Ich hätte auch gern was aus Lego bekommen. Dann könnte ich mit den Söhnen vor dem Fernseher liegen und mein "Star Wars"-Raumschiff zusammenbasteln, am besten die nächsten sieben Tage lang, nur um dem weihnachtlichen Triathlon aus Essen, Trinken und Glotze zu entgehen. Laufen darf ich nicht, weil Mona uns bis Neujahr mal wieder Quality-Time verordnet hat, ein familiärer Selbstversuch, bei dem an den Probanden getestet wird, wie lange sie Tannenbaum-Terror aushalten, ohne sich an die Gurgel zu gehen.
Chewbacca: Aus "Star Wars", könnte aber auch ein Walker sein
Mona ist eigentlich eine Traumgattin, nur Weihnachten nicht. Ihre Geschenkpolitik ist verheerend. Sie hatte sich einen Shopping-Nachmittag gewünscht. Meine Gattin suchte aus, ich trug und zahlte. Einzige Überraschung wird die Kreditkartenabrechnung. Ich wiederum darf mir nie was wünschen, ich werde zwangsüberrascht - eine fürchterliche Tradition. Dabei wollte ich gar nichts von ihr geschenkt haben. Ist doch besser, wenn man nichts bekommt und sich auch nicht künstlich freuen muss. Dieses Jahr hatte sich ein Geschenke-GAU angekündigt.
Seit Wochen war Mona um mich und meine Lauf-Ausrüstung geschlichen. "Hast du alles, was dich schnell macht?", hatte sie gefragt. Ich verstand den Ansatz nicht ganz. Ich hatte eigentlich gar nichts, was schnell macht, vor allem nicht die entsprechenden Beine. Dann blätterte Mona in meiner umfänglichen Laufbibliothek und schnupperte durch meinen Medizinschank, der es mit ihrer Kleiderkammer nie würde aufnehmen können. "Hmm, aha, soso", murmelte sie und begutachtete die Fläschchen.
Ich bin ja nicht so der Präparatetyp, außer Magnesium, Kalzium, Aminosäuren, Guarana, Vitamin E, Zink und einigen Kleinigkeiten mehr bin ich praktisch clean. "Ich brauche nichts, Schatz, ehrlich nicht", flehte ich. Vergebens. Mona hatte längst einen Plan, das spürte ich. Und er war nicht zu verhindern. Seit Wochen stand fest: An Heiligabend ist Zwangsfreude angesagt. Vielleicht sollte ich Muslim werden, dann bleiben mir Monas Präsente erspart, bis auf einen Laufschleier vielleicht.
Zur Bescherung gerade eben kam sie jedenfalls mit einem Stück Wäscheleine, auf dem ein halbes Dutzend Pakete aufgefädelt waren. Mimische Höchstleistungen waren erforderlich. Sechsmal musste ich orgasmische Freude vorspielen. Päcken eins: ein paar sündteure Laufsocken, sogar in der richtigen Größe. Dagegen war nichts einzuwenden. Bussi, Schatzi, der erste Treffer seit Jahren. Päckchen zwei: Spray für Laufschuhe (Innenraum). Nun, gut, ein zarter Hinweis, aber verzeihlich. Es folgten je eine Packung entzündungshemmendes Lyprinol (ein Hoch auf die Grünlippmuscheln!) und Kieselerde (Silizium ist immer gut). Staubige Angelegenheit, aber offenbar hatte sich meine Zaubermaus beraten lassen. Sie lächelte vielsagend.
Ich tastete Geschenk Nummer fünf ab, eine seltsame dünne Rolle. Ich hielt ein paar zusammengetackerte Seiten in der Hand. "Peak Performance" stand darauf, Newsletter "für Ausdauer, Kraft und Fitness" mit einem Bericht über "Krafttraining für Ringkämpfer". Schade ums Papier. Was sollte ich damit? "Da bist du jetzt Abonnent", juchzte Mona. Toll. Ab sofort also noch mehr Stress durch widersprüchliche Trainingsanweisungen.
Ich betastete das letzte Päckchen. Hmm, ein unfühlbares Geschenk. Ich riss es auf. Eine Art abgeschnittener Schnorchel kam zum Vorschein. "Das ist Ultrabreathe, ein Atemgerät - damit kriegst du viel mehr Luft", erklärte Lauf-Profi Mona. "Interessant", sagte ich und blies in das Gummiteil. Mona stand erwartungsvoll da. Ach ja, hatte ich fast vergessen. Ich musste ihr um den Hals fallen. "Danke, Schatz", tremolierte ich. Sie war in der Tat schon mit deutlich merkwürdigeren Geschenke abgekommen. Was ist schon dabei, wenn man den Rest der Feiertage mit einem abgesägten Schnorchel im Mund verbringt.
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Meiner schreibt grad bei SPON im Ärzteforum, dass er zu wenig verdient, während er auf mich wartet und die Kassis warten lässt. ;-) mehr...
- Vor wem oder was laufen Sie eigentlich weg? - Sie brauchen in der Tat eine "verständnisvolle Frau" ... - Der arme Sohnemann! mehr...
Hallo, für alle die gern draußen unterwegs sind durften wir einige an Trail- und Outdoor Schuhen testen und haben so fast 25 Schuhe getestet von klassich bis sportlich und von Lauf bis Winterschuhe. [...] mehr...
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,655639,00.html Von grimmigen Märchenfeen halte ich überhaupt nichts. Diese hochromantischen Illutionen sind reine Phantasie und haben mit der Realität nichts zu tun. Wohin derartige [...] mehr...
Maik sollte sich lieber in Ruhe auf sich selbst besinnen. Gelingt ihm das nicht, wurde er tatsächlich von einer grimmigen Märchenfee verhext. mehr...
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