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01.11.2009
 

Ernährung für Sportler

Medaillengarant Haferschleim

Von Lukas Eberle und Cathrin Gilbert

Leistungssport: Die perfekte Ernährung
Fotos
DPA

Sportler wie die Hochspringerin Ariane Friedrich und die Weitspringerin Bianca Kappler feilen an der perfekten Ernährung - die ist für ihre Leistung mittlerweile so entscheidend wie Training und Schlaf.

Morgens gab es Haferflocken mit heißer Milch. Abends gab es Bronze. Vor großen Wettkämpfen sieht Ariane Friedrichs Frühstücksteller immer gleich aus. Daran hat die beste deutsche Hochspringerin auch vor dem Finale bei der Leichtathletik-WM in Berlin nichts geändert.

Mit Aberglauben hat das nichts zu tun. Sondern mit Wissenschaft und Sporternährung. Ariane Friedrich, 25, hat ihr Essen auf ihren Sport, ihr Training und ihren Wettkampf abgestimmt, um ihr Gewicht von 57 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,79 Meter zu halten.

Während der Sprinter Usain Bolt auf Chicken-Nuggets aus dem - Fast Food-Restaurant schwört, machen sich Sportler, denen nur irdische Leistungen gelingen, ernsthaftere Gedanken um ihre Essgewohnheiten. Ernährung ist für sie mittlerweile so wichtig wie Training und Schlaf. Manche zählen die Nährstoffe pro Mahlzeit zusammen, um ihr Gewicht zu halten. Andere setzen auf möglichst viele Kalorien, um nicht abzunehmen. Dabei geht es vor allem um das richtige Wettkampfgewicht und die schnelle Erholung nach der Belastung.

Viele Leistungssportler arbeiten mittlerweile mit Experten zusammen. Ariane Friedrich wird von Michael Hirt und Uwe von Renteln betreut. Renteln, 40, ist Diplom-Ernährungstrainer und sagt: "Die richtige Ernährung macht bis zu 20 Prozent der Leistung eines Sportlers aus."

Er sitzt in einem Café in Rostock und bestellt stilles Wasser. Der Körper, sagt er, bestehe eben zu zwei Dritteln aus Wasser und nicht aus Cola oder Eistee. Man sieht es seinem Oberkörper an, dass Renteln fünfmal in der Woche ins Fitnessstudio geht. Würde er sich auf eine Körperfettwaage stellen - vielleicht würde die gar nichts mehr anzeigen.

"Wer abnehmen will, muss nicht unbedingt weniger essen"

Zum ersten Mal beschäftigten sich Wissenschaftler in den sechziger Jahren mit Ernährung bei Leistungssportlern. "Trotzdem machen 80 Prozent der Sportler heute noch grobe Fehler beim Essen", sagt Renteln. Neben Friedrich berät er auch die Weitspringerin Bianca Kappler, die vor zwei Jahren Fünfte bei der WM in Japan wurde. Die 32-Jährige brachte sich zur Weltmeisterschaft in Berlin ihre Waage aus dem saarländischen Rehlingen mit ins Vier-Sterne-Hotel. Jeden Morgen stieg sie drauf. Ihr Gewicht kann die Leichtathletin heute konstant unter 61 Kilogramm halten - ohne Diät.

"Wer abnehmen will, muss nicht unbedingt weniger essen", sagt Renteln. Für ihn ist das ein großer Irrtum, dem viele Sportler verfallen. Ein Drittel von ihnen esse zu wenig. "Wer auf die Relation von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fett achtet, muss nicht hungern."

Seit sich Ariane Friedrich und Bianca Kappler an ein Verhaltensmuster in ihrer Küche halten, seien ihre Kraftwerte immer besser geworden, sagen sie. "Es gibt ein paar einfache Kniffe, die es zu beachten lohnt", sagt Renteln. "Und die gelten für Profi- und für Hobbysportler."

Der Stoffwechseltyp ist ausschlaggebend

Wenn Renteln einen Ernährungsplan schreibt, ist eines seiner wichtigsten Kriterien der Stoffwechseltyp seines Sportlers. "Die Frage ist, wie effizient Nahrungsmittel genutzt und in Energie umgewandelt werden", sagt er.

Bei Ariane Friedrich hat Renteln einen mesomorphen Stoffwechsel festgestellt, das ist der mittlere Typ. Sie wandle die durch die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate nicht ganz so schnell in Energie um wie ihre Kollegin Kappler. Die Weitspringerin gehöre zu den ektomorphen Typen. Und die endomorphen Typen, das sind die Athleten mit dem langsamsten Stoffwechsel, die nach dem Essen am schnellsten wieder Hunger spüren.

Mittags isst Friedrich am liebsten Sushi, manchmal auch Gemüse, Fisch oder Fleisch. Ihre Nahrung muss einen hohen Eiweißgehalt haben. Kartoffeln und Nudeln sind für die Hochspringerin tabu, weil sie die Energie bis abends nicht mehr verbrauchen kann und so aus den Kohlenhydraten Fett würde.

"Kohlenhydrate in rauen Mengen sind für die meisten Sportler überhaupt nicht gut", sagt Renteln. Der Begriff Nudelparty löse bei ihm einen kalten Schauer aus. Leistungssportler mit vollen Nudeltellern in Verbindung zu bringen ist für ihn der zweite große Irrtum.

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insgesamt 16 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
02.11.2009 von Celegorm: ...

Da fragt sich natürlich, ob da wirklich das Fett (allein) das Problem ist. Spielt sicherlich eine Rolle, allerdings darf man ja nicht vergessen, dass der durchschnittliche Fast Food und ähnliches i.d.R. wahre Kohlenhydratbomben [...] mehr...

02.11.2009 von sam clemens: @ Ergänzung

Fett liefert keine Vitamine, es löst nur welche und längst nicht alle. mehr...

02.11.2009 von sam clemens: @ die lachende 8

Ihnen müsste doch klar sein, dass Gebiss-Strukturen Anpassungen an die Lebensumstände der jeweiligen Art sind. Selbstverständlich zeigt das Gebiss des Menschen, dass er auf keine Nahrungsmittelgruppe spezialisiert ist - schon gar [...] mehr...

02.11.2009 von SalvadorDali: .

Nach dieser Theorie scheint es mir so seltsam, dass gerade die Amerikaner so viele Ernaehrungsprobleme haben. Denen sollte es doch blendend gehen, mit der fetthaltigen Nahrung. Und was ist mit den Italienern? Die essen doch [...] mehr...

02.11.2009 von SalvadorDali: .

Naja, das haengt vom Alter und vom Trainingsstand ab. Aber ich kann Ihnen versichern: wenn ich mich ueberwiegend von Schokolade und Kaffee ernaehren wuerde, dann wuerde ich die 1500m auch nicht schneller als in 29 Minuten [...] mehr...

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