweites Mal ins Schiffslazarett der "Victory" hinabstieg. "Kümmert euch um meine arme Lady Hamilton", bat ihn Nelson. Dann sagte er: "Kiss me, Hardy!" Der Kapitän küsste den sterbenden Kommandeur auf Wange und Stirn. Nelson murmelte noch ein paarmal: "Gott sei Dank habe ich meine Pflicht erfüllt."

Etwa eine Dreiviertelstunde nach Nelsons Tod, um 17.15 Uhr, endete die Schlacht von Trafalgar. Die schreckliche Bilanz: 2458 Spanier und Franzosen waren getötet, 2781 verwundet, 2696 ertrunken. Von den Briten verloren 458 ihr Leben, 1208 wurden verwundet.

Napoleon, der die britischen Inseln hatte erobern wollen, musste sich mangels Schiffen eine Invasion aus dem Kopf schlagen. Die Franzosen konnten die verlorenen Schiffe teils ersetzen, aber ihre Kriegsflotte erreichte nie mehr eine für die Briten gefährliche Größe. Die Spanier schafften es in der Folgezeit nicht mehr, eine große Flotte aufzubauen. Die Niederlage bei Trafalgar trug wesentlich dazu bei, dass sie ihre Kolonien in Südamerika verloren.

Erst 111 Jahre nach dem Triumph von Trafalgar forderte eine feindliche Flotte die Royal Navy wieder heraus, die Hochseeflotte des deutschen Kaiserreichs. In der Seeschlacht vor dem Skagerrak, im Frühjahr 1916, konnte keine der beiden Seiten einen Sieg erringen.

Die Briten dehnten ihr Reich aus, bis es ein Viertel der Erde umfasste

Die Schlacht von Trafalgar stärkte die britische Doktrin, die Pieter van der Merwe vom National Maritime Museum so formuliert: "Wer die See beherrscht, dominiert den globalen Handel. Wer den globalen Handel dominiert, der beherrscht die Welt."

In den Jahren nach dem Sieg vor der Küste Andalusiens konnten die Briten mit ihren trotz der Kriegslasten steigenden Handelserträgen und Steuereinnahmen die Koalitionen gegen Napoleon finanzieren, bis sie mit den Preußen und anderen die Franzosen im Juni 1815 bei Waterloo endgültig besiegten.

Nun ließ sich das Projekt eines "Zweiten Empire" vorantreiben. Zwar war ein Teil von Nordamerika für die Briten verloren, doch es blieb ihnen Kanada; Australien und Neuseeland kamen hinzu. Wirtschaftlich mindestens ebenso bedeutend war die Ausdehnung der Besitzungen in Afrika und Asien: Südafrika, Singapur, Hongkong. Die East India Company erweiterte und stabilisierte ihre Herrschaft über den indischen Subkontinent, bis die Krone die Besitzungen übernahm.

Dank ihrer unangefochtenen Überlegenheit auf See konnten die Engländer nach Belieben "Kanonenbootpolitik" betreiben. Wann immer Herrscher oder Völker sich ihnen widersetzten, zwangen sie diesen notfalls ihren Willen auf - mit der Macht der Royal Navy. Die Briten konnten ihr Reich so weit ausdehnen, bis es ein Viertel der Erde umfasste. Bis zum Ersten Weltkrieg herrschte eine Periode relativen Friedens: die "Pax Britannica", so genannt in Anlehnung an die "Pax Romana", die Dominanz der Römer im 1. Jahrhundert. Die Briten setzten den Freihandel durch und legten den Grundstein dafür, dass Englisch zur Weltsprache wurde.

Am Morgen nach der Schlacht von Trafalgar setzte ein heftiger Sturm ein, wie ihn viele der Seeleute noch nie erlebt hatten. Sie sprachen später von einem Orkan. Von den 17 eroberten Schiffen sanken 9.

Nelsons Leiche ließ Kapitän Hardy in ein Fass legen und in Brandy konservieren. Die ramponierte "Victory" brauchte sieben Tage, um nach Gibraltar zu gelangen. Die Nachricht vom großen Sieg und vom Tod Nelsons erreichte die Admiralität in London erst 16 Tage nach der Schlacht.

Nelson hatte den erfolgreichen Plan entworfen und war in der Schlacht gefallen. Konnte es einen größeren Helden geben? König George III. ordnete an, dass Nelson "mit den militärischen Ehren begraben wird, nach denen die Genialität seines Sieges zu rufen scheint".

Am 8. Januar 1806, als der Sarg auf der Themse von Greenwich nach Whitehall in den Sitz der Admiralität überführt wurde, war der Fluss schwarz vor Schiffen. Am Tag darauf führte Kapitän Hardy den Trauerzug zur St Paul's Cathedral an. Das Begräbnis war feierlich, und es dauerte vier Stunden, bis der Held in der Krypta unter der großen Kuppel seine letzte Ruhe fand.

Die Engländer trugen schwarze Schals und Hüte mit seinem Namen darauf und dankten auf Transparenten dem "dear departed hero". Die Schriftstellerin Lady Elizabeth Foster stellte fest: "Nelson war der einzige Mensch, den ich erlebt habe, der bei den Engländern wirkliche Begeisterung hervorgerufen hat."

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insgesamt 44 Beiträge
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    Seite 1    
1. Britische Marine
Layer_8 31.01.2013
Zitat von sysopIn der Schlacht von Trafalgar rettete Lord Nelson England vor Napoleon. Mit dem Triumph begann das britische Jahrhundert. http://www.spiegel.degeschichte/durch-den-sieg-bei-trafalgar-stieg-grossbritannien-zur-weltmacht-auf-a-880499.html
"Rum, Sodomy and the Lash" Sagte Churchill...
2. Die Schlacht von Coronel (Chile) im November 1914
albert-friedrich 31.01.2013
Die britische Flotte wurde von Teilen des deutschen Ostasiengesschwaders bei Coronel vor der chilenischen Küste bereits 2 Jahre vor 1916 angegriffen, also schon 109 Jahre nach Trafalgar. Diese britische Niederlage des Geschwaders von Admiral Craddock war die erste seit 1805 und führte dann etwas später zur verlustreichen Schlacht bei den Falkland Inseln am 8. Dezember 1914 .
3. Ob der Autor etwas mißverstanden hat
EchoRomeo 31.01.2013
Der Vorteil der Nelson-Taktik bestand darin, daß seine Schiffe den gegnerischen Schiffe neim Zusammentreffen nicht nur eine Breitseite entgegensetzen konnten, sondern beim Durchschneiden der feinlichen Linien beide Breitseiten an den Feind bringen konnten. Daduruch wurde die Feuerkraft seiner Flotte fast verdoppelt. In einem Liniengefecht - vor Nelson - konnte ja nur eine Schiffsseite auf den Gegner gerichtet sein. Bei seinem Flaggschiff machte der Unterschied immerhin 52 schwere Geschütze, also die Feuerkraft einer zweiten HMS Victory aus.
4. schlecht recherchiert
bombi_22 31.01.2013
Kann der Autor Geschichte? Klare Antwort: Geht so. Die letzte große Schlacht ausschließlich unter Segeln war Navarino 1827 und nicht Trafalgar. Obwohl von den Briten gerne zum heroischen Sieg gegen eine überlegene Flotte hochstilisiert, sah die Wahrheit über Trafalgar ganz anders aus: Verbrauchte, demoralisierte und von Krankheit dezimierte Besatzungen in der franz.-spanischen Flotte; Spannungen zwischen den Verbündeten (Admiral Villeneuve und dem Spanier Gravina); Erschreckende Ausbildungsdefizite bei den Mannschaften bis hin zur totalen Inkompetenz der Offiziere auf franz.-spanischer Seite. Überraschend ist eher, wie gut und tapfer sich einzelne Schiffe der Franzosen und Spanier schlugen bevor sie folgerichtig überwältigt wurden (Redoutable, Santissima Trinidad etc.) Villeneuve suchte (richtig beschrieben) die Schlacht, weil ihn Napoleon der Feigheit bezichtigt hatte, und die Absetzungsorder unterwegs war. Mutig und strategisch sinnvoller wäre gewesen, die Schlacht nicht anzunehmen und die Flotte zur Auffrischung in den Hafen zu führen. Die Franzosen waren in einer ähnlichen Lage wie heute die Terroristen: „They had to get lucky once“, d.h. Präsenz einer französischen Flotte im Kanal bei Absenz oder zahlenmäßiger Unterlegenheit der Royal Navy für lange genug, um eine französische Armee von ca. 50.000 Mann auf der Insel zu landen. Im Zeitalter der Abhängigkeit von Wind hätte sich eine Chance früher oder später geboten. Nach Trafalgar war diese Chance auf immer verspielt.
5. Was hat Nelson entschieden?
otto_lustig 31.01.2013
Nichts! Die Engländer sind zwar anderer Meinung, aber glauben auch, dass Wellington für den Sieg bei Waterloo verantwortlich war. Der Krieg gegen Napoleon wurde auf dem Festland entschieden. Die Beteiligung englischer Soldaten dort war gering. Die Engländer haben da zwar finanzielle Unterstützung geleistet, aber im Gegenzug einen Teil der russischen Flotte als Pfand verlangt und bekommen. Napoleons Invasion in England ist nicht deshalb gescheitert, weil Nelson die französische Flotte vernichtet hat, sondern weil eine Invasion aufgrund der Verhältnisse von vornherein unmöglich war und weil die Österreicher Frankreich angegriffen haben. Wellingtons Truppen bestanden zu einem großen Teil aus deutschen Soldaten, nämlich der Kings German Legion. In der Völkerschlacht bei Leipzig lag der Anteil der britischen Soldaten, insgesamt etwa 500.000 Soldaten waren auf beiden Seiten in der Schlacht, bei etwas mehr als 100 Soldaten. Die Kings German Legion kämpfte auch bei Waterloo und stellte einen großen Teil der "britischen" Truppen. Europa wurde damals von Russland gerettet. Der "kalte Krieg" ist zu Ende. Später stießen die Preußen dazu und dann die Österreicher.
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