Work-Life-Balance Halb Führungskraft, halb Mutter

Zumba, Kinderbetreuung, Augenvorsorge: Wer bei BASF arbeitet, kann diese Dinge an seinem Arbeitsplatz erledigen und in Teilzeit Führungsaufgaben übernehmen - der Weltkonzern hat erkannt, dass sich eine gelungene Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter auch für ihn selbst auszahlt.

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Noch ist nicht viel zu sehen vom neuen Zentrum, ein paar Wände, weiter nichts. Sie stehen etwas verloren unweit des zehn Quadratkilometer großen Firmengeländes von BASF in Ludwigshafen am Rhein mit seinen rauchenden Schornsteinen und riesigen Rohrleitungen. Hier soll für die knapp 38.000 Mitarbeiter bis Ende 2013 ein neues "Zentrum für Work-Life-Management" entstehen, ein moderner Komplex aus hellen Materialien und viel Glas.

BASF, ehemals "Badische Anilin- & Soda-Fabrik", ist mit 111.000 Mitarbeitern der weltweit führende Chemiekonzern. Das geplante Zentrum gilt in Umfang und Angebot - Kindergarten, Fitness, Sozialberatung - als einzigartig in Deutschland. Gute Leute sind rar, im Kampf um sie müssen Unternehmen heute einiges bieten. "Wir wollen die besten Köpfe gewinnen und an uns binden", sagt Robert Oswald, Betriebsratsvorsitzender bei BASF.

Potentielle Bewerber fragten heute, was das Unternehmen in Sachen Work-Life-Balance zu bieten habe, sagt Oswald, der seit 43 Jahren für BASF tätig ist. Jobinteressenten wollten früh wissen: Wie kriege ich Familie und Beruf zusammen, was tut die Firma für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Wie BASF setzen auch andere große und mittelständische Unternehmen auf neues Personalmanagement, um attraktiv zu sein für die sogenannten High Potentials. So wurde die Bosch-Gruppe 2012 vor allem wegen ihres Teilzeitangebots für Führungskräfte in einem bundesweiten Wettbewerb zum familienfreundlichsten Großunternehmen ernannt. "Familienbewusstsein, gute Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit haben Konjunktur. Das ist kein Sozialtrallala, sondern trägt zur Erfolgsbilanz der Unternehmen bei", sagt Stefan Becker, beteiligt an der Vorauswahl für den Wettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2012", den das Bundesfamilienministerium mit Partnern wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund und Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ausschreibt.

Für vorbildlich hielt die Jury das Bosch-Projekt "More" (Mindset Organisation Executives), bei dem 150 Führungskräfte 2011 vier Monate lang im Selbstversuch verschiedene Teilzeitmodelle testeten. Das Experiment, so der Stuttgarter Bosch-Sprecher Sven Kahn, habe die Vereinbarkeit von Familienfreundlichkeit und wirtschaftlichem Erfolg klar bestätigt. Immerhin rund 80 Prozent der Beteiligten wollten nach der Testphase in Teilzeit weiterarbeiten, meist reduziert auf 80 Prozent. Gerade Führungskräfte, die Teilzeit arbeiten, hätten eine enorme Vorbildfunktion und könnten dadurch den "Unternehmensgeist" nachhaltig verändern, lobt Becker, Geschäftsführer bei "Beruf und Familie". 500 weitere Führungskräfte nutzen derzeit probeweise das Angebot des flexiblen Arbeitens.

Elternzeit und die Pflege von Angehörigen werden bei Bosch sogar als Bausteine innerhalb des hauseigenen Karriere-Bonussystems gewürdigt. So führe das Engagement für Kinder oder Angehörige nicht mehr zu einem Karriereknick, sagt Becker. Das sei der richtige Weg "weg von der sturen Präsenzpflicht hin zum flexiblen, familienbewussten Arbeiten".

"Wir wollen kritische Mitarbeiter"

BASF beschäftigt Naturwissenschaftler, Arbeitsjuristen, Wirtschaftswissenschaftler, hochqualifizierte Facharbeiter und Techniker, das Unternehmen stellt Farben, Dünger, Pflanzenschutzmittel und Kunststoffe her. BASF steckt in Isoliermatten, Matratzen, Kosmetik und im Putz und Dämmstoffen von Hausfassaden. Glamourös und sexy sei der Chemieriese auf den ersten Blick nicht, aber auf den zweiten durchaus, findet der Betriebsratschef - durch gute Gehaltsmodelle, Karriereperspektiven und eine unternehmerische Kultur der Wertschätzung. "Wir wollen Mitarbeiter, die emanzipiert sind, selbstbewusst, souverän und auch mal kritisch", erklärt Oswald, deshalb fänden auch regelmäßig Mitarbeiterbefragungen statt.

Verena Weinert, 36, schätzt die Angebote ihres Arbeitgebers, weil sie ihr das Leben enorm erleichtern. Gemeint ist damit vor allem die Kinderkrippe "LuKids" für Kinder von 6 Monaten bis 3 Jahren. Weinert arbeitet 30 Stunden in der Woche, auf fünf Tage verteilt. Die studierte Sinologin ist Rohstoffeinkäuferin und hat zwei Kinder.

Ihre Tochter war ein Jahr alt, der Bruder fünf Monate, als sie bei LuKids eingewöhnt wurden. Die Tochter mit Downsyndrom habe in der Krippe enorme Entwicklungssprünge gemacht, sagt Weinert. "Die Betreuungsqualität dort ist großartig", schwärmt sie. "Die Leute sind hochengagiert, leiten bilingual an und konzentrieren sich auf frühkindliche Förderung."

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Auch Weinerts Mann arbeitet bei BASF. "Wir gehen mit gutem Gewissen zur Arbeit, weil unsere Kinder super aufgehoben sind. Wir können mit Fragen aller Art kommen und haben dort Partner in der Erziehung, das hilft enorm", sagt sie. Weinert kann ihre Arbeitszeit flexibel einteilen. Hat sie zwei arbeitsintensive Wochen hinter sich, geht sie auch mal früher heim. "Vertrauensarbeitszeit" heißt das. Das Wochenpensum wird abgearbeitet, "wie und wann kläre ich mit meinem Vorgesetzten".

Allerdings, eine Sache wäre da doch: "Ich wünschte mir, dass mehr Männer Elternzeit nehmen würden. Auch mehr Teilzeit für Männer wäre schön", sagt Weinert. Sicher, theoretisch sei das möglich, in der Praxis aber doch nicht selbstverständlich. Das sei sowohl eine Frage der Unternehmenskultur als auch der gesellschaftlichen Entwicklung, sagt Weinert. Ihre Zukunftsvision: "Ich fände es toll, wenn mein Sohn später mal sagt: Ich arbeite 80 Prozent oder bleibe eine Weile mal ganz zu Hause."

Die Betriebskrippe ist voll

Die Krippe ist begehrt - statt bisher 70 soll es im neuen Work-Life-Management-Zentrum 250 Plätze geben. Sascha Zhu, 29, promovierter Chemiker und Vater zweier Kinder, freut sich über die Aufstockung, denn einen Platz bei LuKids hat er bislang nicht bekommen. Mehrmals aber hat er schon die Notfallbetreuung dort genutzt. Zhu hat seine Ausbildung zum Patentanwalt bei BASF gemacht, eineinhalb Jahre als Trainee on the Job. Da seine Frau ebenfalls berufstätig ist, weiß es der junge Vater zu schätzen, dass er im Rahmen von "Home Office" von zu Hause aus arbeiten kann, etwa, wenn eines der Kinder krank ist.

Zhu hat sich ganz bewusst für BASF als Arbeitgeber entschieden, ihm ist seine Familie wichtig. Er habe Freunde, erzählt er, die in stressigen Jobs gelandet sind, mit häufiger Abwesenheit von zu Hause. Seine Generation - Männer wie Frauen - sähen sich die Unternehmen gut an, bestätigt Zhu: "Angebote für Kinderbetreuung sind wichtig, ebenso flexible Arbeitszeiten und Home-Office, aber auch Fortbildungsmöglichkeiten und Auslandsaufenthalte." Er konnte drei Monate in den USA verbringen, um Einblick in das US-Patentrecht zu gewinnen.

Work-Life-Balance-Angebote sowie familienfreundliche Personalpolitik zahlen sich auch für die Unternehmen aus. Sie verringern die Fluktuation und sorgen so für mehr Effizienz. Jeder Mitarbeiterwechsel ist teuer, die Einarbeitung von Spezialisten aufwendig. Rentabler ist es, die Leute zu halten und sich um sie zu kümmern. Erfahrungsgemäß sind zufriedene, motivierte Mitarbeiter seltener krank. "Beruf und Familie zu vereinbaren, ist eine große Aufgabe", sagt BASF-Personalchef Hans-Carsten Hansen, "beide Seiten profitieren, wenn es gelingt".

Lena Schranz, 24, hat ihre kaufmännische Ausbildung bei BASF gemacht und arbeitet jetzt im Veranstaltungsservice. Sie nutzt das Sport- und Gesundheitsangebot des Konzerns, mal sind es Ernährungskurse, mal ein Augentraining, mal Entspannungs-Workshops. Sie freut sich schon auf das neue Zentrum und will dann den Vertrag in ihrem jetzigen Sportstudio kündigen.

Im Work-Life-Zentrum werden Kinderkrippe, Sozial- und Pflegeberatung, Gesundheitsvorsorge und Sport gebündelt. Das Fitness- und Gesundheitszentrum bietet rund 160 Sportkurse an sowie eine Physiotherapiepraxis. Die hauseigene Sozial- und Pflegeberatung steht Mitarbeitern und deren Angehörigen als Anlaufstelle bei Lebenskrisen, psychischen Probleme wie Sucht oder Depression, Fragen zu Schulden oder Pflegebetreuung offen.

Wesentlich sei die Vernetzung der Fachleute, sagt Arbeitsmediziner Stefan Lang. Denn manchmal steckten hinter Rückenproblemen eine Eheproblematik oder drückende Schulden. Mit einem Rücken-Fit-Kurs ist es dann nicht getan.

Lang, 50, leitet die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz und ist für den medizinischen Dienst des Konzerns sowie die medizinische Ambulanz in Ludwigshafen verantwortlich, die rund um die Uhr besetzt ist. Sie ist für Arbeitsunfälle gedacht, aber auch für Angestellte, die Schlafstörungen haben oder plötzliches Herzrasen.

Mediziner Lang und seine 145 Mitarbeiter in Ludwigshafen befassen sich schon lange mit den Themen Stress, Life-Work-Balance und Gesundheitsmanagement. 2011 hat BASF den "Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit" gewonnen.

Arbeitnehmer erholen sich heute seltener als früher

Im hauseigenen Gästehaus Breitnau im Schwarzwald leiten Ärzte, Psychologen, Sport- und Ernährungswissenschaftler regelmäßig Seminare zum Thema Stressmanagement, mit Fortsetzungskursen in Stuttgart. Allein 2011 nahmen über 1200 Mitarbeiter teil. Für leitende Angestellte gibt es einen eigenen Gesundheitskurs, zugeschnitten auf ihre besondere Belastung mit Ernährungsberatung, Ausdauertraining und Stressreduktion.

Gesunde Arbeit - gutes Leben? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Lang sagt, bei Mitarbeitern mit Burnout habe er "noch nie eine alleinige berufliche Verursachung" gesehen. Es sei immer eine Mischung aus Privatem und Beruflichem, die Gefährdung steige mit "den Life-Changing-Events", das kann eine Neuorganisation im Job plus ein strapaziöser Hausbau sein, eine Scheidung, der Tod eines Kindes oder pflegebedürftige Angehörige. All das könne eine massive Stressreaktion auslösen.

Und es braucht wohl auch ein persönliches Talent zum Abschalten. Lang: "Ich sehe heute weniger Regenerationsphasen bei den Leuten. Früher war der Stammtisch eine Art Psychotherapie, da haben sich die Leute ausgetauscht." Heute brächten sich viele Menschen selbst in Stress, allein durch die vielen Wahlmöglichkeiten, die sie hätten.

Eine alternde Belegschaft stellt BASF vor neue Herausforderungen: Im Jahr 2020 wird jeder zweite Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen älter als 50 Jahre sein. Diese Mitarbeiter sind wertvolle Spezialisten, man will sie gesund erhalten. Mit dem Alter, so Lang, steige die Anfälligkeit für Rückenbeschwerden, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck. "Die Krankheitszahlen würden sich dramatisch erhöhen, wenn wir nichts machen würden." Vor allem Stress und psychisch bedingte Gesundheitsprobleme hätten in den letzten Jahren stark zugenommen.

Burnout ist immer eine Mischung aus Privatem und Beruflichem

Angebote wie Business-Yoga, autogenes Training oder Cardiofit gehören bereits jetzt zum regelmäßigen Programm, außerdem ein jährlicher Gesundheitscheck für alle Mitarbeiter. 2011 lag die Teilnehmerquote bei 45 Prozent.

"Wir wollen die Leute fit halten", sagt Lang. Dazu gehört auch ein seit Jahren etabliertes Angebot zur Darmkrebsfrüherkennung. Zwei Psychiaterinnen sind außerdem ansprechbar bei privaten Krisen. Nach akuter Intervention vermitteln sie, wenn nötig, an Fachärzte weiter.

Was das alles kostet? Zahlen will Lang nicht nennen, nur so viel: Es gebe ein Return on Investment von 1:3 - ein ausgegebener Euro spare drei Euro ein.

Markus Gomer, 50, Projektleiter für das Work-Life-Management-Zentrum, plädiert für individuelle Ansätze: "Man muss genau hinsehen und hinhören, um herauszufinden: Was hilft einem Mitarbeiter mit Mehrfachbelastung?"

Mitunter seien auch Programme für Gruppen sinnvoll: Haben mehrere Menschen in einer Abteilung Rückenprobleme, kann dort ein Ergonomiecheck folgen, der Arbeitsplatz verändert und ein Trainer für Mobilisierungsgymnastik eingeladen werden.

Verordnen aber lässt sich nichts, deshalb diente ein Drittel der Programme der Sensibilisierung, der Aufklärung und der Information, sagt Gomer. Immerhin zeigt die hauseigene Statistik, dass die Mitarbeiter bereits einiges für ihre Gesundheit tun: Über 16.000 Menschen nutzen durchschnittlich über 30.000 Angebote pro Jahr, darunter auch Gymnastik, Zumba, Fahrrad- und Lauftreffs, Bowling- und Golfturniere, Fußball- und Volleyballspiele.

Führungskraft, Mutter, Teilzeit

Auch lebenslanges Lernen spielt eine große Rolle, sagt Petra Jahn-Stahnecker, Leiterin des BASF-Weiterbildungszentrums in Ludwigshafen. Die Mutter zweier Töchter, 51, arbeitet als Führungskraft in Teilzeit von 85 Prozent, verteilt auf vier Tage, mit einem Stab von 25 Mitarbeitern.

Jahn-Stahnecker führt durch das mehrstöckige, wohnliche Haus. Über 10.000 Lernmedien gibt es hier, man kann Chinesisch lernen oder Seminare besuchen zu Themen wie etwa "Wie entscheide ich mich richtig?". Sehr groß sei die Nachfrage nach der ebenfalls dort angebotenen Laufbahnberatung.

Die studierte Biologin kennt das Unternehmen gut. Sie hat in unterschiedlichen Positionen gearbeitet, nachdem sie nach der Geburt ihrer Zwillinge drei Jahre pausiert hatte. In dieser Phase hat sie gelernt: "Sehr anspruchsvolle Stellen gehen schwer in Teilzeit, theoretisch vielleicht, aber nicht praktisch." Aber sie sagt auch: "Ohne das Teilzeitangebot von BASF hätte ich Familie und Beruf nicht verbinden können."

Und ohne ihren Job kann sie sich ihr Leben nicht vorstellen: "Wir haben attraktive Vorruhestandsregelungen. Aber dafür arbeite ich viel zu gern."

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frageum 08.03.2013
1. Das hat doch schon Anzeichen von Kommunismus
Zitat von sysopRamon Haindl/ SPIEGEL WISSENZumba, Kinderbetreuung, Augenvorsorge: Wer bei BASF arbeitet, kann diese Dinge an seinem Arbeitsplatz erledigen und in Teilzeit Führungsaufgaben übernehmen - der Weltkonzern hat erkannt, dass sich eine gelungene Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter auch für ihn selbst auszahlt. http://www.spiegel.dewissen/work-life-balance-karriere-mit-kind-bei-basf-a-885401.html
Man stelle sich vor, diese soziale Errungenschaft würde in ganz Deutschland forciert werden... zum Glück haben wir die FDP in der Regierung, die gute Ansätze erfolgreich zu verhindert weiß
retmar 08.03.2013
2.
Zitat von sysopRamon Haindl/ SPIEGEL WISSENZumba, Kinderbetreuung, Augenvorsorge: Wer bei BASF arbeitet, kann diese Dinge an seinem Arbeitsplatz erledigen und in Teilzeit Führungsaufgaben übernehmen - der Weltkonzern hat erkannt, dass sich eine gelungene Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter auch für ihn selbst auszahlt. http://www.spiegel.dewissen/work-life-balance-karriere-mit-kind-bei-basf-a-885401.html
Das funktioniert doch nur, wenn leistungsbereite Männer die zwangsläufig entstehenden Lücken schliessen. Fazit: erquickliche Work-Life-Balance für die Frauen, für die Männer bleiben Schlaganfall und Herzinfarkt.
xulano 08.03.2013
3. Rollen
Die Überschrift "Halb Führungskraft, halb Mutter" sollte spon mal überdenken. JEDE Mutter, JEDER Vater mit reflektiertem Rollenverständnis ist eine Führungskraft. spon-Zielgruppe sind reflektierte Menschen, oder?
spon-facebook-1408180938 08.03.2013
4. leistungsbereite Männer...
... die sich bis zum schlaganfall und herzinfakt arbeiten, brauchen anscheinend mehr frauen die nicht nur zuhause bleiben und als anhängsel des mannes seine heteronormative idee eines "richtigen mannes" durch ihre abhängigkeit bestärken, sondern gleichberechtigung und unterstützung. das soll doch kein geschlechterkampf sein?! bitte aus der opferrolle heraus kommen liebe männlichen forumdebattierenden wie retmar. das traditionelle "der-mann-verdient-das-brot" familienmodell ist nun einmal leider nicht mehr so in. anstatt sich beide, getrennt oder zusammen, bis zum geht nicht mehr abrackern um die miete zu bezahlen und dann in armut, schlaganfall, herzinfakt und depressionen enden sollte man sich genau diese lasten teilen, durch firmen und staat möglichkeiten zur arbeit UND zur familie kreieren (für frauen und männer). wieso sollte sich nicht auch ein mann vaterurlaub nehmen können und dürfen (in einer art und weise in der es sozial akzeptiert ist). und wieso jammern hier irgendwelche männer hier rum, dass es unfair wäre wenn frau in unserer kapitalistischen gesellschaft trotz des biologischen monopols zur entwicklung und austragung von nachwuchs arbeiten gehen möchte und muss?! sich wieder in die opferrolle zu schieben hat überhaupt nichts relevantes oder konstruktives zur debatte was familien in deutschland brauchen beizutragen. heulen lieber bei dr.sommer anstatt spiegel-forum bitte! und alle alleinerziehenden väter werden sich wohl bewusst sein wie viel mehr arbeit, zeit, etc. es braucht als unterhaltszahlungen einmal im monat um kinder groß zu ziehen. vollzeit arbeiten mit niedriger bezahlung und kinder? das ist leider gottes die realität von vielen frauen die sich einst gedacht hatten eine ehe/mann würde genügend sicherheit bringen für ihr leben... wir müssen aus der abhängigkeit zurück zu einer struktur die familien aufleben lässt in einer von wettbewerb und erfolgszwang geprägten gesellschaft um menschen mit motivation,bildung und dem wunsch nach kindern zu zeigen, dass deutschland kinder will!!!
spon-facebook-1408180938 08.03.2013
5.
Zitat von xulanoDie Überschrift "Halb Führungskraft, halb Mutter" sollte spon mal überdenken. JEDE Mutter, JEDER Vater mit reflektiertem Rollenverständnis ist eine Führungskraft. spon-Zielgruppe sind reflektierte Menschen, oder?
allerdings werden führungskräfte und die arbeit die sie erbringen auch belohnt. ein lebenslauf in dem steht 5 kinder groß gezogen bringt bestimmt nicht annähernd das gleiche maß an absicherung fürs alter, die gesundheit und das alltäglich leben, als ein eintrag á la "krawattenträger im vorstand von firma sgjnlskjn"... reflexion selbst im titel intentioniert
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© SPIEGEL Wissen 1/2013
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