Von Markus Verbeet
Die Tatsache ist bekannt und beschämend: "Internationale Studien zeigen, dass die Kopplung zwischen sozialem Status der Herkunftsfamilie und erworbenen Kompetenzen in Deutschland nach wie vor stärker ausgeprägt ist als in anderen Staaten", heißt es im aktuellen Bildungsbericht.
Einmal Elite, immer Elite - das Geschwätz von der Chancengleichheit ist die große Lebenslüge der Bundesrepublik. Mehr Ehrlichkeit wäre gut, noch weit besser aber eine stärkere Förderung von Kindern aus nichtakademischen Kreisen. Ein "demokratischer und sozialer Bundesstaat", wie ihn das Grundgesetz verheißt, kann sich keine unsoziale Bildungspolitik leisten. Die "Bildungsrepublik", wie sie die Kanzlerin verkündet hat, wäre ansonsten nur der größtmögliche Etikettenschwindel.
Dass darüber hinaus auch mehr in die Bauten investiert werden sollte, in Schulen wie Hochschulen, steht außer Frage. Ansonsten kommt auch außerhalb von Regensburg irgendwann noch eine siebte Risikogruppe hinzu: Uni-Rektoren.
Denen aber geht es, von Ausnahmen abgesehen, heute noch ganz gut.
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© SPIEGEL special 5/2008
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