Lieber Doc Dimeo,
ich bin 45, laufe seit 25 Jahren aus Spaß und bin auch ambitioniert, mich zu steigern. Leider wurde bei mir vor zwei Jahren eine langsam verlaufende Form von Blutkrebs (Morbus Waldenstroem) diagnostiziert. Da meine Blutwerte noch weitgehend okay sind und ich mich von geringen Begleitsymptomen abgesehen gesund fühle, habe ich nach einer anfänglichen Phase der Agonie wieder mit dosiertem Laufen begonnen. Mittlerweile bin ich bei zweimal wöchentlich zehn bis zwölf Kilometer in 50 bis 60 Minuten angekommen. Gibt es Erkenntnisse, inwieweit Ausdauersport den Verlauf dieser Erkrankung in die eine oder in die andere Richtung beeinflussen kann? Subjektiv habe ich das Gefühl, dass es mir gut tut, mich mal richtig fertig zu laufen.
Danke & keep on running, Peter aus Bayern
Lieber Peter,
Lieber Peter,
Doc Dimeo neigt zu übertriebener Bescheidenheit. Er ist eine der führenden Kapazitäten, wenn es um Krebs und die positive Wirkung dosierten Ausdauersports in der Reha geht. Hierzu hat er an der Charité bereits wegweisende Studien unternommen. Du bist also in guten Händen. Besten Gruß und großen Respekt, dass Du Dich nicht hängen lässt.
Achim
Liebe Beratergemeinde,
ich habe mir vor acht Wochen einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß zugezogen, der mittlerweile wieder verheilt ist. Nach sechs Wochen Laufpause möchte ich wieder anfangen zu trainieren. Vor dem Bruch war ich zwischen vier- und fünfmal die Woche laufen, mit einem Zweistundenlauf am Sonntag. Ansonsten bin ich eine Stunde mit wechselnden Tempi unterwegs gewesen. Ich möchte im Mai meinen ersten Halbmarathon laufen. Ist das realistisch? Wie gestalte ich das Training, ohne wieder einen Ermüdungsbruch zu riskieren? Sind Schwimmeinheiten eine gute Alternative? Es wäre schön, wenn Ihr mir helfen könntet. Mittlerweile gefrustet,
Carla
Liebe Carla,
ein Ermüdungsbruch entsteht tatsächlich wegen Ermüdung: Sie haben dem Fußknochen so viel zugemutet, dass er am Ende brach. Bei Läuferinnen mit einem sehr niedrigen Körpergewicht können auch hormonelle Störungen entstehen, welche zu einem Knochenschwund führen und damit die Entstehung eines Bruches begünstigen können. Sie absolvieren derzeit ein sehr anspruchsvolles Trainingsprogramm, so dass man diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht ziehen sollte. Anzeichen sind vor allem das unregelmäßige Auftreten der Periode oder gar das Aussetzen der Menstruation. Bei einer richtigen Trainingsdosierung ist die Teilnahme an einem Halbmarathon in sechs Monaten realistisch. Durch Schwimmen werden Sie ihre allgemeine Kondition verbessern können. Körperliche Belastungen im Wasser, sei es Schwimmen oder Aquajogging, können das Laufen nur ergänzen, aber nicht ersetzen.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Doc,
bei mir pfeift's. Anfangs dachte ich noch, weit entfernte Sirenen rufen die netten Sanitäter des Roten Kreuzes wieder zu Walkern, die ihre physischen Grenzen überschritten haben. Denkste, das Pfeifen kommt aus meinem Ohr und beginnt immer kurz nach dem Loslaufen. Irgendwann vergesse ich es, aber so richtig klingt es erst am nächsten Tag ab. Irgendwo habe ich gelesen, dass Tinnitus ein Symptom für Durchblutungsstörungen im Ohrbereich ist – seltsam, da die körperliche Anstrengung ja eher die Durchblutung fördert, oder? Zur Info: Ich bin 35, einigermaßen fit, laufe 20 bis 30 Kilometer wöchentlich und den Marathon (Sumo-Klasse, 86 Kilo) in 3:40 bis vier Stunden.
Ratlos, Helmut
Lieber Helmut,
ein Tinnitus kann tatsächlich mit der Durchblutung des Ohr oder der Strukturen in seiner Nähe zu tun haben. Es muss sich dabei nicht unbedingt um eine eingeschränkte Durchblutung handeln, manchmal können Patienten mit einem erhöhten Blutdruck bei gewissen anatomischen Veränderungen Pulsgeräusche wahrnehmen. Bei körperlichen Belastungen ändern sich die Blutverteilung und die Blutdruckverhältnisse, so dass es gelegentlich zu merkwürdigen Beschwerden kommen kann. Diese Beschwerden sind in Ruhe meistens nicht festzustellen, sodass der Arzt häufig vor einem Dilemma steht. Die genaue Ursache des Problems kann nur durch eine Untersuchung der Strukturen und Durchblutung des Ohres und der nähen Strukturen in Ruhe sowie der Blutdruckverhältnisse unter Belastung stattfinden.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Helmut,
Kopfhörer übergestreift und "Rammstein" auf die Ohren. Da haben Nebengeräusche keine Chance. Einziges Problem: Wenn man die Stöpsel wieder rausgepult hat, pfeift's nicht nur, dann klingelts auch noch.
Gruß, Achim
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