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Die Zürcher Hoffnung: Zwei Ärzte geben den Traum von der Impfung nicht auf

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Sie sind Freunde, und sie liegen weit vorn in der Alzheimer-Forschung: Christoph Hock und Roger Nitsch sind zuversichtlich, bald eine wirksame Therapie gegen die Krankheit zu finden.

Tierversuch: Professor Nitschs Labormäuse dienen der Alzheimer-Forschung. Zur Großansicht
Psychiatrische Forschung / Universität Zürich

Tierversuch: Professor Nitschs Labormäuse dienen der Alzheimer-Forschung.

Das Büro von Roger Nitsch ist ein Ort voll Optimismus mit weltweiter Ausstrahlung. Als sichtbares Zeichen hängt ein weißer Seidenschal in der Ecke. "Den hat mir der Dalai Lama geschenkt", sagt Nitsch. "Er ist auch sehr an Hirnforschung interessiert."

Nitsch leitet die Abteilung für Psychiatrische Forschung der Universität Zürich, und er hat ein großes Ziel: endlich eine Therapie zu finden gegen die Alzheimer-Krankheit.

Sein Labor ist eine Betonfestung, in der 30 hochqualifizierte Mitarbeiter - Molekularbiologen, Mediziner und Psychologen ebenso wie Physiker und Informatiker - genetische Analysen durchführen, Antikörper bestimmen und mit den rund 6000 Versuchsmäusen experimentieren, die in sterilen Käfigen im Keller leben.

Fünf Minuten entfernt steht die Psychiatrische Universitätsklinik, idyllisch zwischen Wiesen und Obstbäumen. Drei Straßenbahnhaltestellen von dort ein weiterer Bau, groß, hell, mit grünen Fensterläden: das Gerontopsychiatrische Zentrum Hegibach mit einer Ta-gesklinik und einer Ambulanz. Chefarzt Christoph Hock versteht sich als forschender Arzt. "Ich habe die demenzkranken Menschen vor Augen, denen ich helfen will. Das war und ist mein Antrieb für die Wissenschaft."

Roger Nitsch und Christoph Hock, beide Jahrgang 1961, zwei deutsche Ärzte in Zürich, gehören zu den international führenden Alzheimer-Forschern. Über die Grenzen ihres Fachs hinaus bekannt wurden die Wissenschaftler, als sie vor rund zehn Jahren einen Impfstoff gegen die Krankheit an Menschen erprobten. Eine Geschichte voller Hoffnungen und Rückschläge und neuen Hoffnungen, die noch nicht zu Ende ist.

Erstmals gab es Hoffnung auf Heilung

Der Impfstoff war von der irischen Firma Elan entwickelt worden: ein kleines Stück Beta-Amyloid, ganz ähnlich jenem Molekül, das sich in den Gehirnen der Alzheimer-Patienten krankhaft anreichert. Es sollte das körpereigene Immunsystem dazu bringen, das krankmachende Amyloid aus den Gehirnen der Alzheimer-Patienten wieder zu entfernen. Eine neuartige, erstmals wirklich Linderung oder gar Heilung versprechende Therapie zeichnete sich ab.

In Zürich wurde der erste Patient der sogenannten Phase II Studie geimpft, in einem kleinen, unscheinbaren Behandlungszimmer. "Hier saß der Mann", erzählt Hock, "hier hat er die Spritze in den Oberarm bekommen - genau wie bei einer ganz normalen Grippeimpfung." 30 Patienten wurden in Zürich geimpft, weitere 270 in anderen Städten Europas und der USA, und zunächst lief alles glatt. Doch Ende 2001 meldeten Forscher aus Frankreich erste Nebenwirkungen. Und kurz darauf merkten auch Nitsch und Hock, dass mit einigen Teilnehmern etwas nicht stimmte. "Bei uns litten drei Patienten plötzlich an Gangstörungen, Schwindel und Bewusstseinsveränderungen", berichtet Hock.

Bald stand fest: Ursache war eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, ausgelöst wahrscheinlich durch eine Immunreaktion auf die Impfung. Zwar waren insgesamt nur 18 Geimpfte betroffen; und etliche von ihnen konnten zudem mit Cortison gut behandelt werden. Dennoch: Die Studie wurde abgebrochen. Der Traum von der Alzheimer-Impfung war erst einmal geplatzt. "Ein berühmter Kollege sagte damals zu mir: ,Roger, it's dead!'" erzählt Nitsch. Die meisten Forscher zogen sich frustriert zurück.

Je mehr Antikörper, desto langsamer der geistige Verfall

Nicht jedoch Hock und Nitsch. "Die Patienten hatten ja Antikörper gegen das Beta-Amyloid entwickelt - und diese Antikörper waren immer noch in ihrem Blut", sagt Hock. "Da mussten wir doch weiterverfolgen, wie es ihnen damit geht." In einem Kühlraum in Nitschs Labor lagerten sämtliche Blut- und Nervenwasserproben. Jetzt wollten die beiden Mediziner wissen, was die Spritzen mit ihren Patienten gemacht hatten.

Im Mai 2003 folgte dann die Erfolgsmeldung: Nitsch und Hock konnten nachweisen, dass bei den geimpften Patienten der geistige Abbau umso langsamer voranschritt, desto mehr Antikörper gegen Amyloid sie gebildet hatten: der erste Hinweis darauf, dass die Impfung tatsächlich wirken könnte.

Das Blatt begann sich wieder zu wenden. Plötzlich zeigten zahlreiche Pharmafirmen Interesse. Mit verschiedenen Methoden versuchten die Forscher jetzt, den Impfstoff so zu verändern, dass keine Hirn- und Hirnhautentzündungen mehr auftreten können.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
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1. ...
MadMad 10.03.2010
Ich habe selbst erleben müssen, was Alzheimer aus einem Menschen machen kann und ich hoffe inständig (wenn ich gläubig wäre würde ich beten), dass diese furchtbare Krankheit in den Griff zu bekommen sein wird. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg meine Herren und danach alle Preise der Welt, wenn es ihnen denn gelingt. MadMad von www.diemeinungen.de
2. Jedoch
Fallout 10.03.2010
Sind diese zwei feinen Herren schlicht von einem Konzern darauf angesetzt worden, mit Alzheimer DOCH noch Geld zu verdienen! Die Plagues sind nämlich weder das Problem, noch sind sie gefährlich. Sie sind einfach eine Veränderung, welche die Leistungsfähigkeit des Hirns aber keinesfalls beeinträchtigt. Es gibt nämlich eine ganz einfache, ganz billige Vorsorge gegen den Alzheimer: IBUPROFEN, 2,- € die Packung. Leider investiert aber kein Pharmaunternehmen die Erforschung einer Therapie weil es eben so billig ist. Alzheimer ist eine Entzündung des Hirns. Was diese Herrn in Ihren Anzügen tun, ist in etwa so, wie eine Impfung gegen Haarausfall zu entwickeln.
3. ...
MadMad 10.03.2010
Zitat von FalloutSind diese zwei feinen Herren schlicht von einem Konzern darauf angesetzt worden, mit Alzheimer DOCH noch Geld zu verdienen! Die Plagues sind nämlich weder das Problem, noch sind sie gefährlich. Sie sind einfach eine Veränderung, welche die Leistungsfähigkeit des Hirns aber keinesfalls beeinträchtigt. Es gibt nämlich eine ganz einfache, ganz billige Vorsorge gegen den Alzheimer: IBUPROFEN, 2,- € die Packung. Leider investiert aber kein Pharmaunternehmen die Erforschung einer Therapie weil es eben so billig ist. Alzheimer ist eine Entzündung des Hirns. Was diese Herrn in Ihren Anzügen tun, ist in etwa so, wie eine Impfung gegen Haarausfall zu entwickeln.
Na meinen Sie nicht, dass das noch andere ausser Ihnen wissen müssten und warum nimmt es dann nicht jeder, der erkrankt ist ? Mad Mad von www.diemeinungen.de
4. Ibuprofen
clh 10.03.2010
Zitat von FalloutSind diese zwei feinen Herren schlicht von einem Konzern darauf angesetzt worden, mit Alzheimer DOCH noch Geld zu verdienen! Die Plagues sind nämlich weder das Problem, noch sind sie gefährlich. Sie sind einfach eine Veränderung, welche die Leistungsfähigkeit des Hirns aber keinesfalls beeinträchtigt. Es gibt nämlich eine ganz einfache, ganz billige Vorsorge gegen den Alzheimer: IBUPROFEN, 2,- € die Packung. Leider investiert aber kein Pharmaunternehmen die Erforschung einer Therapie weil es eben so billig ist. Alzheimer ist eine Entzündung des Hirns. Was diese Herrn in Ihren Anzügen tun, ist in etwa so, wie eine Impfung gegen Haarausfall zu entwickeln.
Echt? Wieviel nimmt man pro Tag? Gilt das dann evtl. auch bei Multipler Sklerose? Danke schön!
5. nfo vom Fachmann
Narf 10.03.2010
Fakt: Alzheimer wird durch 2 Proteinablagerungen charkterisiert. Plaques außerhalb der Zellen und neurofibrilläre Bündel in den Zellen. Letztere korellieren wesentlich besser mit den geschädigten Hirnregionen. Der Zusammenhang ist unklar. Die entzündungshemmende Wirkung von Ibuprofen und ähnlichen Medikamenten kann die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium, wenn merkliche Störungen auftreten nicht mehr wirksam bekämpfen und jahrelang präventiv das Zeug nehmen ist auch nicht gesund. Antikörper, die Plaques binden und dem Imunsystem präsentieren sind nicht dazu in der Lage, stark geschädigte Hirnareale wieder aufzubauen! Aber mit präventiv verabreichten und großzügig dosierten Antikörpern kann man eine Menge Geld verdienen! Das einzige sichere bekannte Mittel ist, sein Gehirn zum Denken zu benutzen. Kreuzworträtsel, Sudoku und andere Dinge werden noch sehr lange die allerbeste Mehtode sein, Demenzen möglichst lange aufzuschieben und das Gehirn fit zu halten.
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Morbus Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit wird auch Morbus Alzheimer oder Demenz vom Alzheimer-Typ genannt. Der bayerische Nervenarzt Alois Alzheimer beschrieb die Erkrankung erstmals 1906 anhand von Beobachtungen an seiner 51-jährigen Patientin Auguste Deter, die fünf Jahre lang unter schwerem Gedächtnisverlust und paranoiden Wahnzuständen gelitten hatte, bevor sie starb. Bei der Analyse ihres Gehirns fand Alzheimer steinharte Ablagerungen, die sogenannten Plaques und Fibrillen.

Die langsam fortschreitende Erkrankung ist neurodegenerativ, d.h in bestimmten Gehirnbereichen wie dem Hippokampus, den motorischen Arealen und dem Hirnstamm, gehen die Nervenzellen allmählich zugrunde. Die durchschnittliche Krankheitsdauer liegt zwischen sechs und acht Jahren, in Ausnahmefällen zwischen einem und 15 Jahren. Im Verlauf kann es zu Jahre anhaltenden Plateauphasen kommen, während derer sich der Patient stabil auf dem erreichten Niveau hält.

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Fakten zur Demenz
Zurzeit leben mehr als eine Million Demenzkranke in Deutschland, jährlich gibt es rund 250.000 Neuerkrankungen. Die Krankheit bezeichnet den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit - besonders der Gedächtnisleistung und des Denkvermögens - und tritt verstärkt im hohen Alter auf. Demenz gilt als eine der teuersten Krankheitsgruppen im Alter, die Bundesregierung schätzt die Kosten derzeit auf 26 Milliarden Euro pro Jahr. Allerdings wird ein Großteil, nämlich die Pflege, bislang unentgeltlich von Angehörigen erbracht. Im Jahr 2010, schätzt die Bundesregierung, werden voraussichtlich 20 Prozent aller Bundesbürger über 65 Jahre alt sein - die Kosten könnten dann auf 36,3 Milliarden Euro steigen.

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