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Inquisition im Mittelalter: "Tötet sie alle!"

Von SPIEGEL-GESCHICHTE-Autor Thorsten Oltmer

Inquisition im Mittelalter: "Tötet sie alle!" Fotos
Corbis

Erbarmunglos verfolgte die Inquisition Andersgläubige als Ketzer. Prozessakten zeigen das Schicksal des südfranzösischen Dorfes Montaillou. Es galt als widerständiges Nest der Katharer. Und war jahrzehntelang das Ziel unerbittlicher Säuberungsaktionen.

Es gibt kein Entrinnen. Alle wissen, was es bedeutet, wenn plötzlich der Pfarrer an die Tür klopft oder nach der Predigt einen Brief überreicht - es ist die Vorladung der Inquisition.

Guillaume Fort erhält sein Schreiben am 6. April 1321, dem Montag vor Palmsonntag. Darin steht, er sei der Ketzerei, der Häresie, verdächtig und habe am Samstag in der Stadt Pamiers vor den Untersuchungsrichtern der Inquisition zu erscheinen. Komme er nicht aus freien Stücken, werde er vorgeführt.

So bleibt Guillaume Fort keine Wahl, als den beschwerlichen Fußmarsch von rund 60 Kilometern anzutreten. Aber der Inquisitor ist beschäftigt und schickt ihn weg; erst am Montag hat er wieder Zeit.

Der Bischof von Pamiers ist Forts Inquisitor. In tagelangen Verhören bringt er ihn dazu, alles zu gestehen - so notiert es jedenfalls der Schreiber der Inquisition: dass er nicht an die Wiederauferstehung des Leibes nach dem Tode glaubt und Häretiker auf dem wahren Pfad Gottes sieht. Sicherheitshalber ist im Protokoll noch vermerkt: "Hast du dieses Geständnis gemacht, weil du im Gefängnis bist oder gefoltert wurdest?" Fort: "Nein, aus freien Stücken." Obwohl der Delinquent allem abschwört, hört er am 1. August sein Todesurteil. Schon am nächsten Tag wird er als "rückfälliger" Ketzer mit drei anderen "Irrgläubigen" bei lebendigem Leib verbrannt.

Fort stammte aus der Gegend um Montaillou, einen abgelegenen Ort in der Grafschaft Foix am Fuß der Pyrenäen. Auf einer waldigen Ebene mit rauem Klima liegt das Dorf in über tausend Meter Höhe. Etwa 250 Menschen leben hier. Sie gehören 26 Familien an, Bauern, Viehzüchtern und Schafhirten, deren Sippen dort seit Jahrhunderten leben.

Das Land eignet sich gut für Hafer und Roggen; auch Futterrüben, Flachs und Hanf kann man anbauen. Der karge, kalkige Boden wird mit primitiven Hakenpflügen bearbeitet. Es gibt Kühe, Schweine und riesige Schafherden. Die Erträge reichen in normalen Jahren zum Überleben. Weitgehend autonom, schafft es die Gemeinde sogar, schlimme Hungerjahre zu überstehen.

Dörfer wie Montaillou gibt es Hunderte in Okzitanien. Was gerade dieses für die Geschichtswissenschaft so interessant macht, sind fast vollständig erhaltene Akten der Inquisition. Der Historiker Emmanuel Le Roy Ladurie hat die Bestände des "registre d'inquisition" in der Bibliothek des Vatikans akribisch ausgewertet und als Quelle bäuerlicher Sozial- und Glaubensgeschichte des Spätmittelalters erschlossen. Die Dokumente belegen, wie gnadenlos die Inquisition die im Dorf lebenden Andersgläubigen über Jahrzehnte hinweg verfolgte.

Viele unbescholtene Bürger enden im Kerker oder auf dem Scheiterhaufen

Montaillou gilt als Widerstandsnest der Katharer. Viele Familien dort folgen der neuen Glaubensbewegung, die nach religiösen Idealen jenseits der Kirchendoktrin lebt. Über Jahre setzt die Kirche alles daran, die Katharergemeinde von Montaillou zu zerschlagen, 1309 kommt es nach einer Denunziation zur Massenverhaftung. Viele unbescholtene Bürger enden im Kerker, einige gar auf dem Scheiterhaufen. Wer Glück hat, kommt mit der Auflage davon, ein gelbes Stoffkreuz gut sichtbar auf der Kleidung zu tragen, als öffentliche Ermahnung zum rechten Glauben.

Was wirft die Kirche den biederen Bauern und Handwerkern überhaupt vor? Welche Bedrohung sieht sie in den Abweichlern?

Die Katharer, die "Reinen", wie sie erst später genannt wurden, lehnen viele Elemente der traditionellen Kirche ab. Für die "Bons hommes", die "guten Menschen", wie sie sich selbst nennen, sind von der Heiligen Schrift nur Teile des Neuen Testaments, das Johannes-Evangelium, die Apokalypse und die Psalmen gültig. Sie weisen selbst die heiligen Sakramente zurück.

So beginnt die Befragung der Adeligen Béatrice de Planissoles aus Montaillou am 25. August 1320 auch mit dem Vorwurf, sie habe über die Sakramente gelästert. Wenn diese tatsächlich den Leib Christi darstellten, hätten die Priester sie längst alle gierig aufgegessen, soll sie gesagt haben.

Nachdem sie zunächst alle Vorwürfe bestreitet, wird sie plötzlich überraschend geständig und erzählt bereitwillig, so berichten es jedenfalls die Akten, warum die Ideen der Ketzer sie faszinierten und wie sie den örtlichen Priester mehrmals pro Woche in ihr Bett ließ. "Ja, ich habe diese Irrlehre vollkommen geglaubt und hätte keine Schmerzen gescheut, sie zu verteidigen."

Vielleicht hilft ihrem Geständnis nach, dass die Wachen aus ihrem Stoffbeutel merkwürdige Dinge zutage fördern, die sie sogar der Hexerei verdächtig machen: zwei getrocknete Nabelschnüre von Babys, Tücher mit Menstruationsblut, einen Spiegel, ein Messer, Kräuter. Doch sie hat Glück und kommt mit einer Kerkerhaft davon.

Die katholische Kirche ist erbost, dass die "guten Menschen" eine eigene Kirchenhierarchie schaffen: Über den "croyants", den einfachen Gläubigen, stehen die Initiierten, darüber die "parfaits", die Perfekten. Diese spirituelle Elite hat eine mehrjährige Probezeit hinter sich, muss keusch und bescheiden leben und strenge Fastenkuren halten. Auch eigene Diakone und Bischöfe gibt es.

Das gut organisierte klerikale Machtmonopol ist in Gefahr

Besonders heikel für den Herrschaftsapparat Kirche ist, dass die Katharer den Zehnten ablehnen. Doch ohne die Abgaben der Bauern könnte der Klerus schwerlich überleben. Das gut organisierte klerikale Machtmonopol ist in Gefahr. Der Zisterzienser Pierre des Vaux-de-Cernay beklagt die Situation in seiner Diözese: "Sie alle, Glieder des Antichrist, Erstgeborene des Satans, schlechte Saat, Verführer schlichter Herzen, hatten mit dem Gift ihrer Perfidie fast die ganze Provinz Narbonne verseucht."

Innozenz III., seit 1198 auf dem Heiligen Stuhl, ruft nach dem Mord an einem päpstlichen Legaten Anfang 1208 zum Kreuzzug gegen die Abweichler auf. Söldner aus allen Teilen Europas strömen herbei, auf der Suche nach Abenteuern und Beute. Die Anführer sind Adlige aus dem Norden Frankreichs, die sich in der Grafschaft Toulouse Ländereien erobern wollen.

Innozenz erteilt den Truppen schon im Vorfeld Absolution wie sonst nur im Krieg gegen die Heiden. Es darf nach Herzenslust vergewaltigt und gemordet werden. "Erhebt euch, Soldaten Christi! Widmet euch der Vernichtung der Häresie mit allen Mitteln, die Gott euch eingeben wird", hetzt der Papst. "Seid gewissenhafter als bei den Sarazenen, denn sie sind gefährlicher."

Ende Juli 1209 erobert das Heer Béziers, angeführt von Arnaud Amaury, dem Abt des Klosters Cîteaux. Viele Einwohner haben sich in die Hauptkirche geflüchtet, aber das hilft ihnen nichts. Ausnahmslos werden auch sie abgeschlachtet. Chronisten berichten von bis zu 20.000 Toten. Als die Kreuzfahrer fragen, wie denn Ketzer von treuen Katholiken zu unterscheiden seien, soll Amaury geantwortet haben: "Tötet sie alle! Gott wird die Seinen erkennen."

Die Verteidiger des Katharerortes Bram bei Carcassonne werden Anfang 1210 bestialisch verstümmelt: 100 Männern werden die Nasen abgehackt, die Oberlippen abgeschnitten und die Augen ausgestochen. Nur einem lässt man ein Auge: Er muss seine Kameraden zur nächsten Stadt führen, als abschreckendes Exempel.

Aus dem Glaubenskampf ist ein Kolonialkrieg geworden

20 Jahre lang wüten die Kreuzfahrer in Südfrankreich; aus dem Glaubenskampf ist längst ein Kolonialkrieg geworden. Aber noch sind die Abweichler nicht vernichtet. Als letzte Zuflucht der Abtrünnigen in Frankreich hält sich die Bergfestung Montségur. Nach langer Belagerung fällt sie am 16. März 1244. "Die Häretiker wurden mit Gewalt aus der Burg gezerrt und verbrannt", heißt es lapidar über das letzte Autodafé. Über 200 Männer, Frauen und Kinder, darunter auch der Katharerbischof von Toulouse, werden auf dem "Prats de Cremats", dem Feld der Verbrannten, Opfer der Flammen.

Mit dem Fall von Montségur ist der bewaffnete Widerstand gebrochen, die Organisation zerschlagen. Viele Geistliche der Gegenkirche fliehen in die Lombardei, aber auch dort werden sie gnadenlos verfolgt. Die Machtverhältnisse in der gesamten Region haben sich verschoben. Die Franzosen aus dem Norden sind die neuen Herren in Okzitanien. Der Glaube aber lebt von Generation zu Generation weiter, bei umherziehenden Hirten und in abgelegenen Flecken. Das lässt die katholische Kirche nicht ruhen. Nun ist die Inquisition am Zug. Sie soll die Irrlehre vollständig ausrotten.

Seit 1294 interessieren sich die Schnüffler der Kirche verstärkt für das Dorf Montaillou, in dem sie ein widerständiges Nest der Katharer vermuten. In einer großen Säuberungsaktion im August 1309 verhaftet der Inquisitor von Carcassonne alle Einwohner über 14 Jahre. Treue Katholiken und "Irrgläubige" gleichermaßen werden scharfen Verhören unterzogen. Enttarnte Ketzer werden in den Kerker geworfen, einige verbrannt. Doch das Dorf ist nicht permanent bedroht. Es gibt Jahre, in denen die Menschen ihrer Arbeit und ihrem Glauben ungestört nachgehen können.

1318 sind die ruhigen Zeiten wieder vorbei. Das "Ketzernest" sieht sich einem unerbittlichen Verfolger gegenüber: Jacques Fournier, dem neuen Bischof von Pamiers, zu dessen Diözese das Dorf gehört. Hatte sein Vorgänger nur widerwillig in der unwegsamen Region ermittelt, glüht der Zisterzienser Fournier vor Eifer. Er arbeitet eng mit den dominikanischen Inquisitoren in Carcassonne zusammen, gründet ein eigenes Ketzergericht. Dabei wird ihm von Zeitgenossen sogar noch ein gewisses Einfühlungsvermögen bescheinigt. Er ist gewitzt, ein Meister in der Kunst, "den Lämmern zur Welt zu helfen", der angeblichen Wahrheitsfindung, auch ohne die Folter.

Von 1318 bis 1325 tagt die Inquisition unter Fourniers Vorsitz an 370 Tagen. 578 Vernehmungen führt er durch, in 114 Fällen wird Anklage erhoben. Und 25 der Beschuldigten stammen aus Montaillou.

Spitzel, Verrat und Denunziation

Für das Dorf bedeutet dies eine Zerreißprobe. Wichtige Arbeitskräfte darben monatelang im Gefängnis, Kinder müssen ohne ihre Eltern überleben. In der festgefügten Gemeinschaft entstehen Risse, es gibt Spitzel, Verrat und Denunziation. Bischof Fournier besitzt die Fähigkeit, alte Fehden aufzuspüren und die Sippen gegeneinander auszuspielen: die katholischen Azémas gegen die begüterten Clergues, die reichen Belots, in deren Haus sich die Katharer treffen, die Familie des Schäfers Pierre Maury und die des Webers Prades Tavernier.

Über vier Jahre zieht sich allein das Verfahren gegen die Brüder Clergue hin. Sie stehen an der Spitze der Dorfhierarchie: Bernard ist der örtliche "Bayle", Gerichtsbeamter und Pachteintreiber, sein Bruder Pierre katholischer Gemeindepfarrer und ein notorischer Frauenheld. Dies und seine frühere Verbundenheit mit den Katharern werden ihm zum Verhängnis, obwohl er mit Gewalt und Sex versucht, Aussagen zu verhindern.

Etliche Familien hassen ihn und hoffen, in der Dorfhierarchie aufzusteigen. Vor Gericht schwärzen sie ihn an; der Pfarrer habe selbst dafür gesorgt, dass so viele Einwohner vor den Inquisitor gebracht wurden: "Es ist höchste Zeit, dass er und die Seinen selbst in die Verliese geworfen werden!"

Bischof Fournier verhört im Sommer 1320 auch jene Béatrice de Planissoles, eine der ehemaligen Geliebten des Pfarrers. Erst zögert sie, dann aber belastet sie ihn schwer: Eines Nachts habe er sogar ein Lager mitten in der Kirche errichtet, um sie "fleischlich zu erkennen". Pierre Clergue wird verhaftet und zu 15 Monaten Kerker verurteilt. Er hält lange durch, aber schließlich bricht ihn die Haft. Im Frühherbst 1321 stirbt er. Seinem Bruder ergeht es nicht besser: Einen Monat nach seiner Verurteilung zu Haft in Ketten bei Wasser und Brot stirbt auch er.

Aber die Inquisition gönnt den Toten ihren Frieden nicht. Acht Jahre nach Pierres Kerkertod ergeht das Urteil, seine Überreste als die eines "Reuelosen" zu verbrennen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 319 Beiträge
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1.
Pvanderloewen 03.08.2013
Ob ich es wohl noch mal erlebe, dass ein geschichtlicher Artikel ohne Wertungen auskommt? Das sind Geschehnisse von vor bald 700 Jahren, und die Prozessakten zeigen nur einen Ausschnitt. Es ist lächerlich, nun mit modernen Maßstäben daran zu gehen und bspw. festzustellen, es habe eine erbarmungslose Verfolgung stattgefunden. Aus Sicht der Inquisition wird es womöglich eine erbarmungsvolle Verfolgung gewesen sein, weil sie durch die Verbrennung einigen Ketzern die Höllenqualen erspart haben. Gute Geschichswissenschaft erkennt man daran, dass sie die Fakten darlegt und sich Wertungen enthält.
2. Und Die Kirche Heute
robrobsen 03.08.2013
Was mich am meisten interessiert ist, wie denkt die Kirche Heute über Ihr damaliges vorgehen. Steht Sie dahinter, verurteilt Sie es oder entschuldigt Si sich sogar dafür.
3. Ketzer heute?
atech 03.08.2013
Zitat von sysopCorbisErbarmunglos verfolgte die Inquisition Andersgläubige als Ketzer. Prozessakten zeigen das Schicksal des südfranzösischen Dorfes Montaillou. Es galt als widerständiges Nest der Katharer. Und war jahrzehntelang das Ziel unerbittlicher Säuberungsaktionen. Mittelalter: Die Inquisition verfolgte Andersgläubige als Ketzer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/mittelalter-die-inquisition-verfolgte-andersglaeubige-als-ketzer-a-913942.html)
wie geht die katholische Kirche heute mit Andersgläubigen um? Mit denen in den eigenen Reihen, die den katholischen Glauben anders auslegen als die Amtskirche? Im ersteren Fall hat die katholische Kirche heute keine Einflußmöglichkeiten mehr. Jeder darf heute glauben, was er will. Auch gar keiner Religion anzugehören ist erlaubt. Im zweiten Fall kommt es auf die Art der Abweichung an. Der katholischen Kirche steht als Höchststrafe nur noch die Exkommunikation zur Verfügung. Die katholische Kirche hat die Exkommunikation in neuerer Zeit ausgesprochen, wenn ein Priester oder Bischof Frauen zu Priesterinnen weihte oder wenn Ärzte eine Abtreibung durchführten bzw. Frauen sie durchführen liessen. Nicht exkommuniziert wurden bisher Kinderschänder oder die Bischöfe der Piusbruderschaft, wenn sie - die Befehle der zwei aktuellen Päpste mißachtend - Männer zu Priestern ihrer Gemeinschaft weihten. Wen die RKK wie bestraft ist eben auch heute noch keine Frage des Glaubens oder der Moral, sondern eine reine Machtfrage.
4. Klerus
azarel 03.08.2013
"Doch ohne die Abgaben der Bauern könnte der Klerus schwerlich überleben." Darum geht es in den Religionen doch nur! Warum heutzutage noch jemand an Religion glaubt, obwohl es offensichtlich ist, das es dem Klerus nur um Macht und Geld geht. Hier in der westlichen Welt wurde die Macht des Klerus durch die Reformation und Aufklärung gebrochen und hat somit die Moderne eingeläutet. Wie so was funktioniert kann man im Islam am Beispiel der Sharia sehen. 1.Machterhalt( Todesstrafe für Ketzerei und Abfall vom Glauben) 2. Machterweiterung(Einteilung der Menschen in Klassen->Missionierung durch Repressalien). Der Klerus musste nie den Beweis antreten, tatsächlich Gottes Wort zu verkünden! Zum Abschluss ein Zitat vom alten Fritz: Übrigens stellen die Priester uns nur darum als Stellvertreter Gottes hin, um sich selbst als Werkzeuge und Dolmetscher der Gottheit auszugeben.
5. 100% Gottgläubige und 100% Nichtgottgläubige
adsum 03.08.2013
Zitat von sysopCorbisErbarmunglos verfolgte die Inquisition Andersgläubige als Ketzer. Prozessakten zeigen das Schicksal des südfranzösischen Dorfes Montaillou. Es galt als widerständiges Nest der Katharer. Und war jahrzehntelang das Ziel unerbittlicher Säuberungsaktionen. Mittelalter: Die Inquisition verfolgte Andersgläubige als Ketzer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/mittelalter-die-inquisition-verfolgte-andersglaeubige-als-ketzer-a-913942.html)
haben sich bis aufs Blut bekämpft und meinten es sogar manchmal gut mit ihren Mitmenschen. Ein bißchen Zweifel hätte auf beiden Seiten nicht zu diesen blutigen Ausschreitungen geführt. Ja, die Katharer sind für ihre Uberzeugung gestorben und sind genauso in das Paradies gekommen wie die gläubigen Katholiken, die im Zweifel mit hingerichtet wurden. Die heutigen Selbstmordattentäter einer anderen Religion glauben auch, dass sie Gutes tun. Die Ungläubigen fahren zur Hölle und die Gläubigen, die leider dabei auch als Kollateralschaden zutode kommen, werden ins Paradies eingehen. Es ist halt der Glaube, der Berge versetzen soll. Wie schön wäre es, wenn es wenigstens einem 100% Gläubigen gelingen würde, mal einen Berg oder gar ein ganzes Gebirge oder bescheidener einen kleinen Hügel zu versetzen. :-) Ja, ich weiß schon, dass es sich bei diesem Spruch um eine Art Metapher handelt, keine Frage.
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