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06.06.2007
 

Achilles' Ferse

Euphorischer Nackedei

Was für Vorstellungen manche Achilles-Fans haben: Einer träumt davon, unserem Wunderläufer nackt entgegen zu eilen. Das könnte auch als Alptraum enden, fragt sich nur für wen. Andere haben Probleme mit Kindern und Hügeln. Auch hier wissen Achim und Co. weiter.

Hallo Achim,
ich laufe zwei- bis dreimal pro Woche ungefähr acht Kilometer, um nicht ganz einzurosten. Da meine Frau auch mal ihre Ruhe haben will, nehme ich immer ein Kind im Babyjogger mit. Das klappt auch sehr gut, aber oft merke ich, dass dabei nach einigen Kilometern der Rücken beziehungsweise die Schultern verspannen. Ich versuche dem vorzubeugen, indem ich regelmäßig die Hand wechsle. So kann ich mit dem anderen Arm gegenpendeln. Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut. Wenn ich übrigens allein laufe (selten genug), habe ich das Problem natürlich nicht. Hast du als erfahrener Vater Tipps, wie man dem vorbeugen kann?
Grüße eines schiebenden Vaters, Peter

Nacktläufer (an der Ostsee): Eine runde Sache
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REUTERS

Nacktläufer (an der Ostsee): Eine runde Sache

Lieber Peter,
diese Babykarren bringen immer Verspannungen mit sich, da lässt sich wenig machen. Was vor allem dann schmerzhaft ist, wenn das Kleine endlich pennt und ein Stehenbleiben mit schreiendem Aufwachen verbunden ist. Ich habe das Baby-Pushing jetzt zwei Jahre betrieben und stelle einen gewissen Trainingseffekt fest: Es tut mir nicht mehr so weh und auch nur noch zwei Tage danach und nicht drei. Du wirst also damit leben müssen. Aber es lohnt sich: Kind an der frischen Luft, du bist der Mustervater, obwohl du dein Training absolvierst und nicht in einer vollgepilzten Sandkiste alberne Kuchen backen musst. Und deine Partnerin hat mal keinen Grund zu meckern und alle Frauen unterwegs halten dich, völlig zu Recht, für den besten Vater des Universums – eine Win-win-win-win-Situation. Da lohnt sich das Leiden wenigstens.
Mit solidarischem Gruß, Achim

Hallo Achim,
also hier komme ich wirklich nicht weiter. Ich, Ex-Sportstudent, soll einer Noch-Sportstudentin helfen, ihren Cooper-Test zu bestehen. Ziel: 2200 Meter in zwölf Minuten. Sollte doch eigentlich zu schaffen sein, ist es aber nicht. Sie trainiert bereits seit Wochen, benötigt aber immer noch zwischen 13 und 14 Minuten. Maximal läuft sie 45 Minuten am Stück. Ihre BMI-Werte (Body Mass Index) dürften an der Grenze zum Übergewicht liegen. Ich dachte zuerst an ein Übertraining und riet ihr zu Pausen. Doch nun soll ich ihr einen Trainingsplan erstellen. Die Prüfung ist in zweieinhalb Monaten. Ich habe mit so kurzen Distanzen keine Erfahrung. Sollte sie auch Intervalle, lange Strecken und kurze Tempoläufe absolvieren? Ist es sinnvoll, sie oft 2200 Meter laufen zu lassen? Woran kann es liegen, dass sie trotz wochenlangem Training überhaupt keine Fortschritte zeigt?
Vielen Dank für eine Antwort, Flo

Hallo Flo,
ein großer Unterschied liegt zwischen dem gesprochenen Wort und der Tat. Aber nimm sie mal richtig in deine Obhut und kontrolliere das Training. Es wird Fortschritte geben. Die 45 Minuten Läufe am Stück sind ausreichend. Dazu zwei Einheiten für die spezielle Tempoentwicklung. Erstens: 5x500 Meter in möglichst 2:30 Minuten, dazwischen drei Minuten gehen. Zweitens: 3x1000 Meter in 5:30 bis 5:45 Minuten, drei Minuten gehen.
Viel Erfolg, Jens Karraß

Hallo Achim, Doc Dimeo und Jens,
neulich bin ich (29, 1,73 Meter, 80 Kilogramm) nach intensiver Vorbereitung zu meinem ersten Halbmarathon gestartet. Bei menschenverachtenden 28 Grad und bergiger, geschotterter Strecke mit wenig Schatten habe ich mich über die Distanz gekämpft. Obwohl ich im Training klasse war und meinen letzten Zehn-Kilometer-Testlauf mit 49:45 Minuten beendet habe, brach ich an diesem Tag voll ein. Nach 2:10,48 Stunden schleppte ich mich über die Ziellinie. Ich hab mir drei Tage Pause gegönnt und bin in der ersten Woche nur zweimal gelaufen. Aber irgendwie wollen die Muskeln nach wie vor nicht, ich bin schnell erschöpft und müde, habe einfach keinen rechten Drive mehr. Wie kann ich meine Beine wieder zur Kooperation überreden? Was kann ich tun, damit ich beim Stuttgarter Halbmarathon (24. Juni) nicht wieder einbreche?
Laufwillige Grüße, Jens

Lieber Jens,
das Rennen hört sich wie die Schlacht am Teutoburger Wald an. Abwarten. Es wird wieder.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Jens,
jedes Rennen ist anders, vor allem das erste. Unterschätze die Bremskraft deiner Nerven nicht. Manchmal spinnt der Kopf, ohne dass du es merkst, gerade bei der Premiere. Und 28 Grad sind ebenfalls recht heftig. In Stuttgart bleibst du bestimmt unter zwei Stunden, wenn du Läufe dieser Länge im Training schon mal bewältigt hast. Konzentriere dich auf Tempoläufe, zum Beispiel 6x2 Kilometer oder über 3,4 oder 5. Wir sehen uns in Stuttgart.
Gruß, Achim

Lieber Achim,
seit langem lese ich deine Kolumne. Ich bin recht sportlich, verweigere mich jedoch dem Laufsport. Aber jetzt kommt es. In der Nacht vor meinem 28. Geburtstag hatte ich einen Traum: Ich lief nackt (aber mit Schuhen) um den Schlachtensee. Einmal ganz rum. Gar kein Seitenstechen, keine Atemlosigkeit, nichts! Mit großen Schritten glitt ich dahin und fühlte mich ganz leicht und stark und erhaben. Dann kamst du mir entgegen gelaufen (keine Sorge, ich habe keine Ahnung, wie du aussiehst) und ich rief: "Achim! Ich laufe! Siehst du, wie ich laufe?" Dann bin ich aufgewacht. Mein Freund meint, dass dies bedeutet, ich solle im neuen Lebensjahr anfangen zu laufen. Außerdem soll ich nicht nackt durch die Gegend rennen und fremde Männer ansprechen. Was meinst du?
Irritiert, Rebekka

Liebe Rebekka,
trugen Sie in Ihrem Traum Laufschuhe oder Stilettos?
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo (meine Telefonnummer hat die Redaktion)

Lesermail der Woche

Lieber Achim,
dein Bericht über den Hermannslauf hat mich motiviert, mich für den Hemsbach-Marathon anzumelden. Das wäre doch sicher auch für dich eine lohnende Herausforderung, und eine schöne Steigerung dazu. Ich war schon vor Ort, um mir die Strecke anzusehen, was der Veranstalter jeden ersten Samstag im Monat anbietet. Ich war der einzige, der nicht zum LT Hemsbach gehörte. Immerhin waren alle sehr nett und es herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre. Mann trifft dort Leute, für die ein Marathon so selbstverständlich ist wie für andere ein Sonntagsspaziergang. Vor lauter Begeisterung bin ich statt der geplanten einen Runde gleich drei gelaufen und habe damit schon mal die halbe Distanz bewältigt. Ich kann nur jedem begeisterten (Berg-)Läufer empfehlen, sich schnell anzumelden, denn es sind nur noch wenige Startplätze frei.
Beste Grüße aus Südhessen, Nico

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