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16.12.2008
 

Achilles' Verse

Helden namens Paula, Haile und Mona

Schon wieder ein Jahr zu Ende, zwölf Monate voller Entbehrungen, Enttäuschungen und Rückschläge. Gab es auch Höhepunkte, private wie globale? Aber sicher. Achim Achilles blickt zurück auf Radcliffes Kampfgeist, Gebrselassies Weltrekord und Monas Standhaftigkeit.

Persönlichkeit des Jahres:

Ohne Frage Paula Radcliffe. Die Britin erlitt in der Olympiasaison einen Ermüdungsbruch, ging mit Trainingsrückstand in Peking an den Start, musste sich auf halber Strecke in den Rinnstein hocken, wurde von brutalen Krämpfen geplagt, hatte den Anschluss an die Spitze verloren und lief trotzdem tapfer bis ins Ziel. Der Beweis, dass zwischen Phelps und Bolt auch richtige Menschen bei den Roboterspielen teilnahmen. Achim verneigt sich vor der großen Dame des Marathons.

Läuferin Radcliffe: Feier mit Tochter nach Sieg in New York
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REUTERS

Läuferin Radcliffe: Feier mit Tochter nach Sieg in New York

Persönlicher Triumph des Jahres:

Halbmarathon-Bestzeit um ein paar Sekunden verbessert. Eigentlich sollten es Minuten werden. Mögliche Erklärungen: Falsche Schuhe, Gegenwind, Lysin-Mangel, fehlende mentale Unterstützung von Mona.

Wettkampf des Jahres:

Haile gegen Achim. Der heiße Atem des Wunderläufers im Nacken trieb Haile Gebrselassie beim Berlin-Marathon zum neuen Weltrekord. Nicht mal mit U-Bahn und Vespa hatte Achilles eine Chance gegen den Äthiopier, der obendrein auch noch ein netter Kerl ist. Trainingstipp von Haile: "Einfach jeden Tag laufen."

Schweinehund-Niederlage des Jahres:

Beim unspektakulärsten Halbmarathon Deutschlands in Berlin-Reinickendorf ging Achilles lustlos und untrainiert an den Start. Doch dank eines Hasen, der sich zugleich als Einpeitscher betätigte, kam Achilles gut und überraschend zügig ins Ziel. Ein geschlagener Schweinehund jaulte. Danke, René Hiepen.

Die Medaille des Jahres:

Jan Frodeno beim Olympischen Triathlon. Trainingstipp vom Goldmedaillengewinner: viermal täglich trainieren. Morgens vorm Frühstück ein paar Kilometer Schwimmen, dann ein gutes Stündchen Lauftraining, aber nicht langsamer als 3:20 Minuten pro Kilometer. Nach der Mittagsruhe zwei, drei Stunden aufs Rad und abends zur Entspannung Sprints in der Halle.

Die Selbsterkenntnis des Jahres:

Die lästige Frühjahrsbronchitis ist gar keine, sondern Heuschnupfen. Die Pillen dagegen machen todmüde. Aber immerhin ist Apriltraining nächstes Jahr möglich.

Das Event des Jahres:

Der Strongmanrun in Weeze. Obwohl im Heimatort von Spaßbremse Ronald Pofalla ausgerichtet, macht der Hindernislauf mit Matschgarantie irren Spaß. 5000 erwachsene Menschen suhlen sich um die Wette.

Die Krankheit des Jahres:

Windpocken im August, ausgerechnet im Alpenurlaub auf 2000 Metern Höhe, wo endlich mal rote Blutkörperchen gezüchtet werden sollten. Stattdessen eitrige Punkte überall. Sogar zwischen den Zehen. Laufen vier Wochen praktisch unmöglich. Danke, Kinder.

Die bitterste Niederlage des Jahres:

Kuddel vom Lauftreff läuft zehn Kilometer unter 45 Minuten. Ich werde ihm Glasscherben mit Chilipulver in die Laufschuhe streuen.

Die Überraschung des Jahres:

Christoph läuft. Ausgerechnet Christoph, der mich seit Jahren zum Vollidioten erklärte, weil ich meine Wochenenden mit Laufen verbrachte. Jetzt ist er selber der Laufsucht verfallen. Und Wendelin auch. Früher oder später kriegen wir alle.

Der Dank des Jahres:

Geht an die Finanzkrise. Die Auftragslage wird dünner in 2009, also bleibt mehr Zeit zum Trainieren. Dem Sparzwang werden reihenweise Fitnessstudioverträge zum Opfer fallen, stattdessen besinnt sich die bewegungsbedürftige Hälfte der Republik wieder auf die einfachste und effektivste Art des Sports: Laufen.

Der schönste Wettkampf des Jahres:

Ist und bleibt der Berliner Volkstriathlon von den Weltraumjoggern.

Die Tiergeschichte des Jahres:

Tempo 50 auf der Abfahrt vom Grunewaldturm. Rausch der Geschwindigkeit, Achilles stimmt randvoll mit Endorphinen die "Ode an die Freude" an. Kaum war der Mund geöffnet, flog ein mittelgroßes Insekt direkt bis in den Rachen. Schreckschlucken. Das Tier steckt irgendwo zwischen Mund und Magen. Bitter, sehr bitter. Bewegt sich. Zum Glück keine Wespe. Das Biest zu ertränken versucht, mit großen Schlucken aus der Wasserflasche. Etwa 48 Stunden lang widerlicher Nachgeschmack.

Der emotionalste Lauf des Jahres:

Training mit den Wunderläufern des SV Bad Westernkotten Samstagmorgen kurz vor Sonnenaufgang.

Die Bekanntschaft des Jahres:

Jürgen Drews. Läuft deutlich langsamer als Mickie Krause, aber ausdauernd. Kämpfer. Angenehmer Plauderpartner, überhaupt nicht doof. Großes Potential in der Klasse M 60.

Die Lesungen des Jahres:

Zwei Feste der Hochkultur: im Oktober kuschelig nett auf Palma, im November vor großem Galapublikum auf der Erfurter Herbstlese.

Der Sieg des Jahres:

Wieder ist es Mona nicht gelungen, eines meiner Finisher-Hemden zu entsorgen.

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14.05.2010 von Grünschnabel?:

Meiner schreibt grad bei SPON im Ärzteforum, dass er zu wenig verdient, während er auf mich wartet und die Kassis warten lässt. ;-) mehr...

20.04.2010 von ramanujan: Lieber "Achim Achilles":

- Vor wem oder was laufen Sie eigentlich weg? - Sie brauchen in der Tat eine "verständnisvolle Frau" ... - Der arme Sohnemann! mehr...

20.11.2009 von outdoor-wandern.de:

Hallo, für alle die gern draußen unterwegs sind durften wir einige an Trail- und Outdoor Schuhen testen und haben so fast 25 Schuhe getestet von klassich bis sportlich und von Lauf bis Winterschuhe. [...] mehr...

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