Ich bin Kriegskind und in einem Frauenhaushalt aufgewachsen: mit meiner Schwester, meiner Mutter, einer Tante meiner Mutter und meiner Großmutter. Ich habe von Frauen sehr viel gelernt. Sie können besonders gut mit weichen Faktoren umgehen, trotzdem sollte man ihre Zielstrebigkeit nicht unterschätzen.
Frauen, das habe ich schon als junger Mann gemerkt, beeinflussen das Geschehen erheblich, nicht zuletzt, weil sie erheblichen Einfluss auf Männer ausüben. Meine Mutter hat mich, mehr noch als mein Vater, ganz wesentlich fürs Leben geprägt, emotional wie rational.
Wenn unser Land nach vorn kommen will, müssen wir die Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen, deutlich verbessern. Das männliche Potential schöpfen wir aus bis zum Bodensatz, das der Frauen haben wir noch nicht einmal angekratzt. Das ist gesellschaftliche und menschliche Verschwendung.
Zumal vom demografischen Standpunkt aus bleibt es für Deutschland eine existentielle Frage, ob es uns gelingt, das weibliche Reservoir an Zielstrebigkeit, Kreativität und Intelligenz zu nutzen, oder ob wir es brachliegen lassen. Frauen sind unsere bedeutendste verfügbare Ressource.
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